Puh, ich weiß ehrlich gesagt, gar nicht wo ich anfangen soll…
DareMo Du verteidigst hier größtenteils das Recht von Frauen, sich freizügig zu kleiden. Das wurde hier meiner Auffassung nach aber von niemandem angegriffen. Niemand hat hier gesagt, dass Frauen sich nicht freizügig kleiden dürfen, nicht so schminken dürfen oder Cosplayerinnen dafür verantwortlich sind, welche sexuellen Gedanken Männer haben.
Wenn ich kritisiere, dass Marin sexualisiert wird, geht es mir nicht darum, auszudrücken, dass Frauen sich nicht freizügig kleiden dürfen. Meine Kritik richtet sich an die Macher, die bewusst entschieden haben, eine minderjährige Figur teilweise sexualisiert darzustellen. Genau diese bewusste Entscheidung kann man meiner Meinung nach kritisieren, ohne damit Frauen vorschreiben zu wollen, wie sie sich zu kleiden oder zu schminken haben. Sexualisierung entsteht nicht nur durch die Kleidung, sondern auch durch Kameraperspektiven, Posen, Fokus auf bestimmte Körperteile, Fanservice usw.
Wenn dir jemand sagt, dass er eine bestimmte Darstellung in einem Anime problematisch findet, kannst du gerne erklären, warum du das anders siehst. Nach deiner Logik könnte man aber praktisch jede Kritik an einem Film, Anime oder Spiel mit „Dann konsumier es eben nicht“ abwürgen. Stell dir vor, ich kann einen Anime durchaus mögen und trotzdem etwas daran kritisieren.
Den Vergleich mit den Taliban finde ich auch echt unpassend. Man muss doch nicht gleich in Extremen denken. Ich mag Marin, ihre Art und auch ihre Beziehung zu Gojo. Trotzdem darf man sich die Frage stellen, ob bestimmte Inszenierungen, für die sich das Werk bewusst entschieden hat, bei einer minderjährigen Figur tatsächlich so notwendig sind.
Eine Darstellung kritisch zu hinterfragen bedeutet doch nicht, dass man Frauen vorschreiben möchte, sich „züchtig“ zu kleiden und gleich eine konservative Haltung einnimmt, die vergleichbar mit den Taliban ist. Wenn eine Frau Sexualisierung kritisiert, ist das nicht automatisch Neid oder Konkurrenzdenken. Damit unterstellst du ihr einfach ein persönliches Problem, anstatt dich mit ihrer eigentlichen Kritik auseinanderzusetzen. Wenn du schon sagst, man solle reflektieren, warum man auf etwas so reagiert, dann gilt das übrigens auch für dich. Vielleicht sollte man nicht jede Kritik an Sexualisierung sofort als Bevormundung oder „Stutenbissigkeit“ abtun.
Ich mag es nicht, wenn man Kritik direkt abwertet, nur weil man selbst darin kein Problem sieht. Man kann die Darstellung völlig unproblematisch finden, aber daraus folgt nicht, dass jede Kritik daran lächerlich ist. Schade, dass Kritik direkt als persönliches Problem abgetan wird, nur weil man bestimmte Inszenierungen und deren Notwendigkeit hinterfragt.


