Beiträge von 120gMehl

    Seit wenigen Wochen bereichert dieses kleine Geschöpf unser Leben.

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    Sie heißt Kimmi und ist geschätzte 1,5 Jahre alt. Anfangs hatten wir eigentlich nur verschwommene Bilder und kaum Infos über sie, sodass es ein kleines Überraschungspaket war, was auf uns zugekommen ist. Es hat sich als Glücksgriff entpuppt, weil sie wirklich eine unglaublich liebe und freundliche Hündin ist.

    Leider ist sie aber auch ziemlich ängstlich, was wahrscheinlich mit ihrer Vergangenheit in Rumänien zusammenhängt. Beispielsweise betritt sie keine anderen Gebäude, hat Angst vor allem, was ein bisschen lauter ist, Angst davor, getragen zu werden und will ebenfalls aus Angst partout in keine Transportbox rein. Ein solch vorgeprägter Hund macht die Hundeerziehung sicher nicht einfacher. Aber beim Gedanken daran, wie es einem solch ängstlichen und verunsicherten Wesen ergehen musste, als sie auf der Straße in Rumänien gelebt hat oder als sie im Zwinger vor lauter Angst nicht einmal regelmäßig fressen wollte, wird mir anders. In diesem Sinne, wer auch immer das hier lesen sollte: Bitte adoptiert und kauft keine Tiere.

    Also ist meine Meinung aufgrund meiner Hautfarbe und sozialen Situation weniger wert, obwohl ich offensichtlich mehrfach in eine absolut identische Situation gekommen bin und garantiert noch kommen werde? Das ist ein gefährlicher Grad an Doppelmoral, der hier gefahren wird.

    Ich empfand es beim Lesen nicht als Doppelmoral, weil du zwei Dinge versuchst gleichzusetzen, die meiner Ansicht nach nur sehr bedingt oder vielleicht auch gar nicht gleichsetzbar sind. Deine Person bzw. die Personengruppe, der du zugehörig bist, wird im alltäglichen Sprachgebrauch scheinbar nur in ganz bestimmten Situationen nicht berücksichtigt, nämlich ausschließlich dann, wenn du mit deinem Beruf, für den du dich sogar aktiv entschieden hast, in Kontakt kommst. Du machst diesbezüglich also sehr situationsspezifische Erfahrungen in nur einem einzigen Bereich deines Lebens und das auch erst, seitdem du studierst. Inwiefern sind diese Erfahrungen vergleichbar mit den Erfahrungen allderjenigen, die ihr Leben lang aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu anderen Personengruppen in vielen, vielen Lebensbereichen und Lebensabschnitten strukturelle Nichtberücksichtigung im Sprachgebrauch (der ja auch “nur” ein Bereich von vielen weiteren Nichtberücksichtigungen darstellt) erfahren?

    Die Grünen kann ich nicht wählen. [...] Hilft weder Umwelt noch Klima und trifft in erster Linie den kleinen Mann bzw die kleine Frau, die eh schon wenig haben.

    Eben nicht. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW hat für die Süddeutsche Zeitung die Steuerpläne der Parteien untersucht. Man sieht, dass z.B. die CDU vorhat, die Reichen noch reicher zu machen, während die Grünen die Menschen der unteren und mittleren Einkommensschichten entlasten wollen.

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    Bin Fan von stillstandsgewandten Deutschen, die sich an alte, längst überholte Systeme, Strukturen, Einstellungen und Traditionen in viel zu vielen Bereichen uninformiert und unreflektiert festkrallen.

    Weißt du, ich bin ja schon modern, empathisch und rücksichtsvoll. Deswegen bin ich auch sehr für Fortschritt, weil ich ja auch möchte, das meine Kinder und Enkel später ein so gutes Leben haben können wie ich, aber wir müssen das Ganze halt gut durchdacht angehen und dürfen nichts überstürzen. Schau mal, Fortschritt ist ja auch nur dann wirklich möglich, wenn sich an ausnahmslos allen meinen Überflussgewohnheiten und meinem überdurchschnittlichen Wohlstand rein nichts verändert. Klar, ich könnte so oder so sorgenlos bis an mein Lebensende in Wohlstand leben, aber was meins ist ist meins. :wut:

    Veränderungen sind ja schön und gut, aber du bist naiv zu glauben, dass man manche Dinge einfach so verändern kann. Woher soll ich denn z.B. genügend Calcium herbekommmen, wenn ich auf meine morgendliche Kuhmilch verzichte? Will ja auch nicht, dass sie leiden, aber ich bin ja nun auch schon recht alt und muss aufpassen, keine Osteoporose zu bekommen, verstehst du? Natürlich sagt die Literaturwissenschaft seit Jahren und Jahrzehnten, dass Goethe überholt ist und es viel lesenswertere und geistreichere Literatur gibt, mit denen sich junge Menschen auch viel eher identifizieren können. Aber du kannst ja nicht einfach so Goethe nach 50 Jahren aus dem Curriculum schmeißen. Und dass die Haarbüsche an Männerbeinen hygienisch aussehen und so sein müssen, bei Frauen drei Härchen am Arm aber widerlich sind, das ist biologisch einfach so, kann man nichts machen. Und mal ehrlich, wozu lebe ich denn, wenn ich mir nicht auch mal was gönnen darf? Klar gibt es nur begrenzte Ressourcen auf der Erde, aber deswegen gehe ich ja auch nur alle zwei Wochen shoppen. Dann ist es ja nicht so schlimm. Ich liebe shoppen einfach, es ist mein Hobby. Und überhaupt, bevor die Chinesen und Amerikaner nicht damit aufhören, unsere Erde zu zerstören, muss ich sowieso gar nichts. Würde ja eh nichts bringen. Also wenn ich es mir recht überlege, mal so generell, wozu muss denn überhaupt etwas verändert werden, wenn es mir doch jetzt schon seit über 40 Jahren so wie es ist gut geht? :rice-yum-big:

