Beiträge von Freigeist

    Es hat sich gelohnt. Dieser Anime hat mich von seinem Potenzial überzeugt.

    Dennoch verlief der Anfang relativ schleppend. Ich fand die erste Hälfte des Anime nicht besonders spannend. Die Episoden wirkten am Ende immer als "abgeschlossen", sodass für mich nur ein schwacher Reiz da war, den nächsten Teil der Geschichte zu erfahren. Das endete zur Hälfte. Dort wird etwas Großes geschehen. Ab diesem Zeitpunkt bekam ich dann immer mehr Lust zum Schauen. Und es hat sich auch ausgezahlt.

    Die 74 Folgen lassen enorm viel Spielraum für die Ausarbeitung der Charaktere und der Geschichte, wo es vor allem um die Vergangenheit geht. Diese wird stückchenweise Preis gegeben und man muss diese zusammen puzzeln. Ich erwartete eigentlich, dass die Handlung in dem Sinne verwirrend sei, dass man sie noch interpretieren müsse. Dem ist nicht so. Die dort vorgeführten Informationen sind sachlicher Natur, was deren Verständnis erleichtert. Doch sie sind in einer enormen Fülle vorhanden. Die Vergangenheit, die sich um die Zwillinge rankt, ist detailliert ausgetüftelt worden und erschwert somit das Einsetzen der passenden Puzzelstücke. Mit dem Fortlauf der Geschichte trifft man auch auf jede Menge Personen. Mal sind es nur Nebencharaktere, mit denen der Anfang einer Episode eingeleitet wird, manchmal sind es Personen, die einen durch den Anime bis zum Schluss begleiten werden. Somit wird auch ersichtlich, dass unser herzensguter Hauptcharakter Kenzo Tenma nicht nur Feinde, sondern auch Freunde findet, die an seiner Seite sind. Es entsteht ein Zusammenhalt, bei dem einem das Herz aufgeht. Auch wenn Tenma zu Anfang vor der Polizei geflohen ist, was ihn zunächst ins Verderben stürzte - ohne seinen Ehrgeiz und Mut währe die Wahrheit nie ans Licht gekommen und es wären womöglich noch mehr Menschen gestorben. Immer dabei, der Vergangenheit hinterherzujagen, um das "Monster" zu vernichten.

    Gedanken zu Johann

    Ich muss sagen, auch Johann ist eine äußerst sonderbare Person. Er besitzt eine Ausstrahlung, mit der er geschickt Leute manipuliert und seinen Verfolgern Steine in den Weg legt. Eigentlich braucht er keine Waffe. Er selbst ist die Waffe. Doch was er wirklich wollte, war mir am Ende immer noch nicht klar. Vielleicht war es für ihn wirklich nur ein Spiel, an dem er aufgrund seiner zerstörten Persönlichkeit Gefallen fand.

    Das Ende nimmt enorm an Dramatik zu. Man kann es wirklich mit einem Showdown vergleichen. Alle wichtigen Akteure haben sich versammelt und auch die letzten Informationen zur Vergangenheit werden sichtbar. Es ist wirklich ein Ende, wie in einem Hollywood-Streifen. Der pure Wahnsinn.

    Gedanken zum Ende

    Nach dem großen Showdown hatte sich auch alles wieder beruhigt und ließ die Personen das Geschehene verarbeiten. Somit weiß man als Zuschauer auch über deren Schicksale nach dem Drama bescheid, was sehr zufriedenstellend ist. Sogar die Schreckschraube Eva hat sich gewandelt. Dennoch wurde nicht verraten, wie Johann und Anna in Wirklichkeit hießen. Das war schon ein wenig Schade.

    In dieser Serie sind viele Menschen gekommen und viele gegangen. Es ist ein Katz und Maus-Spiel, ein Drama, welches in den See der dunklen Vergangenheit des Ostblocks zum Schwimmen einlädt. Immer auf der Suche nach dem Grund, wieso es ist, wie es ist. Mir mag zwar ein Großteil des Anime unspektakulär vorgekommen sein, doch ich kann ihn dennoch jedem ans Herz legen, der auf komplexe Krimis mit einem krönenden Abschluss steht.

    Achso und Nina und Dr. Reichwein sind die tollsten Charaktere. :jubeln: