Das ist ja das absolute Gegenteil der Ganbatte-Mentalität, wo die Leidenschaft für den Wettkampf und das Erreichen der eigenen Ziele im Mittelpunkt stehen.
Ehrlich gesagt hatte ich überlegt, ob ich das "Ganbatte" auch wirklich schreiben soll. Deshalb steht es in Klammern. Zwar geht es im Grundlegenden auch darum, Wettkämpfe zu gewinnen, aber dieses "Ich werde mein bestes geben" und mit funkelnden Augen war wirklich nicht da. Deswegen die Anführungsstriche.
Von daher kann ich auch die Kritik an den humorvollen Szenen nicht ganz verstehen. Es ist natürlich eine Geschmackssache, aber ohne die Comedyszenen wäre die Serie ja nur noch deprimierend. Ich weiß nicht, ob ich das durchgestanden hätte. Die Comedyszenen waren für mich immer ein Lichtblick in den finsteren Gemütszuständen, in die Rei sich regelmäßig reinsteigert.
Mich interessieren traurige Geschichten nun mal. Aber Komödien sehe ich mir auch gerne an. Ich glaube, diese spezielle Mischung aus Humor und Dramatik war ich bisher nicht gewohnt. (Bei Gintama sind ja auch beide Genres vertreten. Dort weiß man jedoch, dass ernste Szenen überhaupt nicht ernst gemeint sind und man die, im Anschluss entkräftete, Situation einfach schon lockerer angeht.) Hier kamen die lustigen Szenen meines Erachtens ein wenig zu plötzlich. Noch zuvor hat man als Zuschauer den düsteren Emotionstsunami miterlebt und dann kommt Rei zu Akari nach Hause und er wird von Schlag auf mit überspitzter Freude empfangen wird, die Katzen rennen herum und die Lautstärke im Haus steigt stark an. Das war mir einfach zu hektisch. Ich glaube, wenn der Humor sanfter gewesen wäre, vielleicht mehr mit Wortwitzen und kleinen Missgeschicken gearbeitet wäre, dann hätte ich das besser gefunden.