Leserunde: Daisy aus Fukushima [Lizensiert] [Spoiler]

    • zumal sie ja anscheinend ne Weile ein Paar waren, oder? Da dürfte man auf seiner Seite doch etwas mehr Gefühl erwarten. Gibts aber nicht.

      Diese patriarchale Familie könnte mehr Feminismus vertragen. Zitat von irgendwo weiter vorne:
      "Bei Frauen aus Fukushima können gesundheitliche Probleme auftreten. An Heirat ist daher nicht zu denken und eine Fortsetzung der Beziehung überflüssig" (oder etwas in genau der Art, ich hab's aus dem Gedächtnis zitiert).
      Für mich ist das Objektifizierung in höchstem Grade. Moe spricht ja auch erst von Menschen, dann greift sie diese Aussage wieder auf, als sie sagt die Frauen dürfe man in den Augen 'aller' auf keinen Fall heiraten.

      Den Vater, den der Leser nie trifft, finde ich aber bei weitem schlimmer als den Sohn. Der Junge hat halt nie was über Diskriminierung gehört oder so. > da mache ich die Eltern für verantwortlich.
      Klar war ihm die Situation unangenehm und er war offen mit ihr, aber ihr gegenüber völlig gefühlskalt nach dem Gesichtsausdruck zu schließen.
      Der Vater hingegen sagt im Fernsehen: alles gut! Und zu hause: Mach Schluss mit der, die kann Probleme bekommen. Wenn das nicht ein Widerspruch ist.
      "Beauty lies in the eye of the beholder."
      (William Shakespeare)
    • Amalaswintha schrieb:

      zumal sie ja anscheinend ne Weile ein Paar waren, oder? Da dürfte man auf seiner Seite doch etwas mehr Gefühl erwarten. Gibts aber nicht.

      Diese patriarchale Familie könnte mehr Feminismus vertragen. Zitat von irgendwo weiter vorne:
      "Bei Frauen aus Fukushima können gesundheitliche Probleme auftreten. An Heirat ist daher nicht zu denken und eine Fortsetzung der Beziehung überflüssig" (oder etwas in genau der Art, ich hab's aus dem Gedächtnis zitiert).
      Für mich ist das Objektifizierung in höchstem Grade. Moe spricht ja auch erst von Menschen, dann greift sie diese Aussage wieder auf, als sie sagt die Frauen dürfe man in den Augen 'aller' auf keinen Fall heiraten.

      Den Vater, den der Leser nie trifft, finde ich aber bei weitem schlimmer als den Sohn. Der Junge hat halt nie was über Diskriminierung gehört oder so. > da mache ich die Eltern für verantwortlich.
      Klar war ihm die Situation unangenehm und er war offen mit ihr, aber ihr gegenüber völlig gefühlskalt nach dem Gesichtsausdruck zu schließen.
      Der Vater hingegen sagt im Fernsehen: alles gut! Und zu hause: Mach Schluss mit der, die kann Probleme bekommen. Wenn das nicht ein Widerspruch ist.
      Das ist eben der Nachteil an einer (wahrscheinlich) arrangierten Fernbeziehung.

      Das wird aber auch von Moe gesagt ^^ Es geht so:

      Moe: Sag das noch mal...!
      Typ: Ich sagte...ich möchte dich nicht mehr treffen. Ich meine, du warst lange genug der Radioaktivität ausgesetzt, Moe. Tut mir echt leid...mein Papa ist nun mal dagegen...
      Moe: Du meinst...Yoshimasa Fujita?
      Typ: Ja, genau. Er sagt, das Ganze sei in Wahrheit sehr gefährlich. Ich bin nun mal der älteste Sohn der Familie. Als Stammhalter sollte man kein unnötiges Risiko eingehen.
      Moe: Alle Menschen in Fukushima sind verseucht. Darum darf man Frauen aus Fukushima um keinen Preis heiraten. Ist es das, was ihr und eure Eltern denkt?! Tja, ist wohl nichts zu machen....keiner würde das je sagen. Aber in Wahrheit denkt ihr alle so, hab ich recht?
      Typ: Naja... *steht auf* Also dann, Moe. Ich wünsche dir alles Gute... Beschwer dich nicht bei mir, beschwer dich bei der Katastrophe. - Tschüss.
      Moe: Atsushi...
      Typ: ... Schau mich nicht so an...sieh mal! Ich hab heute einige Zeit (vorher waren die wahrscheinlich noch irgendwo) mit dir verbracht. Ich bin das Risiko eingegangen, von dir verstrahlt zu werden. Ich war immerhin aufrichtig zu dir! *geht*

