Es ist natürlich schön, dass einige hier ein relativ positives Jahr verzeichnen können. Leider ist das bei mir nicht der Fall. Nach meiner Depression hatte ich mir für die Jahre 2020 und 2021 vorgenommen, mein Leben zu verbessern, indem ich an der Erfüllung meiner Träume arbeite und positiver an Sachen rangehe. Hat nicht geklappt. Und nachdem nun mein allerletzter Plan im Frühling diesen Jahres in die Hose ging, tue ich nichts mehr, was irgend eine Anstrengung erfordert. Ich weiß, man soll immer wieder aufstehen und weitermachen. Aber diesmal bin ich einfach liegen geblieben. Mit Absicht. Und es wird sich an dieser Situation nicht so schnell etwas ändern. Ich hab mein Studium als Landschaftsarchitekt abgebrochen, ging dann im Sommer aus der Not heraus als Gärtner arbeiten und bin jetzt erneut an einer Uni eingeschrieben, um meinen ehemaligen Kindheitswunsch eventuell erfüllen zu können. Paläontologe zu werden. Aber ganz ehrlich. Es fühlt sich einfach alles falsch an, was ich mache. Ich spüre keine Leidenschaft für meine einstigen Hobbies, ich fühle mich nur noch unwohl unter fremden Menschen und habe keine Zuversicht, dass ich etwas ändern könnte. Die sechs Jahre meines Erwachsenendaseins haben mich zu einer verbitterten Persönlichkeit verkommen lassen. Mein Alltag besteht aus Gammeln, Zocken und Essen. Ich schmeiß mein Geld für unnötigen Kram raus, weil ich keinen Sinn mehr darin sehe, es für wirklich tolle Sachen aufzusparen (Stichwort Japanreise).
An schönen Erlebnissen fallen mir eigentlich nur ein, dass ich neue tolle Lieder entdeckt habe und die Gesellschaft im Chat amüsanter geworden ist. Ach ja, und es ist gut, dass ich nicht nochmal depressiv geworden bin. Aber mir kommt es vor, als würde ich hart an der Grenze langschrammen.
Dieser Jahresrückblick ist jetzt ziemlich runtergebrochen. Ihr müsst mir auch keine Tipps geben, was ich besser machen könnte. Ich weiß ganz genau wo meine Schwächen liegen. Hatte ja genügend Zeit, darüber zu reflektieren. Vielleicht krieg ich ja noch die Kurve, ehe es endgültig zu spät ist.