Ich hab den Film letztens auch - nach bestimmt 20 Jahren - das erste Mal wieder gesehen; Pflicht, nachdem ich das Buch gelesen hatte. Gerade deswegen ziehe ich aber auch Vergleiche, doch erst mal zum Film an sich:
Zeichnerisch, von den Animationen und vom Soundtrack her ist dieser Film was ganz besonderes; wie IMO die meisten Don Bluth-Filme (Feivel
) Wie schon angesprochen sind seine Filme düsterer als der meist kitschig-bunte Disney-Gegenpol (den ich natürlich auch mag) und er spielt gerne mit Effekten die einem eine Gänsehaut verpassen - die Eule wird z.B. extrem unheimlich dargestellt, was einem nicht nur als kleine Maus Angst einjagen kann.
Die Story ist erst Mal simpel: Bauer Fitzgibbon will sein Feld nach dem Winter für die Aussaat pflügen und das Haus von Mrs. Frisby und ihren Kindern ist da leider im Weg. Da der jüngste Sohn aber krank ist, funktioniert das nicht wie geplant und beinahe wäre alles verloren, doch die schusselige Krähe Jeremy gibt den entscheidenen Hinweis und so macht sich Mrs. Frisby auf zur weisen Eule, die ihr wiederum rät zu den Ratten zu gehen und so entwickelt sich langsam die Geschichte und man wird in das Leben der Ratten eingeführt, lernt Nicodemus und Justin kennen.
Was mir extrem aufgefallen ist, ist der krasse magische Einschlag, den der Film bekommen hat; so etwas (z.B. das Amulett) gibt es im Buch nicht. Die Ratten sind dort auch äußert intelligent, haben Strom etc., aber Magie gibt es nicht. Ebenso ist Jenner nicht der Bösewicht und das stößt mir sogar am Meisten am Film auf. Jenner hat die Rattenkolonie eigentlich verlassen, da er mit dem Plan der anderen Ratten nicht einverstanden war (ich erinner mich nicht mehr genau in wie weit das im Film thematisiert wird, aber die Ratten wollen ja wieder ein einfacheres Leben haben und mehr selbst machen, anstelle mit "gestohlenem" Strom zu leben usw.), aber er war nie böse. Das "Böse" im Buch sind für Mrs. Frisby die Gefahr Haus und Leben an den Pflug zu verlieren und natürlich die Gefahr durch Kater Dragon, und für die Ratten, dass ihnen NIMH auf den Fersen ist um seine ausgebüchsten Ratten wieder einzufangen. Im Übrigen fand ich schön, dass das mit den Labortests so genau gezeigt wurde, da das gerade Kindern aufzeigt, dass Menschen oft Dinge tun, die nicht gerade schön sind, allerdings wird es auch etwas negativer dargestellt, denn im Buch waren Dr. Schultz und seine Assistenten nett zu den Ratten und haben sich sogar daran erfreut, dass durch die Tests ihre Intelligenz und Lebensspanne anstieg.
Aber nicht missverstehen, ich mag den Film sehr sehr gern, aber ich betrachte ihn stark getrennt von der Buchvorlage, da auch einige Charaktere nicht ganz korrekt dargestellt werden. Mrs. Brisby ist hier z.B. am Anfang recht schnippisch gegenüber Jeremy, der wiederum im Buch nicht so ein schusseliger Sidekick ist... Und auch Mr. Ages ist nicht so abweisend Mrs. Brisby gegenüber.
Das Buch mag, wenn man nur den Film kennt, dagegen recht langweilig wirken, aber ich fand es trotzdem sehr spannend und flüssig zu lesen, ohne seitenlange Beschreibungen von Umgebungen und Charakteren, wie ich das von anderen Autoren kenne (Richard Adams war z.B. so jemand
), Richard O'Brien kommt zügig zum Thema und handelt die Geschichte kurz und knackig ab (vielleicht erstelle ich mal einen Thread zum Buch
)
Wie gesagt, alles in allem ist der Film super, fantasievoll, spannend, gruselig und ich möchte ihn in meiner Sammlung nicht missen :)