Neben dem Lesen wird auch das Schreiben und sogar die Sprache mit beeinflusst. Leute, die "Geh ma Pause ALDI!" sagen oder in ähnlich abgehackter Manier sprechen, haben wahrscheinlich noch nicht so viele Bücher in ihrem Leben gelesen.
Ansichtssache.
Ich habe als Kind extrem viele Bücher gelesen, da ich nicht wie "normale" Kinder nach der Schule RTL2 gucken konnte und während der Woche auch keinen Computer oder eine Playstation zum Zocken hatte.
Trotzdem rede ich ziemlich oft so. "Ey lass ma Lidl" und sowas.
Aber ich kann mich eben auch gewählt ausdrücken, und meine Rechtschreibung ist flawless. Das würde ich eindeutig auf das viele Lesen zurück führen, da mein Bruder zB seeehr ungerne liest und diese beiden Kompetenzen eher weniger besitzt.
Ich würde also schon sagen, dass es wichtig ist in der Schule zu lesen, aaaber: Man muss es den jungen Menschen schmackhaft machen.
Bücher wie 'Tauben im Gras', 'Die Budenbrooks' oder 'Iphigenie auf Tauris' sind literarischer Klassiker, klar. Aber sie sind nicht mehr zeitgemäß, und aufgrund ihres Alters und dem Sprachwandel schon fast in einer Fremdsprache verfasst, die wenige Schüler heutzutage wirklich verstehen.
Außerdem hat da auch keiner Bock drauf. Ich für meine Teil z.B, hatte Deutsch-LK, habe aber keine der Lektüren jemals gelesen. Ich habe einfach die Wikipedia-Zusammenfassungen der Romane überflogen, und es reichte sogar für eine akzeptable Abiturnote.
Ich würde daher behaupten, es wäre sinnvoller, moderne und interessantere (für Jugendliche) Bücher für den Schulunterricht zu wählen.
So gibt es sowohl im deutschsprachigen Bereich jede Menge talentierte Autoren mit würdigen Büchern (z.B. Cornelia Funke mit der Tintenherz-Saga) oder aber auch übersetze Werke, die mittlerweile ohne Frage als moderne Klassiker zählen dürften (J. R. R. Tolkien - Herr der Ringe, Der Hobbit // J. K. Rowling - Harry Potter).
Ich denke, das solche Bücher die Schüler auf jeden Fall deutlich mehr motivieren dürften als alte Schinken, mit denen sich Schüler heutzutage nicht mehr identifizieren können.
Und wenn die Schüler durch solche interessanten Bücher merken, dass Lesen Spaß machen kann, dann versuchen sie es vielleicht auch mal außerhalb der Schule.
Aber wer mit langweiligen Lektüren ans Lesen herangeführt wird, der wird nur sehr unwahrscheinlich auch außerhalb der Schule zu einem Buch greifen.




