Ich habe diese französische Tragikomödie vor kurzem im Kino gesehen und war recht angetan von ihr. Die Handlung dreht sich rund um zwei Brüder, welche bis zu einem schicksalhaften Lebenseinschnitt von einem der beiden nichts von ihrer gegenseitigen Existenz wissen. Wie der Titel bereits „anspielt“, stellt ein verbindendes Element zwischen dem ansonsten ungleichen Brüderpaar ihre Liebe zur Musik dar, da einer als international gefeierter Dirigent/Komponist und der andere als talentierter Posaunist der örtlichen Blaskapelle der gleichen Leidenschaft frönen. Anliegend dazu werden auch die unterschiedlichen sozialen Hintergründe der Brüder beleuchtet - wieder eine nette Analogie auf den Titel -, wobei der Film es vermeidet in eine klischeehafte Milieustudie abzudriften. Der Film deutet von seiner stilistischen Ausrichtung vieles an, versucht aber weder als Sozialdrama noch Krankheitsmelodram oder als musikalische Wettbewerbssatire daher zu kommen, wie manche Werke ähnlicher Machart, sondern hält angenehm die Balance und weicht eindeutigen Genrezuschreibungen aus. Von meiner Warte aus wurde ich 109 Minuten gut unterhalten und kann diesen Film Musikenthusiasten – vor allem Klassik- und Jazzliebhabern – nur empfehlen.