Das Bildnis der Petit Cossette


  • Le Portrait de Petit Cossette / コゼットの肖像 - Kozetto no Shōzō
    Episoden: 3 (OVA)
    Studio: Daume



    Der junge Kunststudent Eiri Kurahashi kümmert sich um den Antiquitätenladen seines Onkels in Tokyo. Unter anderem werden dort auch teure Gläser verkauft. Eines davon ist jedoch besonders für Eiri. Er kann darin immer wieder die Gestalt einer jungen Frau sehen, die um seine Hilfe bittet.
    Die Dame ist Cossette d’Auvergne – ihre Seele hat sich in diesem Gegenstand verfangen, als sie ermordert wurde. Sie sucht nach einem Mann, der die Eigenschaften und Charakterzüge ihres Mörders wiederspiegelt. Und diesen hat sie in Eiri gefunden.
    Marchello Orlando heißt der Malermeister, der nach Cossette’s Leben trachtete und auch ihre Familie auf dem Gewissen hat. Marchello hat gerne und viele Portraits von der Schönheit des Mädchens gezeichnet, was ihm später zum Verhängnis wurde. Denn er liebte die Ausstrahlung und Schönheit Cossettes mehr, als sie selbst…
    Eiri muss nun anstelle Marchellos für seine grauenhafte Tat büßen, um Cossette zu befreien.


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    So habe ich den OVA nun im nachhinein zumindest verstanden. Nimmt man alle drei Teile zusammen, kommt man auf ca. 115 Minuten geladene Verwirrung. Nunja, es gibt natürlich schlimmere Filme, aber hier hat man doch auch schon ein bisschen zu beißen. Man erfährt nie richtig, was Eiri jetzt eigentlich tun muss, um Cossette zu helfen und mal leidet er als Monster, mal wird er wieder zum Mensch. Man kann nicht wirklich erkennen, was als nächstes passieren müsste. Und so kommt ein “wahlloses” Geschehen nach dem anderen. Es ist zumindest sehr verwirrend, WÄHREND man die OVAs sieht. Hat man mal das Ende gesehen und etwas Zeit zum Nachdenken bekommen, ergibt alles im Großen und Ganzen doch wieder ziemlich Sinn.
    Ich muss allerdings zugeben: Nochmal würde ihn nicht unbedingt sehen wollen – geschweigedenn die DvD dazu kaufen. Die Zeichnungen sind wirklich gut, doch schon etwas älter – das sieht man.
    Vom Genre her lässt sich “Das Bildnis der Petit Cossette” in die Kategorie Romance, Horror und Psycho eingliedern. Für Kinder ist es auf jeden Fall nichts (kein törrichtes Geschnetzel aber es fließt einiges an Blut).
    Ich hab den Anime mal wieder von meiner Namensvetterin empfohlen bekommen. Bin mir noch nicht sicher, ob ich dankbar sein soll ^ ^ …


    (Grafik: nymaas.de)



  • Liebe, Einsamkeit und Tod. Das sind die Punkte, die mir einfallen, wenn ich an diesen Anime denke.
    Viele Szenen strahlen für mich eine Kälte aus und repräsentieren das Gefühl des Verlassenseins. Das liegt daran, weil dunkle Farben sehr oft benutzt wurden. Außerdem sieht das Wetter nicht nach strahlendem Sommer aus. Es regnet oft und es gibt Nebel. Das alles unterstreicht die dunkle Atmosphäre.
    Wegen dem Dunklen empfand ich die hellen Farben als etwas störend. Vor allem am Anfang der ersten OVA.
    Im Laden haben mich die vielen Lampen an das Zimmer von Hotaru (Sailor Moon) erinnert. Das fand ich schön, denn sie ist eine meiner Lieblingscharaktere.
    Die Musik hat mir gefallen. Sie hat gut zu den gemalten Bildern gepasst.
    Das Ende hätte mir mehr gefallen, wenn es mehr ausgebaut worden wäre. Ich hätte gerne gesehen, was genau noch passiert ist.
    Ein Anime, den ich mir mehrmals angeschaut habe. Und nochmal ansehen werde.

  • Also den Anime werde ich mir aufjedenfall auch noch anschauen.. ich hatte nur ein paar amv's von der Serie gesehen und die Musik davon gehört,und die gefiel mir gut :) ich bin mal gespannt wie er sein wird.^^

  • Hast du dir den Anime inzwischen angesehen, Kyoko? Wenn ja: Wie ist deine Meinung zu dieser OVA?


    Ich habe mir auch einige AMVs zu diesem Anime angesehen. Mir hat vor allem das Video zum Lied "Bitterkeit" von L'Ame Immortelle gefallen. Es hat an einigen Stellen nicht ganz zur Story des Animes gepasst, aber im Großen und Ganzen fand ich es gut.

  • kommt man auf ca. 115 Minuten geladene Verwirrung.

    Das fasst "Das Bildnis der Petit Cossette" sehr treffend zusammen.


    Die DVDs standen jez schon eine Weile bei mir im Regal und im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich sie mir, jez wo ich sie geschaut habe, nicht noch einmal bewusst kaufen würde.


    Der wtf-Faktor war die kompletten drei Folgen über im roten Bereich, und nicht etwa wie bei "MindGame" oder dergleichen, sondern einfach puures.. Was. Wie. Warum. Was zur Hölle.

    Lässt man den ganzen Storykalumpel mal weg, so ist diese OVA UNGLAUBLICH atmosphärisch.
    Die Musik wurde meiner Meinung nach wahnsinnig gut eingesetzt und das Klavierstück das zwischendrin zu hören ist, war ein echter Ohrwurm.

    Auch von der Farbgebung her hat es gut gepasst. Obwohl generell hauptsächlich düstere und abgegraute Farben verwendet wurden,

    wurde der Wahnsinn im Innern der Welt von Cossette doch nochmal auf eine ganz eigene Weise dargestellt, und hat in dem ganzen Wirrwarr zumindest ein bisschen Wegweiser gespielt was zur Hölle jetzt eigentlich grade abgeht.


    Mein Fazit: Der Story wegen absolut nicht empfehlenswert, aber für Fans von mystery-psychologic Werken die eine gehörige Portion mindfuck nicht scheuen sicherlich eine feine Sache.

  • Die Geschichte an sich ist relativ klar erkennbar. Ich hatte erwartet ein wenig miträtseln zu können. Doch sie wird einem trocken serviert, da sie einem fast schon vorgekaut wird. Sie ist zwar dramatisch, erscheint jedoch nicht sonderlich spektakulär. Liebe und Hass spielen eine bedeutsame Rolle und Eiri wird dadurch auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Auch das Ende ist relativ schnell abgeschlossen, ohne irgend ein richtiges Fazit zu ziehen.


    Doch stilistisch ist es ein Meisterwerk. Viele Schnitte und surrealistische Szenen sorgen für eine dynamische und spannungsgeladene Atmosphäre. Horror, welcher in den Verstand des Protagonisten eindringt und selbst die unwirklichsten und grausamsten Fantasien wahr werden lässt. Für ihn ist es Kontrolle, für andere ein Spiel. Oder doch umgekehrt? Durch und durch ist der Anime von diesen Sequenzen getränkt, wobei auch schon normale Szenen einen düsteren Stil aufweisen. Entsprechend musikalisch untermalt ist der Anime ein optisches und akustisches Experiment, welches in dieser Hinsicht voll und ganz gelungen ist.