Introvertiert oder extrovertiert?

  • Seid ihr introvertiert oder extrovertiert? 29

    1. Introvertiert (17) 59%
    2. Eine Mischung aus beidem (12) 41%
    3. Extrovertiert (0) 0%

    Sicherlich kennt ihr auch dieses Klischee: "Personen, die Animes schauen, Mangas/Comics/Bücher lesen und/oder zocken sind introvertiert und schüchtern!" Doch ist das wirklich so? Sind augenscheinlich "nerdige" Hobbys wirklich ein Indikator dafür, dass jemand introvertiert ist? Oder ist das eben nur ein albernes Klischee?


    Darum meine Frage: Seid ihr eher introvertiert oder extrovertiert? Oder vielleicht sogar eine Mischung aus beidem? Erzählt doch mal, wie ihr so drauf seid. :v



    Ich selbst habe eine lange Zeit geglaubt, ein absolut introvertierter Mensch zu sein. Interaktionen mit anderen Personen erscheinen mir manchmal sehr anstrengend. Das merke ich besonders, wenn an einem Arbeitstag viele Meetings anstehen: Danach bin ich immer wesentlich müder als wenn ich still an einem Projekt gearbeitet habe, bei dem ich mit niemandem sprechen muss. Auch bin ich niemand, der gerne im Mittelpunkt steht. Mir ist es eher unangenehm wenn alle Augen auf mich gerichtet sind und man irgendetwas von mir erwartet, sei es eine tolle Rede oder eine spannende Vorführung.
    Im Gegensatz zu vielen anderen introvertierten Menschen bin ich jedoch ganz gewiss niemand, der "Allein"-Zeit braucht. Ganz im Gegenteil! Ich hasse es in vollkommener Stille im Raum zu sitzen und niemandem zum Sprechen zu haben. Auch habe ich kein Problem damit über belanglose Themen zu sprechen. Klar, das Wetter ist jetzt nicht sonderlich spannend oder tiefgründig, aber ab und an ist es schon ganz nett sich über Belanglosigkeiten zu unterhalten - das Leben ist an sich schon ernst und tiefgründig genug.


    Im Grunde genommen würde ich also sagen, dass ich eine Mischung aus beidem bin. Ich bin kein Partytier, das auf jeder Veranstaltung der Mittelpunkt schlechthin sein muss, vornehmlich nur mit mir selbst zu sein und darauf Kraft zu schöpfen liegt mir allerdings auch nicht.

  • Ich bin eine eher introvertierte Person. Zeit mit anderen Leuten zu verbringen empfinde ich oft als anstrengend und ich habe nicht wirklich ein Problem damit, allein in meinem Zimmer zu sein und z.B. zu zeichnen.
    Jedoch habe ich tatsächlich kein sonderlich großes Problem damit, vor anderen zu stehen uns etwas vorzutragen. Trotz dieser Tatsache würde ich mich jedoch als introvertiert bezeichnen.

  • Ich bin ambivertiert.
    Ich mags unter Freunden und Gesellschaft zu sein. Genauso liebe ich es manchmal einfach im Freien Musik zu hören.
    Ich tendiere eher mehr zum extrovertierten. Aber die meisten Menschen sind eher Ambivertiert.

  • Ich bin eher Introvertiert.. Ich liebe es alleine zu sein, eher in meinen Zimmer alleine meine Ruhe zu haben... Ich bin sowieso mit mir selber meist beschäftigt, sprich nachdenken, renovieren und sonstiges halt... Also ich mag schon Kontakt zur die anderen Menschen, aber ich liebe es alleine zu sein ^^

  • Ich war mal extrem introvertiert, da meine Sozialphobie damals noch wesentlich schlimmer war wie heute.
    Durch die Behandlung und die Reha wurde das alles wesentlich besser, ich bin wesentlich öfter und länger unter Menschen als damals, dennoch würde ich sagen ich bin und bleibe introvertiert.
    Nicht dass ich heute noch so extrem große Probleme habe mit anderen Menschen, über die Jahre habe ich es mir dennoch angewöhnt, dass ich mich besser fühle, wenn ich ich in Ruhe bin, sei es in meinen vier Wänden oder wenn ich einfach bei uns aufm Berg liege im Sommer und in der Nacht in die Sterne gucke.


