Was macht einen guten König aus?

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    Stimmt, Friedrich der Große hat sehr viel Gutes getan, aber er hat auch viele Kriege geführt, was vielen seiner UNtertanen das Leben gekostet hat. Aber in der Summe hat es wirklich gutes getan. Aber das ist nur einer. Neben wir doch einfach mal unseren letzten Kaiser Wilhelm II. Er hat nicht nur durch seine Inkompetenz den 1. Weltkrieg ausgelöst, sondern auch noch Millionen Leben seiner Soldaten verheizt obwohl schon lange zu erkennen war, dass der Krieg verloren war. Nur um seinen Stolz zu bewahren und um nicht sein Gesicht zu wahren. Sorry aber das ist genau das Gegenteil. Und so kann man immer wieter machen.

    Ja, Kaiser Wilhelm II war wirklich kein Glücksgriff.

    Ich nehme an, das nicht jeder zum König geeignet ist.


    Zitat

    Wie schon gesagt, ich streite nicht ab, das es einige gute gab, aber die Mehrzahl war eben nicht so! Und das sollte man nicht aus den Augen verlieren. "Nur" weil einmal ein guter dabei war, kann man nicht verallgemeinern, das die Monarchie eine gute Sache sei. Das ist leider eine Milchmädchenrechnung.

    Ja, das kann man aber genauso gut von der Demokratie mit ihren Kanzlern behaupten.

    Ich meine Hitler ging aus einer Demokratie hervor und auch viele amerikanische Präsidenten hatten ziemlich einen an der Waffel, nimm dir nur mal Andrew Jackson.


    Zitat

    Du warst noch nie in Bayern? Nun ich kann Dir sagen, das viele Bayern noch immer sehr stolz auf ihren König sind und das auch zelebrieren. Gerade weil das Bild noch so vorhanden ist, kommen viele Touristen. Aber wie schon gesagt, dazu müssen wir uns keinen halten! Das funktioniert immer noch gerade weil wir keinen mehr haben. Denn Durch seine tragische Geschichte zieht es mehr Touristen an, als wenn er immer noch auf seinen Thron sitzen würde.

    Vielleicht sollten wir uns darauf einigen,

    dass ein König heutzutage keine Regierungsfunktion mehr haben sollte, sondern eher als ein positives Maskottchen dient, wie schon erwähnt. Eben so wie es die Queen von England tut.

    Ich fände das für mich in Ordnung. :3


    :hoho:Euer König! :hero:


    :engel:Meisterkatze!:engel2:

  • Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Diskussion auch so (ganz) langsam vom eigentlichen Thema dieses Threads abweicht^^


    Was macht einen guten König aus? Ein guter König würde sich nach den Wünschen seines Volkes richten, aber dennoch auch Strenge zeigen, wenn es sinnvoll ist. Ein guter König sollte aber meiner Meinung nach mit seinem Volk zusammenleben und nicht abgeschottet von der Realität in seinem Schloß leben, da er so den Bezug zu seinem Volk verliert. Außerdem sollte ein König meiner Meinung nach keine absolute Macht haben, da es nicht unbedingt von Vorteil ist, ein Staatsoberhaupt zu haben, dass nach Lust und Laune Leute hinrichten lassen könnte oder wegsperren lassen könnte.

  • Ja, Kaiser Wilhelm II war wirklich kein Glücksgriff.

    Ich nehme an, das nicht jeder zum König geeignet ist.

    Ich würde mal kurz in den Raum werfen: Friedrich III. Eigentlicher Thronfolger von Wilhelm I. Auch als 99-Tage-Kaiser bekannt.

    Er wurde im Dreikaiserjahr 1888 König von Preußen. Jedoch war er zu diesem Zeitpunkt schon an schwerem Kehlkopfkrebs erkrankt, sodass er in seiner kurzen Zeit als Herrscher wenig bewirken konnte. Folglich kam danach Wilhelm II. und den Rest kennen wir ja.


    Aber wer weiß, Friedrich III. wäre vielleicht ein viel besserer Kaiser gewesen und es hätte beide Weltkriege nicht gegeben.

