Beiträge von Erika

    Ist AI Kunst?

    Das ist eine Endlos-Diskussion. Da sich Künstler und Historiker bislang nicht einig sind, was Kunst ist, und ich auch nicht glaube, dass es jemals eine einheitliche Definition geben wird, zählt das eigene empfinden. Man könnte ja beispielsweise für sich selbst entscheiden, dass Kunst ein Resultat kreativer Prozesse ist. Dann käme die Frage auf, ob eine KI zu derartigen Prozessen in der Lage ist. Auch an dieser Stelle würden die Meinungen wieder stark auseinandergehen, da verschiedene Ansichten existieren, was Kreativität konkret auszeichnet. Früher oder später würde man wohl so oder so zu dem Schluss kommen, dass die Art und Weise, wie eine KI Informationen verarbeitet, in gewissen Punkten der menschlichen Denkweise recht ähnlich ist. Sowohl KIs als auch Menschen werden "mit Daten gefüttert", welche dann verarbeitet und neu kombiniert werden, und in das Kunstwerk einfließen.

    Der Unterschied besteht aber in den Zugängen, die eine KI oder ein Mensch haben kann. Eine KI verfügt (noch?) nicht über Erinnerungen, Gefühle, Vorstellungsvermögen oder persönliche Empfindungen. Hingegen ist ein Mensch nicht in der Lage, sehr große Mengen an Daten zu erfassen und auszuwerten. Ist das eine nun mehr wert als das andere? Ist es überhaupt notwendig, zwischen Kunst und "echter" Kunst zu differenzieren? Wie bereits oben erwähnt, könnte man dieses Thema ewig diskutieren, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ich jedenfalls finde, es ist irrelevant, wie ein Werk entstanden ist. Wenn es dem eigenen Empfinden nach etwas aussagt oder auszusagen scheint, ist es Kunst.

    Letztes Jahr hat zum Beispiel ein komplett von AI generiertes Bild ("Théâtre D'opéra Spatial") einen Kunstwettbewerb gewonnen. Es ist wirklich ein schönes Bild, aber der "Künstler" hat keinen Pinsel in die Hand genommen. Stattdessen wurde textlich eingegeben, was gewünscht wurde

    Ich habe mich nicht darüber informiert, welche Regeln für diesen Wettbewerb festgelegt waren, aber falls hier eine Lücke ausgenutzt wurde, sollte dieser Vorfall zum Anlass genommen werden, in Zukunft der Fairness wegen klarere Vorgaben einzuführen. Denn auch, wenn man das AI generierte Bild als Kunst betrachten kann, ist der Schaffensprozess nicht vergleichbar mit dem einer Person, die selbst einen Pinsel in die Hand genommen hat.

    Für AI generierte Kunst sollte es separate Wettbewerbe geben. (Interessant wäre auch die Frage, wer dann der eigentliche Künstler ist: die KI oder die Person, die der KI Vorgaben diktiert hat?)

    Warum sollte man dann noch einen Künstler brauchen, wenn AI meine Wünsche exakt erfüllen kann?

    Dazu wird es wohl nicht kommen. Ich glaube nicht, dass eine KI jemals in der Lage sein wird, exakte Wünsche gemäß irgendwelcher Vorstellungen umzusetzen. Wenn jemand etwas in Auftrag gibt, muss darüber geredet, und Zwischenschritte reflektiert und abgeändert werden. Eine KI hat nicht das Vorstellungsvermögen eines Menschen. Es kann zwar vorkommen, dass auch Menschen aneinander vorbeireden oder -denken, aber bei einer KI fehlt von Vornherein das Potenzial, dass auf verschiedenen Ebenen (kulturell, zwischenmenschlich...) verstanden werden kann, was sich der Auftraggeber wünscht. Daher ist es recht unwahrscheinlich, dass Künstler durch die Verbreitung von KIs in Zukunft überflüssig werden. Weniger gefragt: Mag sein, je nachdem, was normalerweise so in Auftrag gegeben wird. Aber überflüssig ganz sicher nicht.

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    Wie bei so vielen Dingen im Leben: es kommt drauf an.

    Mit Fremden zu telefonieren, finde ich ganz schrecklich. Da schreibe ich lieber, da ich nicht weiß, wie anstrengend ein Telefonat werden könnte. Es ist einfach total unangenehm zu merken, nicht auf derselben Wellenlänge zu sein, und es dann schwer einzuschätzen ist, wann wer sprechen soll. Oft fühle ich mich auch in die Position gedrängt, dafür verantwortlich zu sein, dass das Gespräch am Laufen gehalten wird und/oder, dass die Verabschiedung "natürlich" (und nicht total komisch und aprupt) vonstatten geht. Mir wurde zwar schon öfters gesagt, ich könne "gut" telefonieren/reden, ich selbst sehe das komplett anders, da ich ja nunmal viel Kraft und Mühe dafür aufwenden muss, das alles locker und natürlich wirken zu lassen. Glücklicherweise kommt es recht selten vor, dass ich wirklich mal mit einer fremden Person telefonieren muss. Das meiste lässt sich schriftlich regeln, und gerade, wenn man es zB mit Behörden oder vertraglichen Angelegenheiten zu tun hat, sollte man sowieso alles schriftlich vorliegen haben. Denn am Telefon kann einem alles versprochen werden, nur damit sich dann im Nachhinein "leider nicht mehr daran erinnert" wird.

    Bei Personen, die ich bereits kenne und mit denen ich mich recht gut verstehe, sieht die Sache anders aus, da in diesem Fall eher nicht zu erwarten ist, dass mich ein Telefonat/Gespräch total stressen wird. Es ist zudem aus Gründen der Zeitersparnis praktisch, in 5 Minuten das besprechen zu können, wofür man ansonsten schriftlich 30 Minuten benötigen würde. Und es kommt erfahrungsgemäß seltener zu Missverständnissen. Das bedeutet nun allerdings nicht, dass ich Telefonate grundsätzlich bevorzuge. Es kommt auch darauf an, worum es geht, wie dringend etwas ist, ob ich gerade Zeit und Lust habe usw.

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