Findet ihr es schlimm, wenn man sich ritzt?!

  • Wenn einer sich das Bein bricht und eine andere Person Kopfschmerzen hat sagst du auch nicht dass die Person mit dem Kopfschmerzen sich nicht beschweren soll. Schmerz ist Schmerz.

    Tatsächlich halt schon. Brich dir ein Bein oder einen Arm, bekomm' Fieber, etc.: Du musst nicht zur Schule / zur Arbeit.
    Aber wegen Kopfschmerzen, Schnupfen oder einer Prellung bleibt man halt für gewöhnlich nicht zu Hause, oder?
    Bei "seelischen" Krankheiten weiß ich nicht, wie es da ist mit zuhause bleiben.

    Es wird also klassisch schon zwischen Schmerzen unterschieden.

    Natürlich wird zwischen Schmerzen unterschieden, aber 2w0fu meinte offensichtlich, dass es darum geht, dass man sich oder Dritte nicht mit anderen in dem Sinne vergleichen solle, dass man sagt "es gibt ne Person, der es (objektiv) noch viel schlimmer geht als mir. Also darf ich mich nicht beschweren." - denn dann müsste alle immer glücklich und zufrieden rumrennen. Und nur weil etwas für X überhaupt nicht schlimm ist, heißt es nicht, dass es für Y genauso wenig schlimm ist, und sich Y deswegen nicht schlecht fühlen/beschweren darf.

  • Die Fragestellung ist meiner Meinung nach nicht korrekt.

    Ritzen ist ja mehr ein Symtpom eines größeren Problems, einer größeren Krankheit.

    Ist es schlimm? Ja.

    Sollte man es machen? Nein.


    Aber so Einfach rational kann man an die Sache nicht herangehen, weil die Ursache bei jedem anders sein kann.

    Selbstverstümmelung (nichts anderes ist Ritzen) ist keine kleine Sache und kann zur Sucht werden. Selbst wenn man es schafft diese Sucht zu besiegen ist der Rückfall nicht weit entfernt da das Grundproblem nicht bewzungen wurde.

    Wie bei zb Depressiven oder generell sehr Emotionalen Menschen kann schon ein kleines Ereignis am Tag (sei es schlechtes Wetter oder das man Kopfschmerzen hat) schon in ein tiefes Loch stürzen. Dann braucht man sehr viel Kraft um dort wieder herauszukommen.


    Genau deshalb ist die Frage falsch gestellt ob man es schlimm findet wenn sich jemand ritzt. Das klingt als könnte man da verschiedene Ansichten haben und verharmlost das ganze etwas.

    Ritzen kann man nicht gutheißen aber einige Menschen sind in dem Teufelskreis gefangen und können nicht anders.


    Demnach finde ich das den Menschen kein Vorwurf gemacht werden darf. Auf der anderen Seite muss etwas dagegen unternommen werden.

    Ich weiß nicht so wirklich wie ich das hier beenden soll, denn auf die Frage direkt antworten kann ich nicht..

    Ich Versuche es mal so:


    Das Ritzen etwas ist, dass einem nicht gut tut ist eine Tatsache. Keine Meinung.

    Dementsprechend sollte man es unterlassen (was wie schon beschrieben leichter gesagt als getan ist) und versuchen aus dieser Notlage auszubrechen und sich hilfe zu suchen.!

  • Selbst verletzendes Verhalten ist IMMER schlimm, egal aus welchem Motiv man das macht (Meistens wird das durch psychische Krankheiten wie z.B. Borderline oder/und Depressionen "provoziert", jedenfalls besteht ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten und Selbstverletzung).

    Man sollte immer die Person dazu raten einen Psychotherapeuten aufzusuchen oder man bietet sich selbst als Seelensorge an.

    Wenn man angst vor dem Besuch eines Psychotherapeuten hat und sich wirklich NIEMANDEN anvertrauen kann dann kann man eine Seelensorge anrufen und zum Beispiel um Rat bitten.


    Jede Art von selbst verletzendes Verhalten ist NICHT normal und der Mensch ist nicht dazu ausgelegt sich selbst zu verletzen (nur alle um sich herum und die Umwelt 8D). Es wird auch niemals normal sein, sowas sollte man als Warnzeichen ansehen, schon allein der ernsthafte Gedanke daran.


    (Natürlich könnte man jetzt hier reinwerfen: AbEr Es GiBt LeUtE dIe RiTzEn SiCh FüR dIe AuFmErKsAmKeIt --> Klassisches Bsp.: Jugendliche mit Borderline, 15 Jahre alt, Mutter nimmt ihr als Bestrafung die Konsole weg --> Die Gefahr besteht, dass sie sich ritzt oder andere Sachen mit sich anstellt um der "bösen" Mutter zu zeigen: hey! Das warst du! Das ist deine Schuld! Da könnte man jetzt als außenstehende berechtigt sagen: jo, die macht das für die Aufmerkamkeit. Das stimmt auch, nur ist das wegen ihrer Psychischen Krankheit begründet. Man muss sich nicht nur ritzen um dem tot etwas näher zu fühlen.)