  • Eigentlich nur Wirtschaft und Frieden. Da das eine ohne das andere nicht existieren kann wird es allein aufgrund des ersten zum Krieg kurzfristig oder langfristig kommen und das ist dann wieder kontraproduktiv auf lange Sicht und deshalb wird der König dann früher oder später gestürzt...dann natürlich gab es solche, die waren einfach wahnsinnig oder auf den eigenen Vorteil aus und das ging zwar noch eine zeitlang gut aber auch nicht gut. Dann sind die einzelnen Themengebietee noch seeeehr speziell. Die Wünsche von einer Familie gehen manchmal nicht konform mit den Wünschen vieler usw. sehr schwierig das alles.

  • Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Diskussion auch so (ganz) langsam vom eigentlichen Thema dieses Threads abweicht^^


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    Da hast du sicher Recht und es ist ein sehr komplexes Thema. Ich würde gerne die Kernfrage "was macht einen guten König aus" ein wenig abändern in "Wie müsste eine gute Regierung aussehen bzw. was wäre denn die beste Regierung"? Das sind doch die Fragen, welche sich aus den letzten Beiträgen heraus kristallisiert hat. Und wie denke ich darüber?

    Nun das ist nicht mit ein paar Worten zu beschreiben. Nehmen wir mal den Idealfall an, so wäre es sicher von jedem erwünscht, wenn eine Regierung sich selbstlos für sein Volk einsetzt, auf dessen Wünsche und Bedürfnisse eingeht. Den Wohlstand fördert, Ungerechtigkeiten beseitigt, Recht und Ordnung aufrecht hält und Sicherheit für alle gewährt. Zudem das alle Menschen gleich behandelt werden, keine Minderheiten ausgegrenzt werden und Chancengleichheit in allen Lebensbereichen geschaffen würde.


    So gesehen ist das erstmal ein frommer Wunsch und das wir da noch einen weiten Weg zurücklegen müssen ist sicher auch nicht abzustreiten. Denn wie so oft schon erwähnt wurde, so ist die größte Gefahr, dass durch die Macht die meisten Menschen korrumpiert werden. Es gibt leider nur sehr wenige, welche die Verlockungen der Macht nicht erliegen. Ich habe mir dann Gedanken gemacht, was wäre dann die beste Regierung? Wie könnte man das verhindern?

    Nun ganz verhindern könnte man es sicher nie, denn letzten Endes sind wir alle Menschen und Menschen sind nicht unfehlbar. Aber es gab mal einen Ansatz der in meinen Augen schon ziemlich nah an einer guten Lösung war. Und zwar die attische Demokratie im alten Athen. Um es wirklich ganz grob zum umreißen: Für alle wichtigen Entscheidungen wurden Volksversammlungen abgehalten. Jeder Anwesende war nicht nur stimmberechtigt sondern besaß auch das gleiche Rederecht.

    Somit entschied dort wirklich die Mehrheit des Volkes über die Vorhaben und keine kleine privilegierte Minderheit welche an den Hebeln der Macht sitzt. Natürlich war die attische Demokratie noch sehr verbesserungswürdig. So hatten z.B. nur Athener ab 20 nach abgeleisteten Militärdienst Zutritt zur Volksversammlung. Um aber wirklich das ganze Volk zu vertreten, müssten alle, also Frauen wie Männer, Jung wie Alt, Einheimische als auch Zugezogene in einer Volksversammlung vertreten sein.

    Im Grunde würde das sicher die Gefahr vermindern, dass Macht missbraucht wird, aber ganz verhindern? Zudem setzt eine Volksversammlung voraus, dass alle Bürger auch wirklich willens sind sich daran zu beteiligen!


    Was möchte ich mit dem Beispiel sagen? Nun wenn man versuchen würde, die Entscheidungsgewalt auf Volksabstimmungen zu verteilen und somit die Entscheidungsgewalt auf das Volk verteilt, würde auch bedeuten, das die Macht einer Regierung beschnitten und eingedämmt würde. In wieweit das in der Realität umzusetzen wäre ist sicher eine gute Frage, aber rein theoretisch betrachtet, wäre es ein interessanter Ansatz, ähnlich wie in der Schweiz nur eben das man das noch viel ausgeprägter vorstellen müsste.


