Den Zeichenstil von One Piece empfand ich ehrlich gesagt, nie als „hässlich.“ Natürlich ist das reine Geschmacksache, aber für mich war es immer ein einzigartiger, unverkennbarer Zeichenstil, den ich gerne mochte. Mittlerweile lese ich lieber den Manga, da ich das Pacing im Anime leider teilweise unerträglich finde.
Ich find‘s auch echt cool, dass Leute, die den Anime nicht wirklich verfolgt haben, trotzdem Gefallen an Live Action Adaption finden können. Bei mir hat teilweise sehr viel Nostalgie im Hintergrund mitgespielt und ich habe mich wie ein kleines Kind über die Easter Eggs gefreut, deswegen konnte ich nicht so wirklich einschätzen, ob man Leute, die keine oder wenige Berührungspunkte mit dem Anime haben ebenfalls dafür begeistern kann.
Ich liebe den Cast einfach! Man merkt, dass die Strohhüte sich sehr ins Zeug gelegt und intensiv mit ihren Rollen auseinandergesetzt haben. Es ist einfach schön zu sehen, dass sie alle so viel Herzblut in ihre Rollen gesteckt haben. Ich habe sogar Buggy in der Live Action Adaption gefeiert, obwohl ich diesen im Anime/Manga oftmals einfach nur nervig fand. Die Rolle von Luffy zu übernehmen ist keineswegs einfach, vor allem die ernsten Szenen glaubhaft rüberzubringen ist nun wirklich keine simple Aufgabe, aber Iñaki hat das eigentlich ganz gut hinbekommen. Ich glaube, Oda meinte sogar mal, dass Iñaki ihn sehr an Luffy erinnert. Den Leichtsinn und die Naivität von Luffy hat er auf jeden Fall perfekt verkörpert. Taz Skylar als Sanji hat für seine Rolle sogar kochen gelernt und mehrere Stunden am Tag damit verbracht zu trainieren. Da finde ich es ja fast schon schade, dass man nicht noch mehr von ihm zusehen bekam. Ich mag es auch sehr, dass Sanji in der Realverfilmung so „flirty“ und charmant wirkte. Sanjis Vergangenheit mit Jeff gehört für mich definitiv zu den Besten in ganz One Piece und ich finde es auch hier gut, dass sie nichts zensiert haben. Ich hatte tatsächlich Gänsehaut bei seiner Vergangenheit, genau wie beim Abschied von Jeff. Natürlich ist es schade, dass bestimmte Charaktere auf der Strecke bleiben, wie zum Beispiel Jacko, Gin aber auch Lysops kleine Piratenbande Paprika, Zwiebel und Möhre habe ich vermisst. Trotzdem kann ich es nachvollziehen, dass es nicht möglich ist, alles 1:1 so wie in der Manga Vorlage umzusetzen.
Der Humor brachte mich oft zum Lächeln und ich habe die Interaktion zwischen der Crew durchgehend genossen. Die Kämpfe sind ebenso gut gelungen, am meisten mochte ich die Actionszenen mit Mackenyu. Die Kulissen sahen atemberaubend aus. Das Baratie, die Going Merry, der Arlong Park… einfach nur Top! Die Realverfilmung bescherte mir immer wieder East Blue Vibes und da bekommt man ja glatt wieder Lust drauf die Anfänge von One Piece anzusehen. Ich für meinen Teil würde mich sehr auf eine zweite Staffel freuen.