      Und joa, Fernsehen und Privatleben ist sehr unterschiedlich. Aber im Fernsehen muss sowas teilweise auch gesagt werden, damit keine Panik entsteht.
    • Nur kurz. Am WE bin ich dann beim 2. Teil hoffentlich wieder ausführlicher dabei.

      Die Video Szene an sich ist merkwürdig, da Moe ja extra Stichwörter, wie den Namen des Vaters einbaut und dem Typen Vorlagen gibt. Demnach müsste sie ja schon vorher gewusst haben, weshalb er Schluss macht - was etwas merkwürdig ist.

      Ansonsten hat es natürlich auch mit Sender und Empfänger zu tun. Der Freund sendet für uns als unbeteiligte Leser auf zugegeben sehr kalte Art 'ich halte mich fern, weil ich Angst habe und mein Vater mir das gesagt hat' - aber bei Moe als emotionaler Empfänger kommt halt an 'mit Frauen aus Fukushima kann man nicht zusammen sein, weil sie gefährlich (und somit wertlos) sind'. Und so wie er sich ausdrückt (ältester Sohn, Stammhalter) geht es dabei auch um die möglichen Auswirkungen auf die Kinder, die Moe bekommen würde.
    • keisuke schrieb:

      Und so wie er sich ausdrückt (ältester Sohn, Stammhalter) geht es dabei auch um die möglichen Auswirkungen auf die Kinder, die Moe bekommen würde.
      Was ja ein legitimer Grund ist, wenn man sich die Auswirkungen von Tschernobyl anschaut.

      keisuke schrieb:

      Der Freund sendet für uns als unbeteiligte Leser auf zugegeben sehr kalte Art 'ich halte mich fern, weil ich Angst habe und mein Vater mir das gesagt hat' - aber bei Moe als emotionaler Empfänger kommt halt an 'mit Frauen aus Fukushima kann man nicht zusammen sein, weil sie gefährlich (und somit wertlos) sind'.
      Interessant wäre es auch, wenn sie den Selbstmordversuch begangen hat, weil sein Vater meinte, dass alles in Wahrheit sehr viel schlimmer ist. Sie ist sich also den Auswirkungen bewusst und verzweifelt deswegen so sehr...wobei ich dann aber wieder sagen würde, dass 17/18 noch zu jung dafür ist (zumindest heutzutage).
    • Klar weiß sie, weshalb er Schluss macht - ebenso wie wir Leser es vor dem Video schon wussten: Moe hat ihren Freundinnen ja den Grund zitiert!

      Als sie den dreien erzählt, warum sie abserviert wurde, sagt sie nämlich Dinge (die die ich oben aus dem Gedächtnis zitiert habe), die der Typ im Video nicht sagt, sondern eher sie; das Gespräch im Video startet aber ja mit "sag das noch mal" > daraus kann man ja wohl schließen, dass das, was sie ihren Freundinnen zitiert, direkt vor dem Video gesagt wurde.

      Das bedeutet natürlich auch, dass sie weniger Vorlagen gibt als - wahrscheinlich etwas härter/drastischer als er vorher - wiederholt (und somit ja auch weiß, was sie filmt:
      Sie weiß ja schließlich auch, mit wem sie arrangiert zusammen ist und was dessen Vater über die Situation, die seiner Sendung nach gut geregelt und unter Kontrolle ist, in der öffentlichkeit behauptet. Legitimer Grund ok, aber Lügen?

