Das ist doch verständlich. Manche Menschen haben in diesem System einfach keine Chance. Sich irgendwelchen Ideologien zu unterwerfen (ich sag nur "positive Psychologie" oder "Resilienz"
), ist auch nicht jedermanns Sache.
Kann nachvollziehen, dass gewisse Konzepte oder Methoden zur Entwicklung des Individuums nicht für jeden Menschen infrage kommen. Leider ist es oftmals einfacher einen anderen Sündenbock zu identifizieren, als Eigenverantwortung für sein Leben zu übernehmen. Auch wenn es vielleicht gemein klingt hat es in meinen Augen einfach mit Charakterstärke zu tun, sich selbst nicht unterkriegen zu lassen wenn es um die Verfolgung persönlicher Ambitionen und Ziele geht. Da sind wir Menschen eben auch einfach alle unterschiedlich. Klar kann man das System kritisieren, aber anzunehmen, dass sich in einer von Grund auf ungerechten und unfairen Welt auch nur irgendetwas ändert halte ich für eine utopische Vorstellung. Daher kann ich nur für mich selbst sprechen und konzentriere mich auf Dinge, die ich kontrollieren kann: Mich selbst.
Im Fall von Solo Player finde ich, dass man auch nicht permanent neue Ziele im Leben braucht, solange man mit sich selbst zufrieden ist und die eigenen Erwartungen an sein Leben erfüllt. ^^
Hmmm... ein derartiger Kommentar kommt jetzt nicht überraschend von deiner Seite aus. Es fällt auf, dass du bewusst versuchst, meine Argumente ins Lächerliche zu ziehen oder absichtlich falsch zu verstehen, um dein eigenes Weltbild zu verteidigen.
Dein Fokus auf Eigenverantwortung klingt war schön in der Theorie, ist in der Praxis aber eine Ablenkung von den eigentlichen Problemen. Du unterstellst mir, ich würde nach "Sündenböcken" suchen. Es geht aber darum -und das habe ich sehr klar und unmissverständlich formuliert-, reale systemische Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, die du ignorierst oder kleinredest.
Die Aussage, es sei "einfach", einen Sündenbock zu suchen, ist nicht nur falsch, sondern auch herablassend. Menschen, die auf Ungerechtigkeiten hinweisen, haben oft selbst die bitteren Konsequenzen erlebt. Sie tun das nicht, weil sie schwach sind, sondern weil sie verstanden haben, dass das Problem nicht immer im Individuum liegt, sondern im System. Diese Realitäten blendest du absichtlich aus, um nicht über die eigenen Privilegien nachdenken zu müssen.
Dann verwendest du den Begriff "Charakterstärke", um Menschen abzustrafen, die Schwierigkeiten haben, in einem unfairen System voranzukommen. Das ist sehr bezeichnend. Du willst mir also sagen, dass alle, die es nicht schaffen, in einem von Diskriminierung und Ungerechtigkeit geprägten System erfolgreich zu sein, einfach nicht genug "Charakterstärke" haben? Das ist eine arrogante Sichtweise, die komplett ignoriert, wie unterschiedlich die Startbedingungen für Menschen sind.
Auch ist es fast schon ironisch, wie du dich auf Dinge konzentrieren willst, die du "kontrollieren" kannst. Du behauptest, dass du dich auf dich selbst fokussierst, aber übersiehst dabei (absichtlich?), dass auch du nur innerhalb der Grenzen agierst, die dir das System setzt. Die Vorstellung, dass jeder durch bloße Selbstoptimierung erfolgreich sein kann, ist eine bequeme Illusion.
Du redest von einer "utopischen Vorstellung", dass ich etwas ändern könnte. Es ist leicht, zu sagen, dass ich die Welt nicht ändern wird, wenn man die eigenen Privilegien verteidigen will. Dass es schwer ist, Veränderung herbeizuführen, bedeutet nicht, dass es unmöglich ist. Diese "ich konzentriere mich nur auf mich"-Haltung ist letztlich ein Freibrief, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und nichts gegen Ungerechtigkeit zu unternehmen.
Dein Ansatz, dich auf deine eigenen Ziele zu fokussieren, mag für dich funktionieren, weil du offenbar nicht mit den gleichen Barrieren konfrontiert wirst, wie viele andere. Aber genau das zeigt, wie privilegiert diese Sichtweise ist. Du blendest aus, dass Menschen, die weniger Glück oder weniger Ressourcen haben, sich nicht einfach durch "Charakterstärke" oder "Kontrolle" über ihre Umstände hinwegsetzen können. Diese Ignoranz gegenüber realen Problemen anderer ist mehr als nur eine falsche Interpretation, sondern eine bewusste Abwehrhaltung, um dein eigenes Weltbild nicht infrage zu stellen.
Letzendlich zeigt dein Kommentar leider sehr deutlich, dass du die Komplexität dieser Themen entweder nicht verstehst oder sie absichtlich ignorierst, um es dir einfacher zu machen. Dass alles auf Eigenverantwortung und Charakterstärke hinausläuft, ist ein massiver Trugschluss.
Falls du dich irgendwann mal dazu entscheiden solltest, diese Thematik ernsthaft verstehen zu wollen, dann solltest du dringend anfangen, dich zu informieren. Es gibt zahlreiche Bücher, die dir vielleicht die Augen öffnen würden. Und da ich so verdammt nett bin, nenne ich dir jetzt sogar einige, um es dir etwas einfacher zu machen.
Kaptial im 21. Jahrhundert (Thomas Piketty)
Visionen der Ungleichheit (Branco Milanovic)
Armut in Wohlstandsgesellschaften (Siegfried Frech & Olaf Groh-Samberg)
Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche (Reni Eddo-Lodge)
Statt also nur deine individuelle Perspektive als allgemeingültig darzustellen, wäre es sinnvoll, sich mal in diese Themen einzuarbeiten, um das eigene Weltbild zu erweitern und weniger pauschal und vereinfachend über Eigenverantwortung und soziale Ungerechtigkeit zu sprechen.