Benjiro Misaki
[Soetwas hatte sich tatsächlich noch keiner getraut.]
Ohne nachzudenken und obwohl er etwa einen halben Kopf größer ist als ich, greife ich nach Shuuseis Arm, dreh in ruckartig um, hole mit der anderen Hand aus und bremse meine Faust direkt vor seiner Nase. Dann lasse ich meine Faust sinken und ohne ihn loszulassen, fange ich einfach an ihn anzuschreien.
„Was bildest Du aufgeblaserner Möchtegernheld Dir eigentlich ein?! Du glaubst wohl, dass Du alles weißt. Wer sagt denn, dass ich freiwillig mitgefahren bin? Wer sagt denn, dass das chillen ist und wer sagt denn, dass ich zu Hause nur lese??!! Du kennst mich doch überhaupt nicht. Du lebst in Deiner schönen heilen Welt und hast null Ahnung wie es in der Realität aussieht.“
In dem Moment wird mir bewusst, dass ich schreie und sich bereits ein paar Mitschüler nach uns umdrehen.
[Verdammt, warum ist das denn passiert? Hätte er mich nicht einfach in Ruhe lassen können. Ich habe ihm doch überhaupt nichts getan.Dämlicher Egoist, hauptsache er muss nicht mit Inyong in eine Gruppe, mehr interessiert ihn doch gar nicht. Wenn ich doch nur wüsste wie es Ayumi geht. Ayumi …. Ich muss nach Hause.]
Meine Gedanken drehen sich im Kreis und mir wird schwindelig. Damit Shuusei nicht sieht, dass mir Tränen in die Augen schießen, senke ich meinen Kopf und schau auf den Boden. Ich lasse seinen Arm los, hole einmal tief Luft und rede ruhig und leise weiter.
„Entschuldige, ich wollte nicht schreien. Warum tust Du das? Habe ich Dir irgendwas getan, außer, dass es Dir missfällt, dass ich keinen Bock auf diese kindische Schnitzeljagd habe? Freunde sagst Du, Totsuka? Freunde gibt es doch nur in Märchen und Geschichten. Und von meinen Problemen gebe ich Dir gern mal welche ab, damit Du weißt wie das ist echte Probleme zu haben.“
Ich hole nochmal tief Luft, wisch mit meinem Arm über mein Gesicht und schau ihn wieder an.
„Ok, wenn ich mit Euch mitgehe, lässt Du mich dann für den Rest der Klassenfahrt in Ruhe? …bitte.“