      Und ich bin da völlig anderer Meinung als Johan: so was kann man nicht einfach allen vorlügen und deren Gesundheit vielleicht nachhaltig schädigen, nur damit keine Panik entsteht! wer weiß, wie viele schwerwiegendere Schäden davongetragen haben, weil behauptet wurde, alles wäre ok? Sonst wären bestimmt viel mehr in sicherere Gebiete geflohen. Ein Tag verzögerung, ok, aber monatelanges verschweigen von Tatsachen geht ja wohl gar nicht! Der ist doch selbst dann mitschuldig an dem entstehen dieses legitimen Grundes!
      "Beauty lies in the eye of the beholder."
      (William Shakespeare)
    • Amalaswintha schrieb:

      Als sie den dreien erzählt, warum sie abserviert wurde, sagt sie nämlich Dinge (die die ich oben aus dem Gedächtnis zitiert habe), die der Typ im Video nicht sagt, sondern eher sie; das Gespräch im Video startet aber ja mit "sag das noch mal" > daraus kann man ja wohl schließen, dass das, was sie ihren Freundinnen zitiert, direkt vor dem Video gesagt wurde.
      Das bedeutet natürlich auch, dass sie weniger Vorlagen gibt als - wahrscheinlich etwas härter/drastischer als er vorher - wiederholt (und somit ja auch weiß, was sie filmt:
      Sie weiß ja schließlich auch, mit wem sie arrangiert zusammen ist und was dessen Vater über die Situation, die seiner Sendung nach gut geregelt und unter Kontrolle ist, in der öffentlichkeit behauptet. Legitimer Grund ok, aber Lügen?
      Denke ich ehrlich gesagt nicht. Ich stelle mir eher vor, dass es so abgelaufen ist:

      *verbringen Tag zusammen*
      *sind im selben Raum, dann Stille*
      Typ: Moe, ich mache mit dir Schluss...
      *Stille, Moe fängt zu filmen an*

      Moe: Sag das noch mal...!
      Typ: Ich sagte...ich möchte dich nicht mehr treffen.
      Typ: Ich meine, du warst lange genug der Radioaktivität ausgesetzt, Moe. Tut mir echt leid...mein Papa ist nun mal dagegen... <--- das hier ist dann die Erklärung, der er zum ersten Mal ausspricht. Das "ich meine" deutet, finde ich, darauf hin, dass er vorher noch keine Erklärung abgegeben hat. Hätte er es getan, hätte er wohl eher etwas wie "wie gesagt" gesagt.

      Was sie vor den anderen Mädchen paraphrasiert, das sind ihre eigenen Vermutungen und weniger das direkt Gesagte vom Typen.

      (Du musst übrigens doch besser die Leute zitieren. Ich dachte am Anfang, dein erster Teil bezieht sich auf mich...bis ich gesehen habe, dass damit keisuke angesprochen wurde :P)

      Amalaswintha schrieb:

      Und ich bin da völlig anderer Meinung als Johan: so was kann man nicht einfach allen vorlügen und deren Gesundheit vielleicht nachhaltig schädigen, nur damit keine Panik entsteht! wer weiß, wie viele schwerwiegendere Schäden davongetragen haben, weil behauptet wurde, alles wäre ok? Sonst wären bestimmt viel mehr in sicherere Gebiete geflohen. Ein Tag verzögerung, ok, aber monatelanges verschweigen von Tatsachen geht ja wohl gar nicht! Der ist doch selbst dann mitschuldig an dem entstehen dieses legitimen Grundes!
      Hey, das ist nicht meine Meinung, sondern nur eine Aussage darüber, wie es in der Realität aussieht. Wenn es nach mir ginge, wäre alles sowieso ganz anders :P

      Die Firma, denen das Atomkraftwerk gehört, hatte zum Beispiel auch sehr viele Leiharbeiter eingestellt, um notwendige Arbeit zu leisten. Die wurden nur mit Maske und Handschuhen ins Gebiet geschickt, weshalb man sich sicher sein kann, dass sie keinen angenehmen Tod erfahren werden.
    • @Johan
      Wenn's nicht deine Meinung ist, solltest du lieber von so generalisierten Aussagen ohne Bezugspersonen absehen, das versteht man sonst falsch: das "muss so was gesagt werden" sieht schon sehr nach der Meinung des Schreibers aus. (#fürsolcheSprachdifferenzierunglerntmanLatein)

      Zu der Filmpassage: ich denke die Darstellung lässt beide Interpretationen zu; aber meine finde ich plausibler, zum einen wegen des wörtlichen Zitats durch Moe ihren Freundinnen gegenüber (statt indirekter Rede), aber auch wegen des Umstands, dass sie filmt - müsste schon ein großer Zufall gewesen sein, dass sie da plötzlich anfängt zu filmen. So schnell kann sie das Gerät auch nicht anschalten, oder?

