zum Thema Isolationshaft: Ich habe mir vor kurzem eine Dokumentation über die Isolationshaft für Schwerverbrecher in den USA angesehen und diese Bilder waren einfach nur erschreckend. Diese Stafmaßnahme soll in US-Gefängnissen für Ordnung sorgen? Ich hab es kaum ausgehalten mir das 90 Minuten lang anzusehen, da stellt sich mir die Frage, wie soll ein Mensch es mehrere Jahre da drin aushalten? Meiner Meinung nach, gilt das als Folter. Die Haftbedingungen führen dazu, dass Menschen sich selber verletzen oder Selbstmord begehen. Sie verlieren völlig den Verstand. Paranoia, Wahnvorstellungen und Psychosen sind Folgen der Isolationshaft für Langzeitinsassen. Geisteskranke werden nicht behandelt, sondern damit noch wahnsinniger gemacht. So erschafft man nur verrückte Psychopathen.
Ich bin der Meinung das diese harte Linie mit Einzelhaft / Isolationshaft schon berechtigt ist und verhängt werden sollte, aber: Eben nur für extreme Einzelfälle!
So wie es tatsächlich praktiziert wird und wie du es geschildert hat, kann es echt nicht sein, denn das ist reine Willkür und verfehlt total den eigentlichen Sinn und Zweck. Darum bin ich da auch ganz auf Deiner Line. Nur ganz verteufeln würde ich sie nicht. Denn es gibt wenige Fälle, wo dies die einzige Möglichkeit ist um mit extremen Straftätern umzugehen.
Aber nochmal: Sie ist kein Mittel für die Allgemeinheit um sie im so großen Stil anzuwenden wie es vor allem in den USA der Fall ist.
Zum Thema Todesstrafe:
Nun das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sagt einem der gesunde Menschenverstand und unsere aufgeklärte Kultur, dass die Todesstrafe gegen alle unsere Rechts- und Moralvorstellungen verstößt. Zumal es auch erwiesen ist, dass sie bei weitem nicht die abschreckende Wirkung erzielt, wie oft von Befürwortern behauptet wird. Dann ist ja auch die sehr lange Phase vom Urteil bis zur Vollstreckung wo die Häftlinge viele Jahre noch in der Todeszelle warten müssen. Gerade in den USA ist es sehr Extrem das hier oft über ein Jahrzehnt vergeht, wo der Todeskandidat in ständiger Unwissenheit ist, wann denn nun sein letztes Stündlein geschlagen hat. Das ist eine zusätzliche, indirekte Bestrafung. Wenn Todesstrafe, dann kurz und Schmerzlos. China ist da sehr pragmatisch, das Urteil wird in kürzester Zeit ausgeführt und der Delinquent muss sogar noch die Kosten für die Patronen für seine Erschießung im Voraus begleichen.
Das soll keine Fürsprache für diese Vorgehensweise sein. Nein vielmehr zeigt doch der Lange Zeitraum bei den Todesurteilen in den USA, dass selbst ein zum Tode Verurteilter noch Zeit für Rechtsmittel hat. Und erst wenn all dieses ausgeschöpft sind, dann wird das Urteil ausgeführt. Aber warum sind da die USA so inkonsequent im Vergleich zu China? Rechtsstaat vs Diktatur? Nein: Vielmehr kann man doch daraus erkennen, dass die Amis sich absolut sicher sein wollen, nicht den Falschen hinzurichten, obwohl dies schon zu genüge vorgekommen ist. Das erzeugt bei mir den Eindruck, dass es nur zur Beruhigung eines schlechten Gewissens seitens der USA ist, damit sie immer sagen können, schaut her, er hatte noch genügend Zeit seine Rechte zu nutzen und eventuell entlastendes Material vorzulegen. Wer sich also selbst davon überzeugen muss, dass die Todesstrafe richtig ist, weil im Grunde, dass sie falsch ist.
China ist da anders, zwar nicht besser aber man sieht, dass sie voll und ganz hinter ihrer Überzeugung stehen.
Aber wenn wir ganz ehrlich sind. Bei einigen sehr extremen, widerlichen Taten, wo alle mit dem Kopf schütteln und jeder sagt, das kann nur ein Monster sein, kommt bei uns nicht auch mal der Gedanke, dieses Miststück hat es nicht verdient weiter auf dieser Erde zu wandeln? Das trifft sicher nur auf sehr wenige Exemplare zu. Nehmen wir als Beispiel die Massenhaften Morde in den KZ. Wenn Hitler, Himmler und Co. den industiellen Mord an Millionen mit einem Achselzucken hinnehmen und sich keiner Schuld bewusst sind.
Oder aus der jüngsten Zeit. Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in den USA. Ein junger Typ erschießt neben einigen Lehren und Angestellten, 20 Kinder (Erstklässler) ohne jeden ersichtlichen Grund. Wenn er nicht dabei selbst umgekommen wäre, kann wirklich jeder von uns behaupten, er würde nach einer solchen Tat dem Kerl nicht den Tod wünschen?
Ich denke solche Gedanken oder Wünsche sind einfach menschlich. Die Frage ist, ob wir sie wirklich auch in die Tat umsetzen müssen? Oder ist eine lebenslange Strafe nicht doch die härtere Strafe, wenn der Täter für den Rest seines Lebens dafür Büßen muss, anstatt sich mit seinem Tod aus der Verantwortung zu stehlen?