Beiträge von Haggard

    Eigentlich wollte ich nur Inga aus der Reserve locken, um mir ein Bild zu machen.
    Aber du hast mich auch verunsichert mit deinem Geschwätz von wegen, du würdest mir glauben nicht der Wolf zu sein; Es ist irgendwie meine Achillesverse dass ich Leuten leicht auf den Leim gehe, wenn sie mir weismachen, sie würden mir vertrauen oder glauben... :seufz:


    xD

    Quatsch, gut gespielt, verdient gewonnen! ^.^V

    Monster hab ich mir als mein nächstes Anschauungsobjekt herausgepickt; Wird warscheinlich ne Weile dauern bis ich ihn durch hab, aber ich will ihn endlich mal angucken; Fast nur Gutes drüber gehört o_O

    Na dann, Inga; Auch ich denke, du steckst im Falscher-Hase- Pelz... Vielleicht ist es nur noch zu ungewohnt für dich als Doubtneuling und kommt deshalb verdächtig rüber, aber du bleibst auch wirklich aussschliesslich in der Defensive und hälst dich selbst da noch sehr vage. Weisst du nicht, wen du verdächtigen solltest, da du dich schlecht selber an den Pranger stellen kannst?

    Falls ich mich irre und im Begriff bin einen schrecklichen Fehler zu begehen bitte ich dich um Entschuldigung - aber diesmal vertraue ich Misaki, und ich denke auch sie sieht es als unsere Pflicht als Überlebende unserer gefallenen Hasenfreunde auf angemessene Weise zu gedenken...

    Mit blutiger Rache!!! xDD"

    Interessant... Sag mal Misaki, du hast mich in der ersten Runde nicht verdächtigt; Darf ich annehmen, dass sich dies nun im Spielverlauf schrittweise ändern wird, bis du schliesslich gänzlich überzeugt bist, ich wäre der Wolf..?
    Hoffentlich nicht, falls du nicht der Wolf bist, könnt ich deine Hilfe brauchen...

    Und Inga; Darf man den Grund erfahren, der dich hat für sunny stimmen lassen?

    Edit: Hols der Teufel, ich denke, DU bist der Wolf... o_O

    (weil so gesehen, könnte ich jetzt eig auch mich via PN mit Van austauschen...)

    Nooooiiiinnn...!! _Keine PN´s unter Spielern, gebt Mogelei keine Chance ;-(

    xD

    Ansonsten, nen Versuch ist die Idee sicher wert; Aber man müsste vielleicht die Frage, die man stellen darf mit einigen Bedingungen verknüpfen, also blos eine Ja/Nein Antwort oder so, so dass die Antwort eben auch nicht unmittelbar zum Täter führt.

    Natürlich besteht schon die Gefahr, dass man auf jeden Fall zuviel erfährt und der Wolf dadurch ganz schlechte Karten hat. Aber wenns zu unfair würde kann man das ja wieder ändern.

    Misaki: Oh, ich bin in der Tat ein sehr nachtragender Mensch, aber aufgrund einer freundlichen Zurechtweisung (einer gerechtfertigten obendrein xD) einen Rachefeldzug zu starten wär dann selbst mir beinahe zu kleinlich xD

    Ich hab doch andere Motive für meine Stimme - auch wenn diese sicher nicht die stichhaltigsten sind x_X

    Nur, was sunny meinte; Wäre Van der Wolf wär das ein forscher Plan um den Sieg davon zu tragen... Für meinen Geschmack wärs zu tolldreist.
    Was nicht bedeutet, das es nicht sein kann; Das Glück ist mit den Mutigen o_O

    Mal abwarten

    @Inga: So soll es ja auch sein! xD

    @Van: Interessante Ansichten, seltsam vielsagend; Musst du mir bei Gelegenheit (also sollte ich noch etwas überleben) mal erklären, auf welche Magenschmerzen du anspielst.

