Ich hab die 3. Staffel letzte Nacht in einem Rutsch durchgeschaut. Ich fand’s gut, aber irgendwie auch nicht. 
Themen wie Verrat, Loyalität und menschliche Abgründe wurden wieder einmal perfekt in Szene gebracht. Besonders die psychologische Ebene von Squid Game empfand ich schon immer als sehr interessant. Die Spiele waren neu und echt packend inszeniert, aber dass Charaktere, mit denen man mitgefiebert hat, zu früh gestorben sind, hat mir gar nicht zugesagt.
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Der Tod der Mutter Geum-ja fühlte sich für mich so sinnlos an. Auch der Tod von Spielerin 120 (Hyun-ju) wirkte so, als hätte man einfach einen Schockmoment gebraucht, um des Schockes Willen. Fand’s auch gar nicht cool, dass Gi-hun Dae-ho getötet hat. Das passte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu Gi-huns Charakter, da er schließlich später die Spieler auch nicht töten wollte, als der Frontmann ihm die Möglichkeit dazu bot.
Ebenso hatte ich erwartet, dass Dae-ho etwas tiefgründiger dargestellt wird, aber am Ende hat er einfach nur gelogen, dass er bei der Marine war, warum auch immer. Das alles wirkte einfach nur oberflächlich und bringt gar keine Einblicke in seine Motivation. Für mich war der Frontmann mit Abstand der interessanteste Charakter, da man seine Gedanken überhaupt nicht durchschauen konnte. Leider wurde ich hier richtig enttäuscht, da man wieder nichts Neues über ihn erfahren hat. Wie war sein Leben vor den Spielen? Was denkt er selbst über die Spiele? Was genau hat er bei den Spielen erlebt? Wie wurde er zum Frontmann? Ich brauch einfach noch eine Staffel mit den Titel „Frontmann.“ Auch Das Aufeinandertreffen der Brüder hätte ich mir irgendwie spektakulärer vorgestellt.
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Am Ende konnte ich kaum noch mitfiebern, da nur noch Charaktere übrig waren, zu denen man kaum eine Bindung aufgebaut hatte. Das Ende fand ich in Ordnung, es war unerwartet und überraschend. Hab mich auch noch gefragt, wieso genau der Frontmann Gi-huns Sachen zu seiner Tochter brachte. Einerseits wirkte es grausam, weil er den blutverschmierten Anzug dazugelegt hatte, aber was genau hat ihn dazu bewegt, der Tochter das Geld zu bringen. Vielleicht Mitleid oder ein persönliches Motiv?
Ich würde die dritte Staffel nicht als komplett misslungen bezeichnen, ich konnte trotzdem nicht aufhören weiterzuschauen. Dennoch gab es einige Aspekte, die mich richtig enttäuscht haben und die mir einfach nicht gefallen wollten.

