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  • Mein Bett und ich führen eine, nennen wir es ruhig bewusst, schwierige Borderline Beziehung. Kennen gelernt habe ich es jetzt vielleicht vor wenigen Jahren. Und anfangs waren wir auch sehr glücklich.


    Jeder hatte seinen Freiraum, ich konnte meiner Arbeit und meinen Hobbys nachgehen. Ja ich hatte sogar die Möglichkeit andere Menschen zu treffen. Es waren die gewissermaßen glücklichsten Monate in unserer Beziehung, denn wenn ich abends oder in den frühen Morgenstunden zu ihm kam, freuten wir uns aufeinander und bekuschelten uns gegenseitig.


    Leider musste ich inzwischen feststellen, dass von beiden Seiten eine leichte bis mittelschwere Disharmonie ausgeht. Dieser Umstand alleine wäre nicht wirklich schlimm. Jede Beziehungen hat ihre guten Zeiten und schwierigen Phasen. Was also lässt mich darauf schließen dass wir die typische Klischee behaftete, toxische Borderline Beziehung führen, die dazu führt dass wir uns selbst, als auch gegenseitig, manchmal sogar bewusst verletzen ?


    Ich glaube erstmals aufgefallen ist es mir, als ich mich nach einer längeren Zeit mal wieder hinein legte, und es mich mit zerwühlten Laken piesakte. Diese sorgten für hässliche Druckstellen in meinem Rücken. Überhaupt war es nicht so anschmiegsam wie sonst. Die Matratze lag oftmals schief und ich bekam den Eindruck als wolle es mir keinen ruhigen Schlaf gönnen. Alles nur damit ich ihm mehr Zeit widme und es verwöhne und pflege.


    Zunächst drängte sich mir der Eindruck auf, dass es einfach nur Eifersucht war, wie sie in jeder Beziehung mal vorkommen kann. Schließlich hatte ich ja auch meinem Bett davon erzählt, dass ich bei einem Freund Urlaub gemacht hatte und in einem anderen Bett schlafen musste. Jeder der mich kennt wird dass verstehen. Ich bin einfach kein Typ für nackte Tatsachen, als dass ich mich in Blöße auf den Boden legen würde. Mein Bett schien anderer Meinung zu sein und gab mir das deutlich zu spüren.


    Ich bin mir nicht sicher was genau mich dazu veranlasste. Vielleicht war es Rachsucht, oder ich wollte ihm beweisen dass ich auch ohne es auskomme. Jedenfalls vernachlässigte ich mein Bett eine Zeit lang. Man merkte wie unsere Beziehung spürbar Berg ab ging und eine beständige Kälte zwischen uns herrschte. Ganz besonders schlimm war es den Abend, an dem es mich erwischte wie ich mit dem roten Sofa im Flur fremd ging, von dem ich ihm immer erzählt hatte wie hart es zu mir war, und dass ich mit meinem geliebten Bett sehr viel glücklicher war.


    Mittlerweile grenzt dass was wir tun an selbst verletzendem Verhalten. Ich verbringe deutlich weniger Zeit mit ihm als in den letzten Wochen, und wenn wir uns mühsam versuchen zusammen zu reißen, dann schenkt es mir keinen wirklich erholsamen Schlaf, ächzt oftmals sogar unter mir und wirft mich sprichwörtlich unausgeglichen aus den Federn...und das obwohl ich mir zu 100 % Sicher bin, dass es mich genau so vermisst, wie auch die früheren Zeiten, so wie ich auch.


    Ich hab meinen Computerstuhl um Rat gefragt, weil der nicht nur mein bester Kumpel ist, sondern auch ein Freund mit dem ich die Pferde stehlen kann. Jedoch hatte er mir klar zu verstehen gegeben, er kenne nur die...ich zitiere...“Arschseite“ von mir, und hätte durchaus Verständnis für mein Bett.


    Kurzum...eine Beziehung ist echt nicht einfach, viel Arbeit und man muss Tag für Tag zusammen daran arbeiten, dass man Verständnis, Liebe und Zeit füreinander aufbringen muss, und das trotz Depressionen und durch gelegenen Matratzen.


    Vielleicht hat euch jemand ähnliche Erfahrung mit dem eigenen Bett gemacht und kann uns bei unserem Problem helfen. Mein Bett und ich wären für jede Hilfe dankbar. Bisher war mein Ansatz darüber nachzudenken eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Doch irgendwie schien das Thema “Probleme mit meinem Bett-Partner” für Irritation statt Tolleranz und Verständnis zu sorgen. Dabei ist guter, erholsamer Schlaf doch so wichtig!!


    Psychotherapie oder Stationäre Behandlung ist auch schwierig, denn ich kann mein Bett nicht mitbringen, damit wir als Paar an dem Problem arbeiten können. Selbstverständlich würde ich mein Bett nie ausgrenzen wollen. Ich liebe es! Und daran soll sich nichts ändern!


    Tja, ihr seht mein Dilemma. Sagt mir gerne eure Meinung dazu.

    Euer Thomas