  • Also wenn sich ein Teenie ritzt für Aufmerksamkeit oder als Druckmittel gegen die eigenen Eltern, dann hat das nichts mehr mit Psychologie zu tun sondern schlichtweg mit schlechter Erziehung. Ein Kind/Jugendlicher muss schon abartig verwöhnt worden sein wenn es sich so bescheuert verhält. Daran sind aber primär natürlich die Eltern schuld. Da sollte man Kollektiv-Schellen verteilen und damit am besten das breite Spektrum des Stammbaumes abdecken aber definitiv mit Fokus auf die inkompetenten Eltern.

  • Also wenn sich ein Teenie ritzt für Aufmerksamkeit oder als Druckmittel gegen die eigenen Eltern, dann hat das nichts mehr mit Psychologie zu tun sondern schlichtweg mit schlechter Erziehung

    Nein, dass kann daran liegen, dass der Teenie vielleicht Borderline hat

    und Borderline kommt definitiv nicht von Verwöhnung.

  • Also wenn sich ein Teenie ritzt für Aufmerksamkeit oder als Druckmittel gegen die eigenen Eltern, dann hat das nichts mehr mit Psychologie zu tun sondern schlichtweg mit schlechter Erziehung

    Nein, dass kann daran liegen, dass der Teenie vielleicht Borderline hat

    und Borderline kommt definitiv nicht von Verwöhnung.

    Naja es gibt aber auch einfach Faker, wie überall und leider ist gerade ritzen auch eine Zeitlang "mode" gewesen. Ich denke deswegen wird es von vielen auch eher verharmlost.

    Klar ist selbstverletzendes verhalten nicht normal, aber Menschen tun vieles was nicht normal ist wenn es "In" ist, siehe die ganzen internet Challange.

    Das traurige dabei ist halt einfach das es sich bei ritzen halt auch um ein Warnsignal oder Symptom von einer Erkrankung handeln kann.

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    The devil is real. And he’s not a little red man with horns and a tail. He can be beautiful. Because he’s a fallen angel, and he used to be God’s favourite.

  • Das traurige dabei ist halt einfach das es sich bei ritzen halt auch um ein Warnsignal oder Symptom von einer Erkrankung handeln kann.

    deswegen darf man es niemals verallgemeinern und sagen "jo, die wollen Aufmerksamkeit weil es in ist".
    Man sollte immer bei Selbstverletzungen jeder Form handeln anstatt das zu belächeln.

  • Also wenn sich ein Teenie ritzt für Aufmerksamkeit oder als Druckmittel gegen die eigenen Eltern, dann hat das nichts mehr mit Psychologie zu tun sondern schlichtweg mit schlechter Erziehung

    Nein, dass kann daran liegen, dass der Teenie vielleicht Borderline hat

    und Borderline kommt definitiv nicht von Verwöhnung.

    Jain. Ja, Ritzen kann ein Symptom einer BPS sein, da hast du Recht.
    Aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine BPS entsteht wird durchaus durch schlechte Erziehung erhöht, da hat Librarian nicht ganz unrecht.

    Vgl.: Wikipedia, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Ursachen: "Eine Langzeitstudie von 6050 Kindern, geboren von April 1991 bis Dezember 1992, ergab, dass feindseliges Elternverhalten und Streit unter Eltern die Wahrscheinlichkeit von BPS erhöhte."

  • Aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine BPS entsteht wird durchaus durch schlechte Erziehung erhöht, da hat Librarian nicht ganz unrecht.

    Vgl.: Wikipedia, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Ursachen: "Eine Langzeitstudie von 6050 Kindern, geboren von April 1991 bis Dezember 1992, ergab, dass feindseliges Elternverhalten und Streit unter Eltern die Wahrscheinlichkeit von BPS erhöhte."

    Schlechte Erziehung muss definiert werden, feindseeliges Verhalten der Eltern gegenüber den Kindern ist schon detaillierter, aber SCHLECHT ist eine Definitionssache.

    abartig verwöhnt worden

    und das hört sich nicht nach feindseliges Verhalten der Eltern an :P



    Es stimmt jedenfalls, dass ein feindseliges Verhalten der Eltern zu der Erkrankung beitragen kann (ist ja dann auch ein toxisches Umfeld für das Kind) aber Wikipedia als Quelle ist im generellen kritisch, da nicht nur Experten (ergo Doktoren in diesem Gebiet) hier reinschreiben dürfen, da eignen sich spezifische Psychologie oder Gesundheitsseiten eher und selbst die muss man unter die Lupe nehmen.