    Bei den Mangas, die über eine lange Zeit laufen, wirkt es oft so, als ob die Autoren am Ende einfach keinen Bock mehr auf ihre Werke haben. Attack on Titan reiht sich da gut ein.

    Ich benutze am liebsten Sprachnachrichten. Auch wenn die hier scheinbar nicht beliebt sind. Finds einfach praktisch, dass man die sich jederzeit anhören/aufsprechen kann, ohne dass der andere, wie beim Telefonieren, zur gleichen Zeit auch Zeit haben muss. Nervig finde ich es wiederum, am Handy zu tippen. Bin einfach zu faul dafür. :frosch: Generell bin ich kein Freund von Geschriebenem. Es ist müßig und wirkt auf mich oft wenig authentisch, da viele Menschen meiner Erfahrung nach beim Schreiben ganz anders wirken als wenn sie vor einem stehen und reden.

    Bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich deutlich extrovertierter (geworden) bin, als ich immer gedacht habe. Ich war früher wahrscheinlich nur zu ängstlich, um Situationen, wie im Mittelpunkt zu stehen, überhaupt mal zuzulassen und auszutesten. Mit den Jahren habe ich gemerkt, wie sehr ich es mag und genieße, neue Menschen kennen zu lernen, zu reden und viele, viele Aktivitäten mit anderen zu unternehmen. Je vollgestopfter mein Tag ist, desto energiegeladener und glücklicher fühle ich mich. Eigentlich war ich sehr froh um diese Entwicklung, weil mir viele meiner introvertierten Eigenschaften immer ein Dorn im Auge waren. Momentan wäre ich aber lieber mehr wie früher. Mir fällt die Decke wegen dieser ganzen Stubenhockerei ziemlich auf den Kopf. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so schwer fallen würde, einfach zu Hause zu bleiben. Hab auch feststellen müssen, dass ich mich wirklich nicht gut allein beschäftigen kann. Hier bisschen Gitarre, dort bisschen Inliner. Erfüllend ist das nicht wirklich. Ich bin zwar sehr froh, meine Familie und meinen Freund so häufig um mich herum haben zu dürfen, trotzdem fehlt mir die soziale Abwechslung einfach extrem.

    Ich glaube meine größte Lebensmotivation ist, mir vor Augen zu führen, was für ein ungeheuerliches Glück ich habe, in Umständen aufgewachsen zu sein, in denen ich keine Angst haben brauche, hungern, dursten oder in der Kälte schlafen zu müssen. In einer liebevollen Familie groß geworden zu sein. Medizinisch Hilfe zu erhalten, wenn ich krank bin. Bildung kostengünstig genießen zu dürfen. Einen Beruf zu wählen, der mir im besten Fall Spaß und Erfüllung bereitet. Partner selbstbestimmt suchen zu dürfen. Vieles einfach machen zu können und ebenso Vieles nicht machen zu müssen. Das, und Vieles mehr, sind unglaubliche Privilegien, die man in der Selbstverständlichkeit und Stress des Alltags oft vergisst wertzuschätzen.

    Meine Prüfungen habe ich für dieses Semester leider? schon alle weg. Eigentlich hätte ich jetzt ein Pflichtpraktikum machen müssen, das jetzt aber mittendrin abgebrochen wurde. Aber gutes Gelingen bei deinen Prüfungen, wann auch immer ihr die nachholen könnt! ✊??

    Erstaunlich. Jetzt, wo die Uni und Vereine zu haben, Veranstaltungen abgesagt werden und wir unsere sozialen Kontakte möglichst einschränken sollen, merke ich erst, wie sich meine Lebenseinstellung über die letzten Monate und Jahre extrem gewandelt hat. 5 Wochen zwangsfrei hätte ich früher sehr genossen. Heute fühle ich mich irgendwie unbeholfen damit, nur zu Hause rumhängen zu können und nichts wirklich tun zu müssen.

    Wenn man keine Menschen schlagen darf, weil dies unter Körperverletzung fällt, dann sollte mit dieser Begründung konsequenterweise auch das Rauchen an sämtlichen öffentlichen Plätzen verboten werden.

    Außerdem finde ich es beschämend, wie einige in diesem Thema/Forum ihr eigenes Unvermögen zur Empathie beinahe schon abfeiern. Frei nach dem Motto: Ich bin ein Arschloch und stolz drauf. Na wenn man sonst nichts im Leben (erreicht) hat, worauf man stolz sein kann. 🌻