    Denn das ist daran der größte Schwachpunkt. Wenn ich nur unsere aktuelle Situation betrachte, so sehe ich, alle Schimpfen über die Regierung, Frau Merkel und die Politiker allgemein. Aber wenn es darum geht etwas zu unternehmen und sei es nur zur Wahl zu gehen, da hört der Wille seinen Beitrag zu leisten bei vielen Leuten auf. Es hat den Anschein: "Ich will Schwimmen, aber bitte dabei nicht nass werden!"

    Schimpfen kann wirklich jeder, das ist keine Kunst. Aber wenn es darum geht Initiative zu zeigen und etwas selber tun, da hört es dann auch schon auf. Es ist wie mit den Parolen an den Stammtischen in den Kneipen. große Klappe und auf dicke Hose machen, aber dann wenn alle sich ausgekotzt haben, wanken alles glücklich nach Hause und sind ganz zufrieden, denn ihnen geht es ja eigentlich ganz gut. Und wenn man sich wirklich engagieren würde, so würde das ja in "Arbeit" ausarten.

    Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, ganz gewiss nicht. Aber was ich damit sagen möchte, es ist inzwischen eine gewisse Trägheit bei vielen eingezogen und ich denke einfach, nur wer etwas tut, der darf sich auch beschweren. Aber wer nur rumheult und sich dann aber seelenruhig zurücklehnt und sich auf seinen Lorbeeren ausruht, hat kein Recht dazu!


    Wie schon gesagt, das ist ein sehr komplexes Thema und es gibt sicher kein Patentrezept. Aber ich denke, wir vergessen all zu oft, das wir hier in Deutschland es ganz gut haben. Und das wir hier (mich eingeschlossen) eigentlich Jammern auf hohem Niveau. Wir sehen leider all zu oft nur die Mängel bei anderen aber übersehen, was wir haben worum andere uns beneiden bzw. noch Lichtjahre entfernt sind um auf unser Niveau zu kommen.


    Man kann sicher immer noch Dinge verbessern, und das sollten wir auch. Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein. Aber wir sollten auch ab und an mal über den eigenen Tellerrand blicken um uns zu besinnen, dass es Menschen gibt, denen es weitaus schlechter geht und das wir ein wenig wertschätzen sollten, das wir es eigentlich ganz gut getroffen haben.

  • Die ganzen Könige und Kaiser der Antike und des Mittelalters haben im Vergleich zu heute erstaunlich wenig regiert. Viel gab es auch nicht zu tun, die meisten Leute waren Bauern und mussten auf dem Hof arbeiten oder verrecken, die Wirtschaft war einfach und die Gesellschaft nicht sehr komplex.


    Dies änderte sich jedoch alles mit der Industrialisierung. Republiken entstanden, weil die aufkeimende Bourgeosie mehr Macht und Einfluss wollte und dem Adel Konkurrenz machte. Es bildeten sich außerdem Nationen heraus, denn weil Ressourcen wie Eisen, Kohle, Chemikalien etc. nicht gleichmäßig verteilt sind konnten Städte und Dörfer nicht mehr unabhängig funktionieren, während die Wirtschaft und Gesellschaft komplizierter wurden und es damit schwieriger war, sie zu verwalten, woran Weltreiche zerbrachen.


    Ich bin Fan der attischen Demokratie und des Imperium Romanums. Allerdings idealisiere ich sie vielleicht zu sehr, schließlich war Athen eine patriarchalische Sklavenhaltergesellschaft und am römischen Kaiserhof herrschten ständig Machtspiele, Intrigen und Verrat.


    Müsste ich mir einen aussuchen würde ich sagen, dass Alexandros ho Megas der beste Regent war! Niemand eroberte in jüngeren Jahren und kürzerer Zeit ein größeres Reich.