• Während Light im Manga/Anime ein hochintelligenter Einzelgänger ist (fast schon zu schlau für sein Alter) , der sich wenig bis gar nicht um soziale Kontakte schert, ist Film- Light ein stinknormaler Durchschnittsschüler, der auch mal Nachsitzen aufgebrummt bekommt, etwas das zu Manga-Light überhaupt nicht passt. Film-Light ist also eine Person wie du und ich, kann man als realitätsnäher ansehen, aber (obwohl ich auch Manga-Light nicht mochte), gerade dass Manga-Light so ein Genie war, machte es logisch, Light an der Macht so zerbrechen zu sehen.
• Ryuks Stimme mit William Dafoe fand ich ziemlich genial, sein Aussehen dagegen nicht, sah mir zu billig kostümiert aus. Schade, wo seine Dialoge und Auftritte eigentlich ziemlich cool waren.
• Misa hieß hier Mia, war Lights Cheerleader-Klassenkameradin/Freundin und so ziemlich das Überflüssigste, was der Film zu bieten hatte, sie war ne arrogante Bitch, die mit Lights Gefühlen spielte. Zwar mochte ich sie mehr, als Manga-Misa, weil mir diese Naivität und das sie im Anime/Manga wie eine Klette an Light hing, abgrundtief abnervte, aber Manga-Misa hatte mit ihrem Death Note und den Shinigami-Augen wenigstens einen wichtigen Nutzen, Film-Mi(s)a war einfach nur da und wusste von Lights Death Note, das wars. Dass Light sie als Mittel zur Vertuschung benutzt hatte und für sie nichts empfand, war im Film nicht, sie war Lights Freundin, wenn auch arrogant. Manga-Misa ist bekannterweise doof und naiv genug gewesen um nach Lights Pfeife zu tanzen, Mia kam mir vernünftiger rüber, aber sie hatte dank Plot auch keine Gelegenheit, irgendwie auf Light zu reagieren. Sie war einfach da.
• Film- L hatte zwar Manga - Ls Vorliebe für Süßigkeiten und manchmal saß er komisch rum, aber sonst kam er mir nicht rüber, als wenn da gerade L vor mir agiert, Manga-Ls verschrobene Art geparrt mit dessen vorsichtige Genialität ist wohl wirklich kaum nachahmbar. Film-L war eher ein schlauer Nachwuchsdetektiv, ganz sympathisch aber halt nicht L.
• Rem, Mello, Near, Matt, Matsuda, Teru Mikami, Elemente der Shinigami-Augen, das zweite Death Note fehlen komplett, was man dem Anime auch anmerkt, er wird unabgerundet und es fehlt einfach viel zu viel, der Film hätte lieber eine Netflix-Serie gut getan, um Unzulänglichkeiten auszubügeln.
• Es gibt einfach kein 'Katz-und Maus' - Spiel zweier hochintelligenten Individuen, weil Film-Light einfach nicht über Lights Wahnsinn, Intelligenz und Gottkomplex verfügt. Das Death Note raubte Manga-Light irgendwann die Fähigkeit, zwischen Gutes Tun und einfach Feinde ausschalten zu unterscheiden und er zerbricht irgendwann daran, es war im Film eher eine Polizei sucht Teenager-Massenmörder-Story.
• Man merkte, dass der Film keine Zeit hatte, es ging alles viel zu schnell, Light bekam schon nach wenigen Sekunden Film das Death Note und ohne allzu großen Plot wurde er nach kurzer Zeit Kira. Er traf Misa äh Mia am nächsten Tag, als er das Death Note erhielt und erzählte ihr sofort, dass er mit dem Buch Menschen töten konnte. Am selben Abend küssen sich und werden ein Paar. L wird ohne Schnick-Schnack eingeführt, er trägt eine Sonnenbrille und einen Tuch über den Mund, um kurz und bündig zu Light übers Fernsehen zu sprechen. Sicherheit und verdeckt ermitteln, wie es Manga-Ls Art ist, ist hier nicht gegeben. Auch scheinen Film-Ls Informationen ihm wie zugeflogen zu kommen, wie er darauf kommt, seine Gedankengänge erfährt man kaum bis nicht. Der Plot wirkt platt und gehetzt, statt L hätte man jeden anderen Ermittler einsetzen können, das Ergebnis wäre ähnlich gewesen.
• Das Ende ist ebenfalls ganz anders als im Anime bzw. Manga, aber das ist auch okay so, denn mit diesen abgeflachten Plot und Charakterversionen von Light und L wäre das auch unglaubwürdig gewesen, das Ende passt zur Filmversion. Manga-Light der kurz vor seinem Tode wahnsinnig wird und wild herumschreit etc., was ziemlich abgefuckt und tragisch ist, passt zum Ende des Mangas, aber nicht zur eher harmlosen Filmversion.
• Positiv anzumerken sind die Filmtode, alle brutaler gestaltet als im Anime und auch viel abwechslungsreicher, auch waren die Schauspieler wirklich authentisch, fürs platte Drehbuch können sie ja nichts.