  • Ich rede nicht von Borderline. Ich habe explizit gesagt, dass wenn das Kind sich ritzt in Form von Druckmittel bzw. Strafe gegen die Eltern, dass die Eltern das Kind zu sehr verwöhnt haben. Ich rede hier von einem Phänomen wie: "Ich halte die Luft an bis du mir das Spielzeug kaufst". Klar, ritzen ist nochmal ne Stufe krasser als Luft anhalten aber ich würde nicht zwangsläufig sagen, dass die Ursache hierfür zwangsläufig Borderline sein muss. Abgesehen davon sind viele psychologische Defizite mit der Erziehung verknüpft. Und Erziehung ist für mich nicht nur die Erziehung im Sinne von Normen, Moral, Verhalten etc. sondern zur Erziehung gehört auch eine normale Kindheit mit normalen Eltern. Nur mal am Rande, damit jeder weis was ich explizit meine.


    Und was ich unter schlechter Erziehung verstehe ist folgendes: Unter schlechter Erziehung verstehe ich die Inkompetenz der Eltern in Form der mangelnden Bereitstellung von essentiellen Dingen, die für eine gerechte Entwicklung des Kindes notwendig sind. Unter essentiell verstehe ich:


    - Die Gewährleistung von psychologisch gesunden Eltern
    - Das bereitstellen eines gewaltfreien, positiven und sozial aktiven Umfeld

    - Die Förderung als auch das Wecken der Interessen des Kindes

    - Die Regulierung sämtlicher Dinge auf ein gesundes Maß (z.B. Nahrung, Medien, Spielzeug etc.)


    Und dann natürlich selbstverständliche Sachen wie das beibringen von moralischen Standards, Verhalten, soziale Kompetenzen etc.


    Ich kenne genug Leute die ihr Päckchen zu tragen haben und keiner dieser Menschen hatte eine zufriedene oder normale Kindheit.
    Und meistens scheitert es auch gleich an Punkt 1, die Gewährleistung von psychologisch gesunden Eltern.


    Mir ist klar das es Fälle gibt in denen sich psychologische Defizite erst später entwickeln weil Personen im Erwachsenenalter diverse Trauma erfahren haben. Aber auf diese Leute beziehe ich mich ja nicht.

  • Also wenn sich ein Teenie ritzt für Aufmerksamkeit oder als Druckmittel gegen die eigenen Eltern, dann hat das nichts mehr mit Psychologie zu tun sondern schlichtweg mit schlechter Erziehung

    Nein, dass kann daran liegen, dass der Teenie vielleicht Borderline hat

    und Borderline kommt definitiv nicht von Verwöhnung.

    ich kannte mal eine , die hat sich geritzt. Sie hatte auch Borderline, also stimmt es was du schreibst :)

  • Ich rede nicht von Borderline. Ich habe explizit gesagt, dass wenn das Kind sich ritzt in Form von Druckmittel bzw. Strafe gegen die Eltern,

    Und das kann immer noch ein Zeichen für BPS sein.

    zu sehr verwöhnt haben

    und das ist meistens nicht der Fall, dass sind meistens die Ausnahmen und wir reden vom Durchschnitt, jedenfalls tue ich das 8D


    nicht zwangsläufig sagen, dass die Ursache hierfür zwangsläufig Borderline sein muss

    Das habe ich auch nicht behauptet, ich habe nur gesagt, dass man sowas nicht abstempeln soll mit "ja die person ist verwöhnt" oder das die Person es aus Aufmerksamkeit macht.


    Und Erziehung ist für mich nicht nur die Erziehung im Sinne von Normen, Moral, Verhalten etc. sondern zur Erziehung gehört auch eine normale Kindheit mit normalen Eltern. Nur mal am Rande, damit jeder weis was ich explizit meine.

    Davon ging ich aus :P



    - Die Gewährleistung von psychologisch gesunden Eltern
    - Das bereitstellen eines gewaltfreien, positiven und sozial aktiven Umfeld

    - Die Förderung als auch das Wecken der Interessen des Kindes

    - Die Regulierung sämtlicher Dinge auf ein gesundes Maß (z.B. Nahrung, Medien, Spielzeug etc.)

    würde ich unter anderem auch so definieren (vllt ein paar punkte mehr), aber von wo hätte ich wissen sollen was für dich Erziehung ist

  • Ja Herrschoftszeidn no oamoi ... Jetz hör doch oafach moi zua wenn i sprich. *bavarianism intensifies* :ugly:


    Das kann Borderline sein, ja, aber das ist doch völlig irrelevant für meine Kernaussage, wenn sie sich lediglich auf die Fälle richtet bei denen es nicht Borderline ist. Das ist als ob ich sage: "Wenns regnet nehme ich mir nen Regenschirm" und du sagst "Morgen regnet es nicht". Das ist ja für die Richtigkeit meiner Aussage mal völlig redundant weil sie sich nicht auf Morgen bezieht.


    Also nochmal: Ich beziehe mich nicht auf die Allgemeinheit.


    Natürlich kannst du nicht wissen was ich mit Erziehung meine Liebes. Die Welt ist so verkorkst da geht man erstmal vom schlechtesten aus. Das ist eine intellektuelle Kollektivstrafe, darunter müssen wir alle leiden. :crazy: