Seit mehreren Jahren interessiert mich die Thematik Post-Apokalypse. Was Animes dazu anbelangt, so habe ich mich bisher noch nicht gezielt durch eben solche Filme und Serien gekämpft. Kann also sein, dass ich irgendwann mal im "Was könnt ihr mir empfehlen"-Thread dazu wieder eine Anfrage starte. Wenn ich genau überlege, habe ich dennoch schon einiges hinter mir. Ich sehe Cyberpunk ja selbst auch als eine post-apokalyptische Welt an, da dort erdachte Zukunftsvisionen in Bezug auf den technischen Fortschritt kritisch behandelt werden.
Was die nukleare Post-Apokalypse betrifft, so kann ich noch Coppelion erwähnen. Aber generell gibt es weitaus mehr Anime, welche ähnliche Szenarien behandeln wie z.B. Origin - Spirits of the Past oder Gall Force.
Mich beschäftigt schon länger die Frage, ob man diese Thematik im Anime als eine Art Aufarbeitung der eigenen Geschichte interpretieren könnte?
Ich denke schon, dass dies in dem ein oder anderen Fall Absicht ist. Besonders historische Dramen, welche auf den ersten oder zweiten Weltkrieg bzw. die Zeit danach ausgelegt sind, dienen als eine Art Mahnung. Ist ja nicht anders, als mit westlichen Kriegsdramen. Dass man dies nur zur Unterhaltung produziere, würde bestimmt kein normaler Mensch sagen. In Sachen Zukunftsszenarien ist das meines Erachtens nicht ganz so deutlich zu erkennen. Zum Beispiel haben wir da auf der einen Seite Ergo Proxy und auf der anderen Seite Gall Force. Soweit ich mich zurückerinnere ist der erste Anime wesentlich mehr auf die Reise der Hauptprotagonisten und der Findung des Selbst fokussiert, während bei dem Chrakatergewusel von Gall Force quasi ständig auf das Problem des menschlichen Egoismus und die damit einhergehende Zerstörung der Welt eingegangen wird. Und das geht ja nicht nur Japan was an, es geht die ganze Welt was an.
Ich bin zwar nicht so einer, der sagt "Wir müssen die Erinnerungskultur erhalten, damit wie diese schrecklichen Fehler nie wieder begehen!", ich kann jedoch eine solche Aufarbeitung in Anime und überhaupt in der Kunst verstehen. Aber das muss nicht zwingend "jede künstlerische Bewegung" beeinflussen, die nach dem Krieg entstanden ist. Als Künstler (Mangaka) steht es einem frei, ob man die Post-Apokalypse thematisiert oder seine Werke mit einer ganz anderen Note versieht. Egal ob jung oder alt.