Unsere Welt ist einfach vernetzter geworden. Aber wie so vieles, hat eine solche Entwicklung auch Schattenseiten. Dass man jemandem folgt, ist ja eigentlich schon selbstverständlich. Man wird dann jedesmal benachrichtigt, wenn Person X ein neues Selbstportrait (im allgemeinen Sprachgebrauch auch Selfie genannt) hochgeladen hat und gibt diesem natürlich sofort eine positive Bewertung. Ach, was ich nicht alles sehe, wenn die Fahrgäste neben mir in der Bahn bei Facebook die Beiträge durchrattern
Ich kann mir da echt nur an den Kopf fassen. Natürlich habe auch ich meine Idole. Für mich ist das aber noch kein Grund, ihnen auf allen denkbaren Plattformen zu folgen. Die einzigen sozialen Netzwerke, in denen ich aktiv bin, sind YouTube und die ACG. Mehr brauch' ich nicht. Wäre ich bei mehr Sozialen Netzwerken aktiv, würde ich mich einfach noch mehr ans Internet binden und persönliche Daten preisgeben. Deswegen, werde ich mich nie im Leben bei Facebook registrieren.
Sehr ihr einen Unterschied bezüglich Einsamkeit und Alleinsein?
Klar. Ich, als "antisozialer" Mensch (so stufe ich mich ein), habe überhaupt kein Problem mit dem Alleinsein. Klar interagiere ich mit meinen Kollegen oder Familie. Wir machen Witze und helfen uns gegenseitig. Dennoch genieße ich es mehr, alleine zu sein, da ich introvertiert bin. Einsam wäre ich wirklich, wenn ich niemanden hätte, der mich kennt, und mir demzufolge auch nicht zur Seite stehen kann, wenn ich mal Hilfe brauche. Doch ich vermute, dass so etwas auch Definitionssache ist. Für jemanden, der ständig online und stolz auf seine Tausend Freunde ist (überspitzt gesagt), für den ist die Einsamkeit schon schnell erreicht, da niemand da ist, der ihn mit Herzen lobt.



