Die Vereinigung Cockpit (Flugpiloten-Verbund) streikt momentan ja auch, was eine heikle Angelegenheit ist. Der dortige Tarif ist schon eine sehr luxuriöse Ausführung und in der heutigen Zeit auch etwas Weltfremd - jeder muss oder musste Nachgeben. Das die das nicht wollen, kann ich jedoch auch verstehen.
Zum Thema Cockpit möchte ich sagen, dass die Medien hier ganze Arbeit leisten. Vor ein paar Tagen kam ein Bericht auf RTL bei dem Äpfel mit Birnen verglichen wurden.
So berichtete RTL, dass die Piloten ja 42 Tage Urlaub im Jahr haben, der normale Arbeiter in Deutschland aber nur etwa 30 Tage.
Dass sich die 42 Tage bei Lufthansa auf eine 7 Tage Woche und die 30 Tage auf eine 5 Tage Woche beziehen wurde nicht erwähnt.
Die Piloten bekommen also 6 Wochen Urlaub, genau wie der normale Arbeiter auch.
Zudem geht es bei dem Tarifstreit ja um die Übergangsrente ab 55. Hier haben die Piloten seit jeher einen Teil ihres Gehalt eingezahlt damit sie ab 55 in Rente gehen können. Gerade das finde ich bei Piloten sogar sinnvoll. Wenn ich so manche Ü60er im Straßenverkehr sehe frage ich mich warum die noch einen Führerschein haben. Und Piloten haben eine weitaus größere Verantwortung für viele Menschenleben.
Nun soll also diese Übergangsrente ersatzlos gestrichen werden. Stellt euch vor ihr habt 30 Jahre in ein Sparschwein eingezahlt und euer Arbeitgeber sagt nun: "Das Sparschwein wird gestrichen, alles was drin ist bekommen wir"
Das fändet ihr sicherlich auch unschön. Wenn die Übergangsrente für neue Piloten abgeschafft würde könnte ich das noch nachvollziehen, aber nicht für die, die ihr Leben lang einbezahlt haben.
Und zum Thema "Piloten verdienen so viel" sei auch gesagt, dass Piloten teilweise bis zu 150000 EUR vorstrecken müssen während ihrer Ausbildung. Wie kann man diesen Beruf dann mit z.B. einem Maurer vergleichen?
Daher finde ich es sinnvoll, dass es Gewerkschaften gibt die die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, denn sonst wäre es viel zu leicht für die Unternehmen über die Medien die eigenen Mitarbeiter schlecht aussehen zu lassen und den öffentlichen Druck zu erhöhen.