      Würde mich mal interessieren, was bei der mangaversion aus der Romanvorlage rausgekürzt wurde...
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      (William Shakespeare)
    • Amalaswintha schrieb:

      @Johan
      Wenn's nicht deine Meinung ist, solltest du lieber von so generalisierten Aussagen ohne Bezugspersonen absehen, das versteht man sonst falsch: das "muss so was gesagt werden" sieht schon sehr nach der Meinung des Schreibers aus. (#fürsolcheSprachdifferenzierunglerntmanLatein)
      Ich hatte ja gerade keine Bezugsperson gewählt, da ich damit nichts zu tun habe, sondern mich auf die derzeitige Realität beziehe. Aber stimmt schon, es ist wohl sicherer, das immer nochmal extra zu kennzeichnen. Eigentlich sollte mein "und joa" das auch nochmal eindeutiger machen, aber im Text hört man leider den Unterton nicht heraus.

      Amalaswintha schrieb:

      Zu der Filmpassage: ich denke die Darstellung lässt beide Interpretationen zu; aber meine finde ich plausibler, zum einen wegen des wörtlichen Zitats durch Moe ihren Freundinnen gegenüber (statt indirekter Rede), aber auch wegen des Umstands, dass sie filmt - müsste schon ein großer Zufall gewesen sein, dass sie da plötzlich anfängt zu filmen. So schnell kann sie das Gerät auch nicht anschalten, oder?

      Würde mich mal interessieren, was bei der mangaversion aus der Romanvorlage rausgekürzt wurde...
      Da kennt ihr euch besser aus, da ihr deutsche Manga lest (keine Ahnung, ob ʽ und ʼ großartig verwendet werden). Zudem muss man natürlich auch immer bedenken, dass das nur eine Übersetzung ist, die das Original vielleicht missverstanden hat. Dein zweites Argument möchte ich nicht gelten lassen. Ich bin kein wirklicher Handynutzer und bei mir dauert es knappe zwei Sekunden um die Kamera zu starten (wenn ich das Handy in der Hand halte). In meiner Passage hatte ich zudem die kurze Pause eingebaut, nachdem er sagt, dass er Schluss macht (was definitiv der Realität entsprechen kann), wodurch sie genügend Zeit hatte.

      ...dazu hätte ich gerne noch eine Übersicht der Erfahrungen der Personen, die da eingeflossen sind. Ein Hauptcharakter kann theoretisch aus mehreren Personen bestehen (wie ich bereits geschrieben hatte), was eine Analyse erschwert ^^
    • Was das Wissen vom Vater von Moes Freund angeht: Ich glaube, der weiß genauso wenig über die Auswirkungen auf die Leute in den betreffenden Gebieten, wie alle anderen auch. Er geht nur in der Öffentlichkeit vom Besten aus und im Privaten vom Schlechtesten.

