Poetry Slam

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  • Zu Beginn erst einmal eine kurze Erklärung für diejenigen, die nicht wissen, was ein Poetry Slam ist:
    Ein Poetry Slam ist, wie der Name bereits verrät, ein Dicherwettstreit. Man trägt in einer bestimmten Zeit (meist 6-7 Minuten) vor einem Publikum seinen selbstgeschriebenen Text vor. Anschließend bewerten die Zuschauer durch Applaus den Beitrag sowohl vom Inhalt als auch von der Performance. Alle Teilnehmer befinden sich jedoch, anders als bei einem normalen open mic, untereinander im Wettbewerb. Nur der, der den meisten Applaus bekommt, gewinnt auch.
    Der Ablauf besteht oft aus einer Vorrunde und einem Finale. Man hat also, wenn man die Vorrunde übersteht, die Chance einen zweiten Text vorzutragen.
    Das Interessante an der Sache ist aber, dass es keine Vorgaben gibt, wie der Beitrag aussehen soll. Man kann ein Gedicht vortragen, eine Kurzgeschichte erzählen, Gesellschaftskritisches oder Poetisches los werden, experimentell mit der deutschen Sprache jonglieren oder einfach frei improvisieren. Es gibt keine Grenzen. Es muss nur innerhalb von 6-7 Minuten beendet sein, und fertig ist.




    Kennt ihr Poetry Slams? Wart ihr schonmal auf einem oder habt ihr sogar selbst teilgenommen?
    Ich habe diese Art von Slams erst vor rund zwei Jahren kennen gelernt, bin aber fast regelmäßiger Gast in Trier, wo jeden Monat ein Slam stattfindet (außer jetzt gerade in den Semesterferien). Auf der Leipziger Buchmesse findet auch jährlich ein kleiner Slam statt mit bekannten Größen der Szene. Sogar ein eigener Verlag, der Lektora Verlag, hat sich dem Phänomen angenommen und veröffentlicht schriftliche Ergüsse mancher Slammer.
    Aber man muss noch nicht einmal eine große Leidenschaft für Literatur vorweisen, um diese Art von Veranstaltungen gut zu finden. Im Moment erfreuen sich diese Bühnenshows ja großer Beliebtheit und viele Städte nehmen Poetry Slams in ihr Kulturprogramm auf. Bestimmt gibt es einen auch in eurer Nähe.


    Wer sich dafür interessiert, kann auch mal auf die Seite Myslam.de schauen und sich näher informieren. Ich habe das Thema nur auf das Wichtigste runtergebrochen.


    Ich denke, man könnte den Thread hier nutzen, um sich ein wenig über das Thema auszutauschen, Tipps zu geben, Slammer/Schreiberlinge zusammenzuführen, oder, oder, oder...


    Um einen kleinen Einblick in die bunt gemischte Szene zu geben, hier einige Videos:




    "Wenn du dir im Klaren darüber bist, was du willst, dann solltest du so leben, wie es dir passt."
    Tanz mit dem Schafsmann von Haruki Murakami

  • In der letzten Zeit habe ich mir recht viele Poetry Slam's angesehen, hauptsächlich von Patrick Salmen. Dafür leider nie live. Diese fünf Minuten unterhalten meist mehr, als eine 60 minütige Comedysendung (à la Mario Barth), in ihrer gesamten Sendezeit - Das gefällt mir zumindest sehr gut daran. Desweiteren hat jeder Slammer seinen ganz eigenen Schreib- und Erzählstil, was unter anderem für ausreichend Abwechslung sorgt.
    Manchmal sind es ernste Themen, manchmal sollen sie das genaue Gegenteil erzielen, aber im Großen und Ganzen unterhalten sie so, wie es vorgesehen ist. =)




    Ich könnte noch zisch weitere aufzählen, aber dieser Post soll ja niemanden erschlagen.

  • Ist gar nicht meins.
    Der Sinn des kompetitiven Charakters erschließt sich mir in keiner Weise. Darum ging es bei sowas nie.
    Ich stelle auch in Frage, ob man sich da als Zuhörer ernsthaft innerhalb von 6 Minuten mit dem Gesagten überhaupt hinreichend auseinandersetzen kann.
    Aber ist halt Jugendkram. Lass die mal machen.

  • Ich war ein einziges Mal einer Freundin zuliebe auf nem Poetry Slam. Hatte mich vorher nicht groß damit befasst. Zum Glück der Freundin, sonst hätte sie sich ne andere Begleitung suchen müssen.

    Empfand es als überaus affig, was die Leute dort fabrizierten; Fremdscham pur. Besonders Anspruchsvoll oder deep waren die Texte und Darstellungen auch nicht, auch wenn die Leute darauf abzielten.

    Soweit ich mich erinnere, waren das wohl auch keine ganz unbekannten Namen in der Szene. Der Anspruch in der Szene scheint nicht besonders hoch zu sein.

    Alles in allem sehe ich keinen allzu großen Unterschied zu Stand-up-Comedien, von denen ich auch nichts halte.

  • Ich sehe mir Poetry Slams eher im Internet an. Dazu muss ich sagen, dass ich und meine Freunde auch immer wieder schreiben und auch manchmal vor Publikum vortragen (aber nicht im Wettbewerb und nicht so groß). Deshalb sind diese Texte für uns sehr interessant.


    Alles in allem sehe ich keinen allzu großen Unterschied zu Stand-up-Comedien, von denen ich auch nichts halte.

    Bei vielen kann ich dir da sogar zustimmen. Allerdings gibt es auch immer wieder ernstere Texte, die ich selbst auch immer wieder schön finde. Comedy herrscht hier wohl vor allem vor weil Poetry Slam sich eher mit jungen Leuten beschäftigt, welche sich durch so etwas eher angesprochen fühlen.


    Ich selbst finde Poetry Slam toll, aber auch Science Slam ist nicht zu verachten.

    Für mich bilden diese Texte einen spannenden Vergleich zur modernen Lyrik und ich bin gespannt wie sich das alles einmal weiterentwickeln wird.

  • Besonders Anspruchsvoll oder deep waren die Texte und Darstellungen auch nicht, auch wenn die Leute darauf abzielten.

    Dem kann ich größtenteils zustimmen.


    Ich habe bis jetzt nicht wirklich viel mit Poetry Slam zu tun gehabt.

    Die einzigen Texte die ich wirkliich mag sind die von Julia Engelmann, sie sind sehr nachempfindbar. Vorallem das Gedicht "One Day" bassierend auf das Lied "One Day / Reckoning Song" welches 2008 rauskam!


    Ihre Texte sind sehr zu empfehlen!