Naja, - wie in meinem letzten Post vielleicht rübergekommen ist
- ich verwende das Wort Hass im persönlichen, alltäglichen Sprachgebrauch nicht. Was mir zu Recht oder zu Unrecht widerfahren ist, glücklicherweise zwingt mich nichts davon dazu von Hass sprechen zu müssen.
Nun bedeutet das im Gegenzug natürlich deshalb nicht, dass ich mit jedem gut Freund bin, oder bestimmt auch umgekehrt und deshalb wollte ich auf deine Frage eingehen, ob sich böses Blut zwischen Menschen bessern kann.
Ich glaube schon... Aber zumindest bei mir wars so, dass es bei den heftigsten Schlachten nachher Zeit brauchte. Vor allem in meinen Teenagerjahren war ich ungeheuer nachtragend und trotzig. Und fühlte mich sogar stark deswegen, weil ich Abneigung eben auch als Antrieb sah.
Heute bin ich älter; Weiser deshalb nicht - aber halt bequemer XD und da nachtragen anstrengend ist hab ich irgendwann andere Wege gefunden um voranzukommen. Ich versuche Ballast liegen zu lassen, und auch in Sachen Treibstoff hat sich was geändert: ich mache die Dinge, weil ich Freude dran habe, nicht um jemandem was zu beweisen (oder ihn damit zu ärgern), den ich nicht mal leiden kann, oder der sich einen Scheiss für mich interessiert.
Und ich musste ja auch einsehen, dass ich manche meiner eigenen Ansichten und Meinungen mit den Jahren revidieren musste, weil sie sich nicht halten konnten. Ich lernte zu verzeihen, wenns geht - und auch mir wurde schon viel verziehen... Und ich muss sagen, zu verzeihen hab ich noch nie bereut.
Letztes Jahr, Anfang März, starb zum Beispiel überraschend mein Vater. Wenn ich die letzten Jahre mal zu Hause zu Besuch war freuten wir uns einander zu sehen, kippten mal ein Bierchen und unterhielten uns; Gut. Ich würde zwar nicht sagen, wie zwei ganz normale Erwachsene XD - aber doch gut, und so richtig mit ganzen Sätzen...
Allein die Vorstellung davon, dass nur irgendwas davon irgendwann möglich wäre war mir als Teenager unmöglich. Heute aber bin ich sehr, sehr froh darüber, dass es doch anders kam, und wir beide lernen konnten, und wir beide einsehen, dass wir sehr verschieden waren - und sehr gleich, zur selben Zeit.