      Bei jemandem, der länger im Kerngebiet war, ist die Belastung ohne Frage, aber Moe und die anderen kommen aus Fukushima City. Da weiß man einfach nicht, wieviel sie abbekommen haben und ob das Auswirkungen hat. Ich habe mal eine Doku über einen buddhistischen Mönch gesehen, der samt Assistentin im um einiges näheren Gebiet Hilfe leistet und die Assistentin hat auch erzählt, dass sie öfters Kopfschmerzen hat und weiß, dass sie keine Kinder mehr kriegen sollte.
    • Hatte die letzten vier Kapitel gelesen. Interessanterweise gibt es hier nicht sooo viel zu sagen, wie bei den ersten vier. Art der Übersetzung/das Geschriebene ist gleich geblieben, es gibt auch weiterhin Rechtschreib-/Grammatikfehler. Was die Charaktere angeht, so haben sie sich vom Verhalten her nicht geändert. Aus dem Grund kann ich eigentlich nur wirklich was zum Inhalt sagen.
      Schade finde ich, dass nun auch noch ein vierter Junge, Inoue, ins Spiel kommt...aber dann wiederum, es ist ein etwas kitschiger Shoujo-Manga, also war das eigentlich zu erwarten. Lustigerweise hatte man von Ginji gar nichts mehr gesehen und von Tamaki erst im siebten Kapitel wieder etwas. Das ist dann eben der Nachteil, wenn man die Handlungsstränge ziemlich stur hintereinander abarbeitet (mit der Ausnahme von Fumi): Moe -> Mayu -> Ayako. Besser, als noch in der ersten Hälfte, hat man mit der Umwelt agiert. Wie ich bereits in einem anderen Beitrag erwähnt hatte, für mich stellen die sonstigen Charaktere/Szenen die ganze Sache viel besser dar, als die Hauptcharaktere selbst. Dementsprechend war ich mit der Containersiedlung, und den Geschichten dort, relativ zufrieden. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass man das mit dem Opa eindeutig hätte besser machen können. Man lernt ihn nur ganz kurz kennen und ein paar Seiten später begeht er auf diese Art Selbstmord. Das hat absolut nicht funktioniert, da mir der Charakter natürlich ziemlich egal gewesen ist. Entweder hätte man ihn besser aufbauen müssen, oder man hätte ihn am Anfang so kurz nebenbei erwähnt und dann später sterben lassen. Hier haben sie ihn 0815 eingeführt und direkt danach abserviert. Nicht gut und ziemlich sinnfrei, da es so keine Wirkung erzielt hat. Dass Ayako weggezogen ist...joa, hat mich nicht wirklich interessiert.
      Das Wort, was im zweiten Teil, ziemlich stark thematisiert wurde, "Heimatliebe", fand ich ziemlich gut und auch größtenteils nachvollziehbar (wobei ich hier daran denken muss, dass die nichtmal wussten, dass dort eine Containersiedlung in der Nähe existiert - hat zwar nicht zwangsläufig damit zu tun, aber trotzdem...). Ich bin vor einem Jahr selbst erst von meinem ländlichen Raum in die größere Stadt gezogen, aber wusste natürlich bereits, dass es nicht so toll werden wird. (Die Luft in einer größeren Stadt ist wirklich nicht gut, dabei lebe ich schon im "grünen" Teil. Es ist schon schade, dass die Leute, die nie mal rauskommen, es nicht besser wissen und daher nicht vergleichen können.) Sicherlich würde ich nicht sagen, dass ich "Heimatliebe" besitze, aber gerade das Thema war im Manga aus meiner Sicht dann doch am realistischsten. Dass jedoch jede Hauptfigur ihren Weg findet, der genau damit zu tun hat (dort Reis anbauen, dort Kinder lehren, dort Frauen therapieren, dort als Politikerin aktiv sein), fand ich dann doch etwas überzogen. Apropos Politiker...wenn es um Inkompetenz geht, bin ich wahrscheinlich einer der ersten, der einen Stein wirft, jedoch war es schon etwas unangemessen, mit denen so hart ins Gericht zu gehen. Das fand ich wieder extrem irrationales und naives Denken. Zum Glück wird Fumi dann das Ganze am eigenen Leib erfahren und ich wäre ja gespannt, was sie denken würde, wenn sie Leute hört, die so etwas über ihre Arbeit sagen. Der Manga präsentiert alles natürlich nur aus einer Sichtweise, aber auch hier hätte ich mir mehr kritischeres Denken gewünscht.
      Was den Schluss angeht, so hat man ihn meiner Meinung nach eindeutig verpasst. Die Ansprache in der Schule hätte definitiv das Letzte sein müssen, was im Manga vorkommt. So hat man diese Möglichkeit leider verspielt...und auch mit der zweitbesten, dass sich die Hauptcharaktere an dem Sonnabend mit den Haarspangen treffen, hätte man noch was machen können, aber das wurde ebenso ignoriert. Ansonsten kam Ayako zurück...meh. Moe war wieder da (zu Besuch), hm, ja, ok, weder positiv noch negativ.
    • Also mir haben Ayaka und Inoue zusammen gefallen und wie ich schon mal bei den ersten Kapiteln geschrieben habe ebenso, dass das Hauptaugenmerk eben nicht auf den Liebesgeschichten lag. Außerdem hat damit eben nicht jede von den vieren eine Liebesgeschichte, denn Moes Beziehung war zum einen arrangiert und ist zum anderen eh beendet.
      Bei Ayakas Geschichte fand ich es schon etwas merkwürdig, dass sie sich erst gegen den Wegzug wehrt, dann, als sie die Möglichkeit hat doch zu bleiben, trotzdem geht, nur um dann wieder ein paar Monate später zurück zu kommen. Da hätten die Beweggründe einfach besser ausgearbeitet werden müssen.
      Das mit dem Opa fand ich vom Zeitrahmen her in Ordnung. Trotz des kurzen Kennenlernens hat er mir gut vermittelt, was für ein Päckchen die Menschen aus den stark betroffenen Gebieten tragen.