    Aber nun ja, kommen wir zum abstimmen x_X

    Die einzige, die ich ausschliessen würde ist im Moment sunshine; Mag naiv sein, aber ich kann mir nicht vorstellen dass sie - wäre sie Wolf - so verschlagen agieren würde, dass sie Nox zuerst verputzt und anschliessend hier im Tread Betroffenheit heuchelt.
    Taktisch wär sowas vielleicht schon klug, aber naja, ich meine, auch n Wolf kann etwas Ehre haben x_X

    Ich denke, ich gebe meine Stimme diesmal Misaki, wobei ich mich über eine Retourkutsche von dir sicher nicht aufregen werde; Es ist einfach nur ein Gefühl... x_X

    Misaki: Ups, sorry! ^^" Kommt nicht wieder vor.

    Ansonsten, ganz deiner Meinung bin ich nicht; Nichts zu sagen hat in vergangenen Spielen manchmal durchaus nicht schlecht funktioniert... nur trägt es nichts dazu bei den Wolf in die Enge zu treiben.

    Deshalb geb ich Inga noch bis morgen früh, nulldreihundert, Zeit mir glaubwürdig zu verkaufen nicht der Wolf zu sein, ansonsten muss ich sie für ihre Schweigsamkeit abstrafen x_X

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    Naja, wer die Serie nicht mehr kennt - also wohl das meiste jüngere
    Publikum xD - wird sich hiermit eher schwer tun, aber was solls...

    zumal solcherlei vereinte Kräfte mich selbst tatsächlich manchmal nicht viel besser haben dastehen lassen als den armen Kerl x_X"

    Edit: Nachschlag... ^^"

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    nur ein Amateurwolf frisst Noxismus zuerst

    Wär Dinah hier würdest du dafür aber was zu hören kriegen... xD

    Durchaus möglich, dass ein routinierter Doubtler sein Opfer auch zufällig auswählt oder Nox aus Berechnung als erstes verputzt - ums nem Amateur in die Schuhe zu schieben.

    Ich warte noch etwas ab, gerne hätte ich auch nachgesehen ob Misako eigentlich nochmal aktiv war seit Beginn des Spiels, aber das wurde leider nicht angezeigt.

    Ansonsten; Is vielleicht jemand irgend ein kryptischer Hinweis Harus aufgefallen? (Solche Sachen hab ich nämlich nie kapiert x_X)

    Man macht sich nicht verdächtig, wenn man sich als erster am Tatort zeigt, oder...?!

    Egal, ich fänds unterhaltsamer, wenn man etwas diskutieren kann, anstatt das sich keiner was schreiben traut, aus Angst verdächtigt zu werden.

    Was das verdächtigen angeht... Wär eigentlich ganz hilfreich wenn man von Nox verblichenen Überresten nen Obduktionsbericht kriegen könnte - nach über 30 Runden Doubt hätt sich ein Gerichtsmediziner ja eigentlich schon mal bezahlt gemacht xD

    Wieder isses Sonntag - und erneut muss ich mich an jemandes Blog vergreifen x_X" Aber naja, bei vielen frei verfügbaren Sachen krieg ich Brechreiz vor lauter Bigotterie und Gesülze.

    Somit hätt ich heut zwei Geschichtchen für euch, geschrieben von glüx kind.
    Und das durchaus humorvoll, wie ich fand xD Und obwohl es sich diesmal eher um leichtere Kost handelt - so geht es nur um etwas Zwischenmenschlichkeit anstelle sphärischer Philosophieprobleme oder tiefgreifender existenzieller Dinge - zeigt die erste Story doch die Ironie auf, dass man manchmal eben doch trotz besseren Wissens nicht immer Herr über sich ist.
    Und die zweite, naja, lest am Besten selbst. :lernen:

    Ein akademischer Affentanz

    Ich sitze hier und warte. Starre auf mein Telefon. Schiebe es vor mir her. Display nach unten. Ich lege es weg. Will es nicht mehr sehen. Greife danach. Vielleicht ist es ja aus. Ein Blick um sicher zu gehen. Ich stehe auf. Ablenken. Das Handy ausser Sichtweite. Gehe zurück. Vielleicht ist es lautlos. Ein Blick und ich fühle mich...

