Beiträge von Haggard

    Ja, schon. Aber nie was todernstes wie schwerer Raubmord oder Drogenhandel oder so.

    Wolltest du mal von zuhause abhauen - oder hast es sogar durchgezogen? xD

    Mmm, auf 100 bring ichs glaub ich nicht, aber so an 50, 60 haben sich im Laufe der Zeit angesammelt

    Kannst du mehr als eine Fremdsprache?


    und @Nocy; Cool! (und damit mein ich jetzt, das du das Spiel geschafft hast, nicht etwa den Krankenhausaufenthalt! x_x) ich war einige Male nah dran, aber ich verkacks zum Schluss jedes Mal xD"

    Olla! Die Woche ist rum, ich hab grad was da, also gibts auch wieder was auf die Augen. Wobei, diesmal ist es vielleicht etwas schwerere Kost, aber ich wechsle halt mal wieder ab um jene Geister zu besänftigen die den letzten Kram vielleicht zu flach fanden xD

    Wohl bekomms.

    Arschloch...

    Ein schönes Wort. Nicht? Vor allen Dingen wird es oft gebraucht, von jedem von uns. Selbst Leute, die versuchen dermaßen hochgestochen zu reden, dass sie fast an ihren Plattitüden ersticken, weil sie mal irgendwo gelesen haben, dass gelegentliches Fluchen dumm macht - selbst die benutzen es. So ein schönes Wort. So speziell. Man nennt jemanden nicht einfach nur Arsch - das kann ja vieles sein, und es gibt verdammt viele knackige Ärsche - nein, man spezifiziert das Objekt seines Wutausbruches noch mehr: Arschloch.

    Außerdem ist es ein flexibles Wort. Anwendbar in nahezu allen Lebenslagen, besonders oft im Straßenverkehr. Könnte man ein Automodell aus dem Jahr 2000 befragen (vorausgesetzt, eines hat das große Abwracken überlebt), wie viele dieser Flüche es schon gehört hat - wir bräuchten einen automatischen Zähler, um da mitzuhalten. Und es lässt sich auf jeden anwenden, egal, ob einem gerade die Vorfahrt genommen wurde - das unvorsichtige, gemeingefährliche Arschloch! - oder ob man gerade jemandem die Vorfahrt nimmt - das übervorsichtige, lahme Arschloch! Und dann auch noch hupen, verdammter Drecksack!

    Aber der springende Punkt an diesem Wort ist, dass wir es fast ausschließlich auf andere anwenden, niemals auf uns selbst. Von gelegentlicher Imagepflege einiger notorisch böser Buben einmal abgesehen, die dann vorgeschobene Gründe nennen, warum sie denn die notorischen bösen Buben sind. Es ist ja in manchen Szenen schon grundlegender Konsens, dass man Menschen scheiße findet und ein knallhartes Arschloch ist, während man zu Hause seine Tulpen pflegt und Kuscheltiere kämmt, wenn niemand hinsieht.
    Ich habe weder kämmbare Kuscheltiere, noch Tulpen. Aber ich bin ein Arschloch. Manchmal. Und ich kenne auch einen guten Grund dafür.

    Ich weiß ja nicht, ob das noch jemand kennt, aber manchmal wache ich an einemTag auf und möchte einfach auf diese ganze Welt scheißen. Vor allem auf alle Menschen. Das ist nicht diese normale Grundmelancholie, die man manchmal hat, nicht dieses Gefühl, den Rückfahrschein in die Kuschelwelt verloren zu haben, nein, es ist ein aggressiveres, ätzenderes Gefühl. Das mischt sich dann mit einer Prise Galgenhumor, und schon habe ich unendlich viel abgefuckten Spaß in meinem Kopf.

    Wenn ich muss, verlasse ich dann das Haus und schiebe eine gute Runde Hass. Für jeden der mir begegnet eine dreckige Aussage parat, an der man sich verschlucken könnte, spräche man sie aus. Ich gehe über einen Campus mit nichtsahnenden, sich in der Frühlingssonne räkelnden Studenten, und denke: Ihr könnt mich alle mal.

    Dabei kenne ich keinen einzigen von diesen Leuten näher, an denen ich meine schlechte Laune auslasse. Treffe ich Freunde, so schwindet dieses Gefühl schlagartig. Und das ist der Punkt. Kennt man ein Gesicht und das Wesen dahinter, ist man mit ihm auf freundliche Art verbunden, dann fällt einem diese schlagartige Verurteilung nicht mehr ein, oder zumindest ist sie sehr, sehr schwer. Wenn ich den grinsenden Typen mit der überdimensionierten Sonnenbrille, der sich da drüben auf der Bank räkelt, mit Namen kennen würde - wenn ich mit ihm auch nur einen guten Abend bei einem kleinen Bier verbracht hätte - dann würde ich mir nicht mehr vorstellen, wie er auf einer scheiß Herdplatte gebraten wird, bis sich sein Haarspray selbst entzündet.

    Das ist eigentlich beschissene Doppelmoral. Genau das Gleiche tun die angeblich so klugen Leute, wenn sie sich ohne einen Gedanken an die Alternative zu verschwenden über andere stellen, weil sie ja "anders" sind, was eigentlich nur "besser" heißt: Selbst wenn dieser Unterschied zu "den anderen" da ist, hat diese gedankenlose Selbsterhöhung einen Namen, und der lautet Arroganz. Das ist dieses einfache Verurteilen von Dingen, die man nicht kennt, weil man sie nicht nachvollziehen will. Weil es einfach zu viel Arbeit ist. Weil man mit einer Einstellung, die auf den Rest der Welt einen Dreck gibt, einfach besser fährt.

    Manchmal kotzt mich das ziemlich an. Obwohl ich die Vorstellung mit dem brennenden Haarspray immer noch witzig finde.

    Aber wenigstens werde ich mir dessen bewusst. Wenigstens sagt ein kleiner Teil von mir jedes Mal: Hör auf, du Arschloch! Und wenn ich plötzlich Zugriff auf gigantische Herdplatten hätte -

    Dann würde ich vielleicht doch eher meine Kuscheltiere kämmen, wenn ich nicht gerade einen ganz schlechten Tag habe.

    Manchmal bin ich ein Arschloch. Aber wenigstens ein menschliches Arschloch.

    (geschrieben von: InsGesicht)