Faun

    • Faun sind eine 1999 gegründete Pagan-Folk-Band (den Begriff "Pagan-Folk" haben sie selbst erfunden), die neben selbstgedichteten Liedern (meist Balladen) traditionelle Lieder und Stücke aus unterschiedlichen Ländern vertonen. Zur langjährigen "Stammbesetzung" gehören Oliver Pade (alias Oliver SaTyr), Fiona Rüggeberg, Rüdiger Maul (Percussion/Schlagzeug) und Niel Mitra (Synthesizer). Nach dem Weggang von Elisabeth Pawelke gab es einige Sängerinnenwechsel (Sandra Elflein, Margarete "Rairda" Eibl); mittlerweile singt in der Regel Sonja Drakulich auf den Unplugged-Konzerten und Katja Moslehner auf allen anderen. Außerdem kam 2012 Stephan Groth zu der Band hinzu.

      Diskographie:
      2002: Zaubersprüche - Anspieltipps: Nechein Man, Das Schloss am Meer
      2003: Licht - Anspieltipps: Andro, Ne Aludj El, Egil Saga (mein Lieblingslied)
      2004: Lichtbilder (DVD) - einfach schön, kann ich mir immer wieder anschauen
      2005: Renaissance - Anspieltipps: Satyros, Da que deus, Das Tor
      2007: Totem - Anspieltipps: Tinta, Unicorne, Zeit nach dem Sturm
      2007: Ornament (DVD)
      2008: Faun & The Pagan Folk Festival (Live-CD) - Anspieltipps: Love's Promise, Sahhara, Aisi Sisikka
      2009: Buch der Balladen (Acoustic-CD ohne selbstgeschriebene Lieder) - Anspieltipps: Sigurdlied, Tanz über die Brücke, Jahrtausendalt
      2011: Eden - Anspieltipps: Lupercalia, Zeitgeist, Hymn to Pan (mein Lieblingsalbum)
      2013: Von den Elben - Anspieltipps: Schrei es in die Winde, Andro II (das Album, das ich am wenigsten mag)
      2014: Luna (erscheint im September)

      Die Bandmitglieder von Faun sind mir total sympathisch, seit ich sie zum ersten Mal auf der DVD Lichtbilder gesehen habe. Ich mochte alle Alben und die meisten Songs darauf - besonders Licht und Renaissance -, bis dann 2011 Eden erschien, von dem ich schlicht verzaubert war: wunderbare Lieder (der Songwritingprozess hat letztlich auch 4 Jahre gedauert!) und ein ausführliches, kunstvoll gestaltetes Booklet mit jeder Menge Hintergrundinformationen, was will man mehr?

      Dann wechselten Faun zu Universal Music. Es gab natürlich sofort dieselben Unkenrufe wie bei allen Bands, die je von einem Independent- auf ein Major-Label gewechselt sind. Ich wollte das alles nicht glauben, weil Faun doch immer Faun waren und immer diese wunderbar-verträumte Musik gemacht hatten. Der Release von Von den Elben hat die Schwarzseher aber im Grunde bestätigt: Die einzigen Stücke, die mir wirklich gefielen, waren welche, die ich so ähnlich schon gehört hatte ("Von den Elben", damals auf Licht auf Mittelhochdeutsch und nun auf Deutsch vertont; Andro II, eine Weiterentwicklung des Andro auf Licht und "Schrei es in die Winde", eine Adaption von Eluveities großartigem "Omnos"). Dass mir das Lied "Tanz mit mir" nicht gefallen würde, war mir schon klar, als ich den ersten Song-Snippet davon hörte, und als ich dann las, was im Booklet dazu stand, war mir auch wirklich alles klar:

      Obwohl wir gewöhnlicher Weise eher mit Hilfe von Musik und Zauberkraut ums Feuer tanzen, haben wir uns hier auf Wunsch unserer Plattenfirma einem weit verbreiteten Thema des Mittelalters gewidmet: Dem Wein. Da Oliver und Stephans Gesang in diesem Kontext einfach zu lyrisch waren, sind wir froh, dass wir hier die perfekte Unterstützung für den männlichen Part des Trinkliedes gefunden zu [sic] haben: Björn Both von Santiano.