    So in etwa lässt es sich beschreiben. Das Gefühl wenn ich auf einen Anruf warte. Eine Nachricht. Einfach irgendein Lebenszeichen. Schlimm genug, dass ich hin und her überlege, ob ich mich melden soll. Ja oder nein. Wenn ich es dann getan habe beginnt der Tanz ums Telefon. Hoffnung. Zweifel. Das alles im ständigen Wechsel. Dieses Phänomen, sich von einem total vernünftigen Menschen in einen von Selbstzweifeln geplagten "Teenie" zu verwandeln. Und das alles "nur" wegen eines Mannes. Was wenn er nicht anruft? Wenn er mich doch nicht so toll fand? Wenn ich nicht cool war? Wenn er mich doof findet? Zwischendurch die Gewissheit, das ich mich absolut irrational verhalte. Sonst bin ich selbstbewusst. Weiss das ich jemand bin und mich nicht verstecken muss. Aber kaum tritt ein Mann auf die Bildfläche ändert sich alles. Von einer Sekunde auf die andere werde ich zu jemandem der nicht mehr weiss was er tut. 100% Unsicherheit. Von 0 auf 100 in 2 Sekunden. Dabei will ich das gar nicht. Ich möchte nicht neben meinem Telefon sitzen und warten. Ich würde gerne von mir behaupten, das es mir egal wäre. Das ich mich eben nicht von jemand anderem abhängig mache. Dazu noch von jemandem den ich eigentlich kaum kenne. Ich wäre gerne gelassener und würde sagen können, das es mir egal ist, ob sich jemand meldet oder nicht. Aber die Wahrheit sieht leider anders aus. Ich möchte gemocht werden. It's that simple.

    Also tigere ich durch meine Wohnung und widme mich absurden Projekten. Alle verfolgen sie das gleiche Ziel: mich abzulenken. Um ja nicht wie eine Geisteskranke aufs Telefon zu starren. Nur leider sind sie alle gleich zwecklos, denn mittlerweile kann man sein Telefon ja überall mithin nehmen. Und jemand der sich so aufführt und so perfide auf jenen Anruf wartet macht auch genau das. Er nimmt es mit ins Badezimmer, zum Einkaufen, zum Sport, selbst der Müll wird nicht ohne raus gebracht. Es könnte ja genau in diesem Moment klingeln. Dann hätte man es verpasst. Manchmal wünschte ich in einer Welt ohne Handy zu leben. Damals war es bestimmt entspannter.

    Nach tagelangem umherschleichen melde ich mich schließlich. Auch diese Aktion ist sehr wohl überlegt. Jedes Wort wird durchdacht. Jeder Smiley abgewogen. Hin und her geht das und dauert mindestens ebenso lange wie die Entscheidung, ob ich mich überhaupt melden soll. Schließlich kann es ja kein gutes Zeichen sein, wenn ER sich bis jetzt nicht gemeldet hat! Über dem Senden Knopf verharren meine Finger noch einmal. Schweben Sekundenlang in der Luft, bevor sie endlich abdrücken. Bloß schnell wegdrücken. Handy wieder in die Ecke legen. Und schon geht es von vorne los. Meldet er sich oder nicht? Kommt nun endlich ein Antwort. Jedes Mal wenn das Handy schließlich klingelt keimt einen kurzen Moment lang Hoffnung auf. Sofort gefolgt von blanker Panik. Oh Gott, wenn ER es nun ist? Was soll ich dann nur sagen? Handy umdrehen. Drauf gucken. Feststellen dass es Mama ist. Puh, Mist.Glück gehabt. Ach herrje, was mache ich hier eigentlich? So kann das nicht weitergehen. Ich lösche erst einmal fürsorglich alle gesendeten SMS. Was nicht mehr zu sehen ist habe ich auch nie abgeschickt. Langsam beginne ich nicht mehr darüber nachzudenken. Und irgendwann macht sich auch die Erkenntnis breit, das er sich wirklich nicht melden wird. Es keine Antwort geben wird. Mein Telefon bleibt stumm. Was bleibt, ist das dumme Gefühl sich vollkommen zum Affen gemacht zu haben. Ihm gegenüber, weil ich mich schließlich gemeldet habe (lag es daran, dass ich womöglich nur Quark geschrieben habe?) und mir gegenüber, weil ich es einfach mal wieder nicht geschafft habe cool zu bleiben...


