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Originaltitel: The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim
Produktionsjahr: 2024
Produktionsland: USA, Japan
Produktion: Philippa Boyens, Joseph Chou, Jason DeMarco
Vorlage: Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien
Regie: Kenji Kamiyama
Drehbuch: Phoebe Gittins, Arty Papageorgiou, Jeffrey Addiss, Will Matthews
Musik: Stephen Gallagher
Laufzeit: 132 Min
Deutscher Anbieter: Warner Bros. Pictures (DVD, BD, 4k), Amazon (digitaler Kauf)
Story:
Héra ist die Tochter von Helm Hammerhand, dem König der Rohirrim. Sie führt ein freies Leben und genießt die Stunden auf dem Rücken ihres Pferdes Ashere. Ihr Vater plant sie mit einem Herrschersohn von Gondor zu verheiraten um die beiden Länder endgültig zu vereinen, doch der Dunländer Freca tritt vor den König und möchte - um des Friedens und der Vereinigung Willen - Héra mit seinem Sohn Wulf verheiraten. König Helm lehnt das jedoch entschieden ab und die beiden geraten in einen Streit darüber, den sie mit einem Faustkampf zu lösen gedenken. Während Wulf diese Verbindung gerne eingehen würde, lehnt Héra jedoch ebenfalls ab; sie möchte nicht heiraten. Im Faustkampf tötet König Helm Freca mit einem einzigen Schlag und so schwört dessen Sohn Wulf ihm Rache.
Quelle: Eigene Zusammenfassung
Trivia:
- Der Film wird von Miranda Otto in ihrer Rolle als Éowyn erzählt. In der deutschen Synchro übernimmt Alexandra Marisa Wilke, die bereits in der "Der Herr der Ringe"-Trilogie Éowyn synchronisierte, diese Rolle.
- Für einen kurzen Auftritt von Saruman dem Weißen wurden Archivaufnahmen von Christopher Lee verwendet. In der deutschen Synchronisation bekam er dagegen eine neue Stimme verliehen.
- Billy Boyd (Pippin) und Dominic Monaghan (Merry) liehen ihre Stimmen zwei Orcs.
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Eigene Meinung:
"Die Schlacht der Rohirrim" klingt erst mal wie ein epochales Event, dabei handelt es sich um einen ziemlich klassischen Racheakt. Wulf, der wegen dem Tod seines Vaters erzürnt ist und sich zusätzlich von Héra zurückgewiesen fühlt, schwört blutige Rache an der Blutlinie des Helm Hammerhand. So ziehen also diese beiden Fraktionen in den Kampf, wobei beide Anführer die Ratschläge ihrer Getreuen ignorieren und damit weiteres Blutvergießen heraufbeschwören. Im Laufe der Geschichte ziehen sich die Rohirrim dann in die Hornburg zurück, hinter deren Mauern man sich gut verteidigen und eine Belagerung aussitzen kann.
Héra selber kommt zwar als ziemlich coole und kämpferisch versierte Frau rüber, die sich auch ihr Leben nicht von Männern diktieren lassen will, aber leider ist das auch schon alles. Ich finde sie irgendwie sympathisch, aber sonst ist ihr eigentlicher Inhalt eben die Verteidigung und Rettung ihrer Landsleute. Ebenso flach kommen auch die anderen Charaktere rüber. Bei einem Film der etwas mehr als zwei Stunden geht ist das eigentlich recht mager; man hätte dafür auf ein paar andere Charaktere verzichten können, aber who am I to judge?
Um die Story zusätzlich etwas mehr im HdR-Universum zu verankern wurden ein paar Dinge wie Orcs, die Ringe suchen, ein Troll und die großen Adler eingestreut.
Was ich jedoch nicht ganz verstanden habe ist,
dass gesagt wird Héra sei eine Vorfahrin von Éowyn gewesen; jedoch hat Héra offenbar nie geheiratet und Kinder bekommen - Éowyn sagt sogar, dass man nach Héra in den Aufzeichnungen der Rohirrim nicht suchen müsse, da es nichts über sie gebe. Ist sie also keine direkte Vorfahrin, sondern eher im weitesten Sinne?
Ich habe in Kritiken öfter gelesen, dass es unsinnig sei so einen Charakter als Hauptcharakter zu nehmen, weil sie bei Tolkien nur in einem Nebensatz und auch noch ohne Namen erwähnt wird. Gerade das gibt einem aber mehr Freiheiten in einem Medium Dinge darstellen zu können, finde ich.
Mag sein, dass der Film für Hardcore-HdR-Fans ein Schlag in's Gesicht war, ich fand ihn jedoch nicht ganz so übel, wie er oft hingestellt wird. Ich mag HdR und hab einiges davon konsumiert (nicht nur das Buch und die Peter Jackson Filme), hab mich auch mal gezielt zu Personen oder Orten auf einschlägigen Wikis belesen, würde mich aber nicht als krassen Nerd hinstellen; vielleicht bin ich deswegen dem Film gegenüber so offen (ich hab allerdings mit einigen Franchises schon die Erfahrung gemacht, dass man Verfilmungen etc. auch oft getrennt vom Rest betrachten muss)
Den Zeichenstil fand ich ganz hübsch, die Farben waren kräftig und die Animationen überwiegend gut. Die CGI-Hintergründe waren an für sich auch hübsch, jedoch wirkte der Charakter manchmal seltsam auf den Hintergrund geklatscht
Ziemlich gut fand ich die Übernahme der Örtlichkeiten, die ziemlich genau wie in Peter Jacksons Filmen aussehen :D
Die deutsche Synchro fand ich alles in allem gelungen. Mit Alexandra Wilke und Marios Gavrilis (Haleth) waren zwei Sprecher dabei, die ich persönlich sehr mag, aber auch die restlichen Sprecher haben ihre Arbeit sehr gut gemacht. Ich mochte die Stimme von Héra (Patricia Strasburger) sehr gern, weil sie einen angenehmen Klang hatte und auch zum Charakter selbst passte. Hans Bayer (Helm Hammerhand) und Sebastian Pappenberger (Wulf) fand ich auch sehr gut gewählt. Generell ist mir da keine Stimme negativ oder unpassend aufgefallen 
Als schade empfinde ich das Fehlen der japanischen Synchro auf der BD. Der Film ist original auf englisch und in Europa interessieren sich vermutlich die wenigsten für eine Sprache aus dem asiatischen Raum, aber da der Film auch in Japan produziert wurde, hätte man sich die Mühe ruhig machen können.
Alles in allem fand ich, es war ein unterhaltsamer, wenn auch etwas flacher Film. Ich werde ihn mir bei Gelegenheit noch auf englisch anschauen um die Originalstimmen genießen zu können. Man kann ihn sich IMO trotz aller Kritik gut angucken.