      Was die Heimatliebe betrifft, hat das für mich einen ähnlichen Aspekt, wie Mayus Wunsch, den Betrieb ihres Vaters zu übernehmen. Vor der Katastrophe wollten viele in die weite Welt hinaus, danach sind sie bereit da zu bleiben und ihre Heimat wieder auf zu bauen. Und ich finde den Aspekt durchaus interessant. Warum empfindet man als junger Mensch plötzlich Heimatliebe, nachdem eine Katastrophe geschehen ist? Sieht man erst im zerstörten Zustand, wie toll und wertvoll die Heimat vor der Katastrophe war? Hat man in der großen Welt einfach nur die Herausforderung gesucht und braucht das nicht mehr, weil die größere Herausforderung vor der eigenen Haustür ist?

      Überzogen fand ich vor allem Moes Ende. So instabil wie sie ist, will sie Psychologin werden? Alle vier finden in sich den Willen und die Kraft, ihre Heimat wieder auf zu bauen? Unglaubwürdig. Da hätte ich es realistischer gefunden, wenn Moe eben nicht zurückgekehrt wäre und woanders ihr Glück versucht - vielleicht immer mit einem schlechten Gewissen verbunden, dass sie nicht die Kraft dazu hatte, das zu tun, was ihre Freundinnen tun. Dass das eben nur drei von vier schaffen, hätte ich um einiges glaubwürdiger gefunden.

      Genauso hat mich gestört, dass auf Fumi schon großes gesetzt wird, bevor sie überhaupt angefangen hat zu studieren. Bei dem Eindruck, den sie charakterlich bei mir hinterlassen hat, würde ich eher mal nicht zu viele Erwartungen in sie setzen. Klar, ist ihr Wunsch, es zu versuchen, löblich, aber ich habe da auch meine Zweifel, dass sie so großes bewirken kann, wie sich alle (aus mir unerklärlichen Gründen) versprechen.
    • keisuke schrieb:

      Außerdem hat damit eben nicht jede von den vieren eine Liebesgeschichte, denn Moes Beziehung war zum einen arrangiert und ist zum anderen eh beendet.
      Klar, war doch auch eine Liebesgeschichte, um die es ging. Der Ausgang ist in dem Fall ja egal.

      keisuke schrieb:

      Das mit dem Opa fand ich vom Zeitrahmen her in Ordnung. Trotz des kurzen Kennenlernens hat er mir gut vermittelt, was für ein Päckchen die Menschen aus den stark betroffenen Gebieten tragen.
      Er hat es meiner Meinung nach nur gezeigt, aber einen Eindruck hat es absolut nicht hinterlassen, da es eben zwei Minuten nach dem Kennenlernen passiert ist. Bei Ayako war es ja dasselbe, dass sie im Manga quasi direkt zurückgekehrt ist.

      keisuke schrieb:

      Warum empfindet man als junger Mensch plötzlich Heimatliebe, nachdem eine Katastrophe geschehen ist? Sieht man erst im zerstörten Zustand, wie toll und wertvoll die Heimat vor der Katastrophe war? Hat man in der großen Welt einfach nur die Herausforderung gesucht und braucht das nicht mehr, weil die größere Herausforderung vor der eigenen Haustür ist?
      Das sind so auch meine Antworten, zu denen ich tendieren würde.

      keisuke schrieb:

      Überzogen fand ich vor allem Moes Ende. So instabil wie sie ist, will sie Psychologin werden?
      He he. Es stimmt schon, dass man manchmal besser helfen kann, wenn man bereits in der Situation gewesen ist, aber ich gebe dir da absolut recht.

      keisuke schrieb:

      Genauso hat mich gestört, dass auf Fumi schon großes gesetzt wird, bevor sie überhaupt angefangen hat zu studieren. Bei dem Eindruck, den sie charakterlich bei mir hinterlassen hat, würde ich eher mal nicht zu viele Erwartungen in sie setzen. Klar, ist ihr Wunsch, es zu versuchen, löblich, aber ich habe da auch meine Zweifel, dass sie so großes bewirken kann, wie sich alle (aus mir unerklärlichen Gründen) versprechen.
      Hatte ich mir auch gedacht, als das die Lehrerin zum Direktor gesagt hat. Einen guten Politiker machen viele Sachen aus und wie gesagt...viel Spaß im politischen System ^^
    • So, jetzt schreibe ich sage ich auch mal was. ^^ (Bin Gestern einfach nicht mehr dazu gekommen.)

      So wie die erste Hälfte, finde ich die zweite ganz gut aber auch nicht mehr.
      Am meisten hat mir die Szene am Ende gefallen, als Fumi von der Zukunft geträumt hatte. Finde solche Zukunftsblicke generell immer cool, weil man dann sieht, was aus den Charakteren optisch geworden ist. :D
      Aber wo wir gleich bei Fumi sind muss ich auch mal ein bisschen "meckern". Ich zweifle nämlich dran zu glauben, dass ein 18 Jahre altes Mädchen so krass philosophieren kann und die Herzen der Leute da in dem Camp so berühren kann. Klar ist es sinnlos, wenn es ein anderer älterer Char machen würde, der keinen Bezug zu der Hauptstory hat, aber hat Fumi denn schon genügend Erfahrung um über so etwas so zu sprechen? Auch ihre Entscheidung in die Politik zu gehen hat mich eher an mich selbst erinnert, wenn ich mir irgendwelche Ziele setze und dann doch iwann sage "Neeee". Letztendlich hat sie ja an ihrem Wunsch festgehalten, trotzdem fand ich ihre teilweise plötzliche Entscheidung irgendwie zu überflogen. (Hoffe ihr versteht es. xD)

      keisuke schrieb:

      Bei Ayakas Geschichte fand ich es schon etwas merkwürdig, dass sie sich erst gegen den Wegzug wehrt, dann, als sie die Möglichkeit hat doch zu bleiben, trotzdem geht, nur um dann wieder ein paar Monate später zurück zu kommen. Da hätten die Beweggründe einfach besser ausgearbeitet werden müssen.
      Fand ich auch recht komisch. Zuerst mega drauf beharren ihren Eltern keinen Schwierigkeiten machen zu wollen; dann aber trotzdem später zurückkommen und erzählen, dass sie mit ihren Eltern drüber geredet hat. Schon unlogisch. ?(

      Johan schrieb:

      Hatte ich mir auch gedacht, als das die Lehrerin zum Direktor gesagt hat. Einen guten Politiker machen viele Sachen aus und wie gesagt...viel Spaß im politischen System
      Eben. Woher will die Lehrerin dass denn wissen? Bis auf paar lustige Vorschläge, hat sie noch nichts krasses gemacht, was sie dafür qualifizieren könnte.
    • Johan schrieb:

      keisuke schrieb:

      Überzogen fand ich vor allem Moes Ende. So instabil wie sie ist, will sie Psychologin werden?
      He he. Es stimmt schon, dass man manchmal besser helfen kann, wenn man bereits in der Situation gewesen ist, aber ich gebe dir da absolut recht.
      Ich streite ja auch nicht ab, dass es durchaus hilft, wenn man sich gut in eine Situation hinein versetzen kann, weil man sie selbst bereits erlebt hat. Aber man muss halt auch selbst stabil genug dafür sein und dass Moe wieder zu wirklicher Stärke findet, wurde nicht erzählt.