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    Alleine sein ist nicht schwer, Single sein dagegen sehr

    Es ist Samstagabend und ich sitze in einem kleinen, gemütlichen Café in einer kleinen überschaubaren Stadt. Ich bin allein. Neben mir am Tisch sitzt ein älteres Pärchen. Gegenüber eines das vermutlich sein erstes Date hat. Ich beobachte beide und beginne mich zu fragen, wer von uns wohl glücklicher ist. Und so beginne ich darüber nachzudenken, ob ich eigentlich glücklich bin.

    Als Single bin ich alleine. Allerdings nur auf den ersten Blick. Sieht man genauer hin, wird deutlich das ich es nicht bin. Ich habe mir eine Ersatzwelt geschaffen. Seit ich Single bin sehe ich meine Freunde viel öfter, ich unternehme mehr und reise viel. Ich habe die Gipfel der Anden erklommen, bin durch den Dschungel gelaufen und habe alleine auf dem Eiffelturm gestanden. Alleine so etwas zu schaffen macht einen stark. Ich gehe regelmäßig alleine auf Konzerte und fahre dafür auch gerne einmal in eine andere Stadt. Wenn mir danach ist setze ich mich ins Auto und fahre quer durch Deutschland. Ich besuche Freunde, die ich sonst nicht sehen würde, weil sie weiter weg wohnen. Ich habe mich der Herausforderung gestellt alleine im Restaurant zu Essen und alleine in einen Club zu gehen. Es macht mir nichts aus, denn ich kann überall neue Leute kennenlernen. Ich bin nicht allein, wenn ich alleine bin. Ich habe in den letzten 3 Jahren mehr erlebt, als während meiner letzten 3 Beziehungen. Ich muss keine Kompromisse machen und auf niemanden Rücksicht nehmen. Klar, am Anfang hatte ich davor wahnsinnige Angst. Ich wusste mit meiner neu gewonnenen Freiheit nichts anzufangen. Es war mir nicht vertraut. Ungewohnt. Und ungewohntes macht Angst, denn es ist ungewiss. Aber ich habe es mir vertraut gemacht. Heute kenne ich mich in diesen Gefilden aus.

    Ich bestelle einen weiteren Kaffee und sehe kurz auf. Das ältere Pärchen sitzt Arm in Arm. Ihre Hand liegt in seiner. Sie strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus. Es wirkt vertraut. Das Pärchen gegenüber wird diesen Zustand vermutlich nie erreichen. Sie haben sich bereits jetzt nicht mehr viel zu sagen. Vor sich jeder ein Glas Wein sehen sie sich nicht einmal mehr an. Ihr Blick schweift umher und bleibt schlussendlich auch an dem so vertraut wirkenden anderen Pärchen hängen. Vermutlich fragen sich beide, warum sie das nicht haben können, was die anderen haben. Was bei ihnen fehlt.

    Es ist nicht leicht das Singleleben. Es gleicht einem Dschungel bei dem man schnell den Überblick verlieren kann. Es ist eine Jagd bei dem jeder versucht den perfekten Partner zu finden. Doch genau wie im wahren Dschungel gestaltet sich dies unübersichtlich. Dort wo jeder bemüht ist den besten Fang zu machen, geht es nicht mehr um Kennenlernen. Innere Werte werden zur Nebensache. Geurteilt wird schnell und zumeist oberflächlich. Man möchte das Beste und gibt sich nicht mit dem Erstbesten zufrieden. Durch den ständigen Druck austauschbar zu sein und dem Wunsch nach Zugehörigkeit, bemüht sich ein jeder stets sich von seiner besten Seite zu zeigen. Ehrlichkeit ist zur Rarität geworden.

