Mh, ich persönlich stehe dem nicht besonders kritisch entgegen.
Ich hab mit 18 mein FSJ im Behindertenheim auf der Altenstation gemacht und es war eine gute Erfahrung. Würde es allerdings nicht nochmal machen wollen. Insgesamt denk ich kam ich schon klar, aber es gab Situationen die mir schwer zusetzten. Neben sexueller Belästigung, was aber eher einfach nur nervig war (kam auch nur von einem Bewohner), hab ich auch einfach nicht mit den Launen der Leute klarkommen können. Und damit wird man nunmal einfach konfrontiert, wenn man mit Menschen arbeiten muss (Kindergarten, Altenheim, Behindertenheim oder Krankenhaus, völlig egal). Aber es hat mir persönlich eben auch gezeigt, dass der soziale Bereich für mich nichts ist und somit hab ich damit auch abhaken können. Hatte mir Anfangs durchaus vorstellen können in der Pflege zu arbeiten, aber so hab ich mir das ganze gespart und hatte dann trotzdem etwas für das eine Jahr auf dem Lebenslauf vorzuweisen.
Aber ich denke, dass es Leuten auch evtl. eine gewisse Wertschätzung für soziale Berufe näherbringen kann. Bei mir hat das auf jedenfall gewirkt. Und evtl. sehen sich da ein paar Leute mit sozialer Ader auch beruflich wieder.
Wobei das leider nur ein Pflasterchen sein dürfte, denn bessere Arbeitsbedingen und bessere Bezahlung muss nunmal dringend her. Die Leute schuften sich die Rücken kaputt und sind später oftmals durch die Arbeitsverhältnisse psychisch und physisch abgewrackt.
FSJler bekommen meist um die 350 Euro und bekommen entweder Fahrtgeld oder Unterkunft in einer Wohnungseinheit (meist einem WG-Zimmer) vom Träger (IB, Caritas oder wer auch immer) bezahlt. Ich fand das Taschengeld völlig okay für das eine Jahr. Theoretisch steht einem da auch noch Kindergeld zu, wenn man bis zum 25. Lebensjahr noch keine Ausbildung abgeschlossen hat und von den Eltern kann man auch noch bisschen was bekommen ohne Abzüge. Man kommt schon klar. Man bekommt für manche Ausbildungen gar nichts, sondern muss auch noch blechen. Da find ich das besser als nichts und man gewinnt an Lebenserfahrung.
Der maximale Alter für das FSJ beträgt 27, ja.
Die Frage, die sich mir stellt ist nur, ob das so sinnvoll ist quasi jede Person unfreiwillig in so einen sozialen Dienst zu packen. Ich denke vielen würde es gut tun, aber andererseits, wenn ich manchmal denke was für Idioten unter der Menschheit unterwegs sind und auch eben unter den jüngeren Leuten, denke ich mir, dass nicht jeder auf andere hilflose Menschen losgelassen werden sollte. Grad durch Social Media kommen die Leute auch immer wieder auf dumme Gedanken. Daher sollte evtl. auch hier eher eine Art Ausmusterungsverfahren stattfinden. Evtl. auf psychische Stabilität testen oder so.
Letztenendes finde ich ein soziales Jahr für besser als wieder in die Bundeswehr zu müssen. Zwar sehe ich ein, dass auch unsere Bundeswehr gestärkt werden muss, aber mir wurde immer mulmig an den Gedanken, dass mein Bruder oder mein damaliger Freund evtl. mal 9 Monate Grundausbildung machen müssten und im Anschluss evtl. sogar drinbleiben und auf Einsätze müssen. Als mein Exfreund damals volljährig wurde, wurde gerade die Bundeswehrpflicht ausgesetzt und so blieb auch mein Bruder verschont. Mittlerweile wäre dieser vermutlich auch schon zu alt um eingezogen zu werden, aber wer weiß.





Währenddessen les ich meine Mangareihe weiter. 