    Ich hab heute einfach immer noch nicht so das Bedürfnis um viel Trubel und viele Leute um mich, nicht weil ich denke wie damals, dass SIe schlecht über mich reden, sondern der Krach und wenn sich wieder Leute in die Haare bekommen, darauf das Geschreie und und und.
    Habe ich ja auch bei meinem alten Job (wo ich ja leider in die Zeitarbeit gerutscht bin) bemerkt, permanent Vorgesetzte die blöder als man selbst waren haben einem vorgeschrieben was man macht, haben andere lautstark zusammen geschrien und und und.
    Deshalb bin ich jetzt lieber Verbundzusteller, zwar sehe ich da auch noch die Leute, es bleibt aber bei kurzen Begegnungen und Smalltalk, alles im grünen Bereich, aber ansonsten hat man beim arbeiten einfach seine Ruhe. :P

  • Auch ich bin sehr introvertiert. Höchstwahrscheinlich ist mein Selbstbewusstsein während der Pubertät aus Versehen im Gehirn gelöscht worden, weshalb ich beim Wechsel auf eine weiterführende Schule keinen Anschluss zu neuen Freunden fand und mich von meinem Umfeld abgrenzte. Für mich waren andere Leute in der Schule oder beim Sport nur Kumpels. In meiner Freizeit hatte ich keinen Kontakt zu Gleichaltrigen. Und jetzt habe ich es immer noch nicht. Aber ich bin trotzdem zufrieden damit. Es stört mich nicht, keine Freunde zu haben. Ich bin oft allein, ob in der Natur oder in meinem Zimmer. Nur in die Stadt fahre ich äußerst ungerne. Die Massen an Menschen sorgen bei mir für Stress. Und auf Menschen zugehen und mit ihnen zu reden ist bei mir immer noch eine Herausforderung. Ob ich einfach nur ein Eis kaufe, oder meinen netten Chef um einen Gefallen bitte. Es ist nicht einfach. Am schlimmsten sind Telefonanrufe, die ich von meiner Seite aus tätigen muss. In manchen Situationen ist es wirklich so, dass ich merke, wie ich stottere und mich nicht richtig in Worte fassen kann. Das ist aber nur selten. Im Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass ich rhetorisch eigentlich ganz gut begabt bin. Aber nur, wenn ich mich vorbereite. In der Schule konnte ich der Klasse die besten und längsten Präsentationen halten und die Schüler waren erstaunt, dass der ach so schweigsame Freigeist sicher, laut und deutlich zu ihnen gesprochen hat.


    Ich habe mich damit abgefunden, introvertiert zu sein. Ich bin nachdenklich und hasse es, ungewollt in den Fokus anderer Menschen zu geraten. Ich bin ein richtiger Einzelgänger. Aber Freundschaften bin auch ich nicht abgeneigt. Es hat sich halt nur noch nicht ergeben, einen Busenfreund zu finden. Daher bin ich oft allein.


    Aber allein sein heißt nicht gleich einsam zu sein.

  • Freigeist

    Erstmal vorweg: ich finde es immer angenehm, wenn sich jemand so gut selbst reflektieren kann. Bei manchen ist es wie eine wilde Achterbahnfahrt, wenn sie von sich erzählen. Bei anderen klingt es eher sachlich und nüchtern. In deinem Fall empfinde ich eine gewisse melancholische Grundstimmung. So oder so, ich höre da immer sehr gerne zu. Auch, weil ich einige Charakterzüge von dir bei mir wiederfinde, wenn auch nicht in dem gleichen Ausmaß.

    Ich bin weder wirklich in- noch extrovertiert. Ich habe einfach eine ruhige Art, brauche aber auch eine gewisse Auslastung.

    Ich habe mich damit abgefunden, introvertiert zu sein.

    Für mich persönlich hat das Wort "abgefunden" so eine negative Note und ich hoffe, dass bei dir eher das Wort "akzeptiert" zutrifft.