    Das junge Pärchen weiss das. Von ihnen wollte vermutlich keiner seinen Samstagabend alleine verbringen. Ihr Blick sagt mir, das sie nicht so enden woll(t)en wie ich. Alleine. An einem Samstagabend. Gezwungen alleine in einem Café umgeben von Pärchen zu sitzen. Was sie nicht wissen ist, dass es für mich Luxus ist. Hin und wieder gönne ich es mir in Ruhe alleine Zeit mit mir selbst zu verbringen. In einem Leben in dem ich alles tun kann was ich will, so vieles an so vielen Orten mache, tut es gut sich einfach einmal für ein paar Stunden auszuklinken. Das ältere Pärchen weiss das.

    Hin und wieder blicken sie von ihrem Gespräch auf und schauen verträumt herüber. Ihr Blick hat etwas sehnsüchtiges. Sie bemitleiden mich nicht. Vielmehr beneiden sie mich. Sie wissen um die Kostbarkeit Zeit für sich zu haben. Etwas das sie in all ihrer Vertrautheit zu selten haben. Gewohnheit lässt wenig Platz für Spontanität. Doch genau darum beneide ich sie. Sie haben etwas, das ich in meinem Leben vermisse. Das Glück echte Vertrautheit und Vertrauen zu haben. Hin und wieder wünschte auch ich mir einfach etwas Vertrautheit und Geborgenheit in meinem sonst so durchgeplanten Leben. Würde ich all das nicht tun, es würde mir nicht besser gehen als dem jungen Pärchen. Schließlich bin auch ich nur ein Teil des Dschungels. Das ich mich nicht jagen lasse heißt schließlich nicht, das ich nicht verwundbar bin...

    Na, habt ihrs gemerkt?! Sonntag ists. Und damit geb ich das Wort heute einfach mal gleich weiter an eine kluge Frau - die ich mir hier schon einmal zu Gast machte xD"" - und die sich Traumfängerin nennt. Wobei ich mich auch frage, ob es ihr wohl recht wäre ihren Namen zu nennen...

    Der Luxus der Unerreichbarkeit und Anonymität.


    Es sind jetzt zwei Wochen, dass ich zwei Handys mit zwei Nummern habe. Eine Nummer für den wichtigsten Menschen der Welt, und eine, meine alte, für den Rest. Der Grund liegt in der Lästigkeit ständiger Anrufe und Mitteilungen, wenn man doch ungestört, für sich sein will.
    Seither ist Ruhe eingekehrt. Bei dem Handy, das ich immer in der Tasche habe, freue ich mich, wenn ich diese zauberhaften Nachrichten bekomme, bei denen mein Herz hüpft, und alles andere kontrolliere ich ab und an einmal. So habe ich meine Ruhe, wenn ich spazierengehe, wenn ich unterwegs bin, wenn ich für mich sein will.
    Bei meinen Kontrollen von Zeit zu Zeit sehe ich mein Handy regelrecht zubombadiert, mehrfache Anrufe, entrüstetes Schimpfen, warum ich nicht antworte. Es scheint inakzeptabel, ja regelrecht ein Unding zu sein, sich der Erreichbarkeit eine Weile, ein paar Stunden zu entziehen. Ich erinnere mich, dass ich in der Anfangszeit mein Handy immer mitnahm, um im Notfall anrufen zu können, es ging eher darum, jederzeit anrufen zu können. Heute ist es wichtig, jederzeit angerufen werden zu können, jederzeit erreichbar zu sein. Jemanden nicht zu erreichen stellt eine auswegslose Situation da, man fühlt sich hilflos, trotz aller technischer Mittel entzieht sich der andere dem direkten Kontakt.
    Ich lasse mich anstecken von dieser Haltung, ich merke das selbst, wie schnell ich unruhig werde, wenn ich sehe, dass eine Sms nicht ankomme. Wie es mich regelrecht verstört, wenn jemand sein Handy abgeschaltet hat. Es geht mir selbst zu schnell, diese Form der ZickZackKommunikation, zu schnell, zu hektisch.