      Hattori schrieb:

      Aber wo wir gleich bei Fumi sind muss ich auch mal ein bisschen "meckern". Ich zweifle nämlich dran zu glauben, dass ein 18 Jahre altes Mädchen so krass philosophieren kann und die Herzen der Leute da in dem Camp so berühren kann. Klar ist es sinnlos, wenn es ein anderer älterer Char machen würde, der keinen Bezug zu der Hauptstory hat, aber hat Fumi denn schon genügend Erfahrung um über so etwas so zu sprechen? Auch ihre Entscheidung in die Politik zu gehen hat mich eher an mich selbst erinnert, wenn ich mir irgendwelche Ziele setze und dann doch iwann sage "Neeee". Letztendlich hat sie ja an ihrem Wunsch festgehalten, trotzdem fand ich ihre teilweise plötzliche Entscheidung irgendwie zu überflogen. (Hoffe ihr versteht es. xD)
      Das ist das, was ich auch schon beim ersten Teil meinte, dass Fumi halt mehr ein Plot-Device ist, das dazu herhalten muss, um verschiedene Geschichten mit ihr zu erzählen, ob die jetzt charakterlich zusammen passen oder nicht.
    • Neu

      tut mir leid, zu spät, aber diese Woche ist bei mir der totale Stress.

      Ich fand die zweite Hälfte weniger überzeugend als die erste.

      Ayakas Abschnitt hat mich weniger bewegt.

      dass der alte Herr Selbstmord begeht, wusste ich schon seit den ersten ersten paar seiten des buches - wegen der falschen bindung des ersten Exemplars. Da würde ich vor vollendete Tatsachen gestellt und war anschließend gespannt, wie das im richtigen Fluss dargestellt wird - mir ging das auch zu schnell.

      Der neue war ok...
      Die containersiedlung (und dortige kontroverse) finde ich an sich extrem interessant, aber dass Fumi sie gesehen hat und es sie dann doch ganz plötzlich schert, was in Japan passiert, das fand ich heftig kurfristig und unglaubwürdig. So hatte sie sich mir bis dahin nicht gezeigt, hätte sie anders eingeschätzt (dass sie mitleidig wird, sich fragt was man machen könnte, zum Schluss kommt, dass Sie ohne Ausbildung nichts machen kann und es dann lässt).
      Außerdem macht sie dann voll den egotrip draus, sie hätte ihre bandmitglieder ja schon fragen können, ob sie gemeinsam singen wollen - das Lied schien ja allgemein bekannt.

      Dass sie dann auf eine Bemerkung ihres Bruders hin beschließt Politikerin zu werden, hat mich ehrlich gesagt geärgert. Was genau studiert sie denn jetzt? Nirgendwo erwähnt. Bestimmt Politikwissenschaft? Gerade Leute, die pw studieren und Politiker werden wollen, kann ich nicht ab.
      Immerhin hat sie etwas miterlebt (wenn auch nicht so nah wie ihr Freund und ayaka) in Fukushima und dem Wiederaufbau. Das ist ein Anfang, aber meiner Meinung nach braucht man Lebenserfahrung und menschenkenntnis um in der Politik tätig sein zu können - sie fängt direkt nach der schule mit dem studieren an, wie will sie je mal unter die Menschen kommen? Sie geht dafür weg aus Fukushima, für das sie ihre Politik machen will, wo bleibt da die Nähe zu ihren Inhalten?
      Man kann beschließen sich politisch zu betätigen, aber um Politikerin zu werden, muss man von Menschen gewählt werden. Ich will niemanden wählen, der nicht ein bisschen eigene Ausstrahlung durch Erfahrung hat sammeln können - Fumi strahlt für mich das teils teilnahmslose, teils übereifrige Kind aus, das noch zu wenig Ahnung hat um Boden unter den Füßen zu finden.

      Und dass das auch noch alle befürworteten und Erwartungen an sie haben, ist absolut nicht sinnvoll, da stimme ich euch zu.

      Die Abschlussfeier war ganz nett, schätz ich.

      Aber ich kann auch nur noch unterschreiben, dass ich nicht zu Moe als psychaterin würde gehen wollen. Wobei viele psychologiestudenten wohl eh nur was über sich selbst lernen wollen, ob sie sich das eingestehen oder nicht...
      "Beauty lies in the eye of the beholder."
      (William Shakespeare)