      Ich halte es ganz entschieden für gar kein gutes Zeichen, wenn die Plattenfirma anfängt, Musikern in ihre Musik reinzupfuschen. Okay, bei irgendwelchen Popsternchen mag das ganz normal sein, aber doch nicht bei Folk- oder Metal-Bands!

      Faun haben zwar beteuert, das sei eben das erste Album bei einem Major-Label gewesen, da habe man schon Konzessionen machen müssen und bei ihrem nächsten Album könne man sich wieder ganz auf die eigene Musik konzentrieren. Die ersten Snippets, die ich vom kommenden Album Luna gehört haben, wirkten auf mich aber ähnlich poppig-weichgespült wie schon die meisten Songs auf Von den Elben. Ich bin mal gespannt, ob sich meine Befürchtungen bewahrheiten… Auch wenn sie das tun, werde ich Faun sicher weiter aus den Augenwinkeln im Blick behalten - immerhin waren sie mal eine meiner Lieblingsbands. Aber der Zauber … der Zauber ist erst mal dahin. Schade.

      Wie findet/fandet ihr Faun? Wie steht ihr zu Faun seit Von den Elben?
      "... and then off to violin-land, where all is sweetness and delicacy and harmony ..."
      -- Sherlock Holmes to Dr. John Watson in Arthur Conan Doyle's "The Red-Headed League"

      "Each of us has Heaven and Hell in him, Basil," cried Dorian with a wild gesture of despair.
      Oscar Wilde: The Picture of Dorian Gray. Chapter 13.
    • In meiner CD-Sammlung befindet sich nur ein Exemplar von Faun: "Re | Vealed". "Belle Dame Sans Merci" gefällt mir da am meisten.
      Ich finde es schade, dass sich eine von deinen Lieblingsbands so sehr in eine andere Richtung entwickelt.
      Sag mal, hast du die DVD, die dem Sonic Seducer Jahresrückblick 2012 beilag? Darauf befindet sich ein Interview mit Faun.
    • Ja, Eden Re|Vealed besitze ich auch; das war ja mal eine Sonic Seducer-Beilage. Ich mag die CD mit den Remixen sehr gern, so wie ich ja auch Eden sehr mag. (Okay, "Satyros" ist von Renaissance und die "Belle Dame Sans Merci" vom Buch der Balladen, aber auch das sind schöne Alben.)

      Anmafan schrieb:

      Sag mal, hast du die DVD, die dem Sonic Seducer Jahresrückblick 2012 beilag? Darauf befindet sich ein Interview mit Faun.

      Nein, diese DVD habe ich leider nicht.

      Mittlerweile wurde übrigens ein erstes Video von Luna veröffentlicht, zu dem Lied "Walpurgisnacht": clipfish.de/musikvideos/video/4111026/faun-walpurgisnacht/
      Vielleicht bewahrheitet sich meine Schwarzseherei ja doch nicht… Der Refrain ("He-o…") gefällt mir zwar nicht so, aber es sind doch sehr schöne Melodiebögen dabei ("In den Weiden werden unsre Träume klingen…")
      Ich hoffe es!
      "... and then off to violin-land, where all is sweetness and delicacy and harmony ..."
      -- Sherlock Holmes to Dr. John Watson in Arthur Conan Doyle's "The Red-Headed League"

      "Each of us has Heaven and Hell in him, Basil," cried Dorian with a wild gesture of despair.
      Oscar Wilde: The Picture of Dorian Gray. Chapter 13.
    • Am Anfang erklärt Oliver, dass sie mehr auf die Inhalte eingehen, denn er denkt, dass es heutzutage wichtiger denn je ist, ein Bewusstsein für die Umwelt zu erwecken, die einen umgibt.
      Es wird dann angesprochen, was die Band denn so für Pläne nach "Eden" hat. Daraufhin sagt Oliver, dass durch neue Mitmusiker neues Input da ist. Meine Interpretation ist, dass das vielleicht mit ein Grund ist, warum es bei ihren Liedern so eine Veränderung gab. Inzwischen müssten sie sich aneinander gewöhnt haben, denke ich. Bei der aktuellen Ausgabe von Orkus ist Faun auf dem Titelbild und da steht "Eine Besinnung auf die eigenen Wurzeln". Zwar kann mein Laptop das Video nicht abspielen, aber ich denke mal, dass du recht hast und sich die Vorhersage nicht erfüllen wird.