    Genauso zu hektisch wären mir facebook und Co. Mal eben schnell etwas posten, dass es jeder schnell weiß, mal eben schnell jemandem schreiben - das geht mir zu schnell, das schürt Panik und Angst, wenn dann mal irgendwas nicht schnell und sofort geht. Es ist einfach zu schnell, um noch irgendetwas wahrzunehmen. Man ertrinkt in Informationen, in Massen aus Unwichtigkeiten und hält diese Informationsflut auch noch für das Leben. Eine Kollegin fragte mich neulich ganz ernsthaft, vergebens suchte ich auch nur ein Fitzelchen Ironie in ihrem Gesicht: Findest du eigentlich nicht, dass du so [=ohne facebook] was verpasst?. Und so blieb mir nur eine Antwort: Nein. Das, was ich wissen muss, erfahre ich sowieso irgendwann, und alles andere war dann eh nicht wichtig. Und meinen Freunde legen sogar so viel Wert darauf, dass ich irgendwo mithinkomme, dass sie zusätzlich zu der facebook-Gruppeneinladung für alle mir als Einziger eine persönliche Einladung per sms oder Mail schicken (was ich übrigens viel schöner und netter finde).
    Was ich nicht könnte und was mich an facebook schon immer abschreckte, ist die schlichte Tatsache, dass ich den Mist, den ich heute denke und schreibe und handle, morgen noch auf meiner Seite stehen hätte. Da bleibe ich für Google lieber ein Mysterium, im Netz praktisch nicht vorhanden, verweigere sämtliche Veröffentlichungen (vor allem bildlicher Art) meiner Person und kann mir zumindest relativ sicher sein, dass morgen niemand mehr weiß, was ich heute tue. Denn so leicht man sich im direkten Kontakt noch aus irgendetwas herauswinden kann, so schwierig wird es, wenn man es selbst für jeden sichtbar irgendwo hingeschrieben hat. Auch Kontaktabbrüche fallen nicht mehr leicht. Es ist eben ein Unterschied, ob ich sage: Ich melde mich nicht mehr., und sehe denjenigen nie wieder, oder ob man sich gegenseitig noch auf den Profilen stalkt und sämtliche Äußerungen des anderen, die man so nie hören würde, auf sich bezieht.

    So bleibe ich lieber unerreichbar und für alle (inzwischen zwar eher für fast alle) anonym. Manch einer versteht das nicht, neulich las ich in einem Blog, das wäre doch Quatsch und man würde das nur machen, weil man nicht öffentlich zu dem steht, was man schreibt.
    Das stimmt nicht. Ich stehe zu dem, was ich schreibe, aber ich muss nicht mit allem, was ich denke, hausieren gehen. Ich dränge niemandem auf, meinen Blog zu lesen, und wenn ich mit Leuten zusammenbin, die nie verstehen würden, was ich denke, muss ich ihnen das auch nicht vorbeten.
    Das Tolle am Schreiben ist die Entwicklung, die man durchlebt. Und das Wundervolle an einem anonymen Blog ist, dass man die verschiedensten Entwicklungen durchmachen kann, und jederzeit alles löschen kann, was einem nicht mehr gefällt. Nur weil ich gestern über Erotik geschrieben habe, muss ich das heute nicht auch noch tun. Die Leserschaft ändert sich vielleicht und die Statistik schwankt, aber nicht einmal mein Profilbild, meinen Blogtitel und meinen Namen muss ich deswegen noch ändern. Ich muss auch keine Trilliarden Blogs eröffnen und meinen Lesern Honig ums Maul schmieren, dass sie auch ja kein Thema lesen müssen, das sie nicht interessiert. Ich bin ja da, um zu schreiben, nicht um gelesen zu werden. Mich muss keiner lesen und keiner anschauen, und so brauche ich keinen Namen und kein Bild von mir, ich brauche nur meine Tasten. Ich bin gerne anonym und die Vorstellung, irgendwann meinen Blog mit einem Klick zu löschen und im gleichen Moment meinen Laptop und mein öffentliches Handy in einem Fluss zu versenken, erfüllt mich mit Erleichterung. Frei sein. Sich aus dem Netz der unendlichen Informationen und Möglichkeiten ausklinken, einfach aufhören, flexibel, schnell, möglich und informiert zu sein und stattdessen ruhig werden. Einfach leben, sein, atmen. Einfach atmen...