Dass die Charaktere immer im selben Schema vorgestellt wurden, könnte daran liegen, dass Clannad die Adaption einer Visual Novel ist, bei solchen Formaten ist das ziemlich normal, da auch im Spiel verschiedene Routen gegangen werden, die zu den verschiedenen Mädchen führen.
Ich mochte Nagisa auch nicht, sie war verheult und der Anime drückte viel zu sehr darauf, sie als perfekte Frau für Tomoya darzustellen, obwohl mir Kyou auch besser gefallen hätte. Wenn du sie so sehr magst, schau dir ihre OVA an, die zeigt die Route, wenn Tomoya sich für sie entschieden hätte. Diese eine OVA empfand ich besser, als die komplette erste Staffel. Sie bekam einen Wertungsstern mehr, als eben Staffel eins und das soll schon was heißen.
Falls dir die Serie wirklich nicht zusagt, dann lass die zweite Staffel ruhig liegen. Es gibt mehr aufgesetztes Drama, auch wenn ich finde, dass Ushio, die Tochter Nagisas und Tomoyas, den Anime anschaubar macht, den sie ist wirklich niedlich und lässt Tomoya endlich mal Verantwortung spüren. Du wirst aber keinen Spaß haben, wenn du es nicht magst, dass es sich nunmal um Tomoyas Familie dreht, die er sich viel zu spät bewusst wird. Ich persönlich habe Clannad auch nur als mittelwertig empfunden, weil ich dieses Kitsch-Geschwafel nicht mag und weinen musste ich auch nicht, trotzdem würde ich gerade Staffel zwei als ein besserer Vertreter des Drama-Genre bezeichnen, ein bisschen realitätsnaher, als nur die Wahl Tomoyas zwischen ähnlichen oder nicht ähnlichen Mädchen. Sie fokussiert Probleme eines Vaters, die Familie und so weiter. Ein erwachseneres Clannad, sozusagen. Ob du das magst, ist dir überlassen und ob du es gelungen findest, sowieso.
Und leider ist es wahr, dass frühere Figuren wie eben Kyou, die ich als gelungen bezeichne, nicht mehr allzu präsent sind. Schade, aber vorhersehbar, dass Nagisa seine Wahl wird.