    Mein bester Freund und etliche andere reden sehr gerne und sehr viel. Und was jeder von ihnen an mir schätzt ist die simple Tatsache, dass ich halt sehr gut zuhören kann. Will sagen, dass man sich damit nicht abfinden sollte, sondern sich viel mehr auch glücklich schätzen kann. Es braucht jede Art von Charakter auf der Welt und man findet schon die Menschen, zu denen man damit passt. ;)

  • Habe ich ja auch bei meinem alten Job (wo ich ja leider in die Zeitarbeit gerutscht bin) bemerkt, permanent Vorgesetzte die blöder als man selbst waren haben einem vorgeschrieben was man macht, haben andere lautstark zusammen geschrien und und und.
    Deshalb bin ich jetzt lieber Verbundzusteller, zwar sehe ich da auch noch die Leute, es bleibt aber bei kurzen Begegnungen und Smalltalk, alles im grünen Bereich, aber ansonsten hat man beim arbeiten einfach seine Ruhe. :P

    So zu meinem alten Statment, es ist doch wesentlich schlimmer gewesen mit dem Zustellerjob als man dachte, allem voran, wenn man andere Gebiete übernimmt die zum eigentlichen gigantisch erscheinen, man unter extremen Zeitdruck ist und die Kunden dann extrem mürisch werden können. (die einen nehmen es so hin und verstehen einen, die anderen würden noch auf einem rumtreten, selbst wenn man Blut spuckend am Boden liegt)


    8 Stunden arbeiten und Kontakt mit Menschen ist für mich persönlich mehr als genug, nur der Punkt zehrt enorm an meinen Nerven und das wiederum an meiner Kraft, auch so versuche ich so wenig wie möglich mit Leuten zu reden und gebe eher ein Zeichen anstatt große Reden zu schwingen, es ist auf Dauer, wenn man die Leute kennt einfach nur ein weiter kraftraubender Punkt, wenn man von 0815 Arbeitern belehrt wird, was man falsch macht (eigentlich richtig, aber daher auch 0815) und seine eigenen Erfahrungswerte eh nichts wert sind.

    Also warum reden, wenn man sich eh nur dumm und dusselig redet und es am Ende nichts bringt.


    Ein Punkt der sich aber extrem trotz Introvertiertheit ausgeprägt hat ist der Moment, wenn ich dann mal den Mund aufmache, dass ich in allem sehr direkt bin und damit den Leuten auch oftmals verbal eine Klatsche, da die meisten mit so einer direkten Art anscheinend nicht umgehen können.

    (In der Regel denke ich mir meist mein Teil bis halt der Faden reißt^^)


    Mein sozialer Aspekt ist sozusagen schon fast verkorkst, ich weise immer mehr soziopathische Züge auf (was ebenfalls mein Therapeut bestätigt, aber hey man bemerkt es wenigstens noch, das ist schonmal ein Ansatz).

  • Ich würde mich selber als eine introvertierte Person beschreiben.

    Ich bin eine ruhige und zurückhaltende Persönlichkeit und mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen. Ich bin schnell erschöpft, wenn ich unter vielen Leuten bin und auch mit Fremden fällt es mir schwer ein Gespräch aufzubauen. Natürlich gehe ich auch raus und unternehme ab und zu etwas mit Freunden, aber nach einem Tag, den ich mit meinen Freunden verbracht habe, brauche ich wieder etwas Abstand und Zeit für mich selber und genieße es auch einfach mal alleine zu sein. In einer großen Gruppe bin ich eher die Person, die gerne zuhört und nicht so viel redet.


    Früher hat es mich extrem belastet, dass ich so bin wie ich bin und ich habe mich oft mit anderen verglichen, die viel offener sind als ich und wollte auch so sein. Mittlerweile habe ich es jedoch akzeptiert und es ist auch okay so. Ich besitze nämlich auch Charaktereigenschaften, auf die ich stolz sein kann. Natürlich ist es nicht verkehrt an seinen Schwächen zu arbeiten und seine Stärken auszubauen, aber trotzdem sollte man nicht versuchen jemand zu sein, der man nicht ist oder sich zu etwas zwingen, was man nicht besonders mag.

    “My silence doesn't mean that I quit, it simply means that I don't want to arguewith people who just don't want to understand.” - Yato.