Beiträge von Erika

    Aber wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch schon einmal für wen anderes verstellt? Beziehungsweise, wäre es euch das wert, gewisse Aspekte von einem selbst zu verleugnen, nur um das Gefühl zu haben, dem anderen dadurch besser zu gefallen?

    Nein. Warum sollte ich jemandem gefallen wollen, der dann nur die Version von mir mag, die ich für ihn konstruiere? Das würde sich nur für jemanden lohnen, der so verzweifelt ist, dass sich für ihn selbst eine auf Leugnung der eigenen Persönlichkeit aufbauende Sympathie wie ein Festmahl für die Seele anfühlen muss. Entweder, weil diese Person Alleinsein nicht erträgt, diese daher als Einsamkeit empfindet, aber auch nicht die Offenheit besitzt, die Vorteile des Alleinseins sehen oder auch nur in Erwägung ziehen zu wollen. Oder, sie sind auf Bestätigung anderer, egal auf welcher Basis (fake oder echt), angewiesen, damit der eigene Selbstwert nicht in sich zusammenklappt.

    Mir wäre es das alles nicht wert. Es wird immer Menschen geben, die einen so mögen und wertschätzen, wie man ist und bei denen das dann auch auf Gegenseitigkeit beruht. Und selbst wenn nicht, lieber so als sich zu verstellen, um Leuten zu gefallen, die nur eine konstruierte Version mögen. Anstatt auf diese Weise Zeit und auch kognitive Ressourcen zu verschwenden, könnte man diese auch anders investieren, und zwar in Dinge, die Spaß bringen oder überhaupt irgendetwas bringen.

    PS: Verstellen bedeutet nicht, der Höflichkeit wegen gewisse Dinge netter zu verpacken oder es auch einfach mal so stehenzulassen, wenn jemand den man mag, mal Mist von sich gibt.

    Es sind Zahlen, die wenig Aufschluss geben, aber zu viel Interpretationsspielraum ermöglichen, sowohl zu Gunsten aber auch zu Ungunsten der benoteten Person.

    Mal überlegen, was die Note "sehr gut" über eine Person aussagen könnte. Dass sie fleißig ist, wäre nur eine Möglichkeit. Vielleicht ist sie aber eher Gegenteil von fleißig und das Fach liegt ihr einfach. Oder, sie hat ganz viel Nachhilfe benötigt, um diese Note zu erreichen, was neben dem finanziellen Background inklusive damit verbundenen Möglichkeiten, auch Aufschluss über die, in diesem Fall nicht vorhandene, Fähigkeit zum selbstständigen Erarbeiten und Aneignen von Themen gibt. Vielleicht hätte die Person auch ursprünglich die Note "befriedigend" verdient, aber der Pygmalion-Effekt hat mal wieder zugeschlagen. Auch lassen sich aus einem "befriedigend" in dem Fach Deutsch keine Rückschlüsse auf einen einzelnen Aspekt, beispielsweise auf den der Rechtschreibung, ziehen. Und so könnte man das ewig weiterführen, mit allen möglichen Fach-Note-Konstellationen.

    Mir ist durchaus klar, dass Menschen in irgendeiner Form miteinander verglichen werden müssen, wenn es um die Besetzung eines Ausbildungsplatzes oder eines regulären Jobs geht. Es wäre aber weitaus fairer, eine Auswahl lediglich auf Basis von eigens für die zu besetzende Stelle entwickelten Tests zu treffen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass derartige Verfahren überhaupt nicht zu kritisieren wären. Auch diese können keine absolute Fairness garantieren, und auch hier kann es zu sehr fragwürdigen Zusammenstellungen von Aufgaben und noch fragwürdigeren Auswertungen kommen. Insgesamt wäre diese Vorgehensweise aber um einiges fairer, als eine Entscheidung oder Vorsortierung anhand von Noten vorzunehmen. Mir ist bewusst, dass nicht jeder Arbeitgeber die Kapazitäten dafür aufbringen kann, aber die, die es können, sollten es mMn tun (oder meinetwegen eine andere, bessere Alternative vorschlagen).

    Nefarious Maniac

    Das wäre eine Konstellation, wo ich eine Ausnahme machen würde. Wenn die andere Person nunmal keine oder kaum eine Möglichkeit hat, anderweitig zu kommunizieren. Das wäre auch dann der Fall, wenn jemand am Arsch der Welt lebt, wo sowieso kein Internet vorhanden ist.

    Finde es gut, dass du so offen warst und mit diesem Menschen Kontakt hattest. Denn, wie du schon erwähnst, kann man einen Menschen aufgrund seiner Taten moralisch verurteilen, ihm aber dennoch aufgeschlossen gegenüber eingestellt sein. Letztendlich habt ihr ja beide von dem Kontakt profitiert.

    Einen echten, handgeschriebenen Brief zu erhalten, ist sicherlich schön und etwas Besonderes. Aber in Zeiten des Internets sehr ineffizient und auch umständlich in der Umsetzung. Ich hätte keine Lust, mich künstlich zu verlangsamen. Aus demselben Grund schaffe ich mir statt eines Handys auch kein Telefon mit Wählscheibe an, obwohl diese Dinger definitiv ihren Reiz haben.

    Karneval scheint für viele als Freifahrtschein für Vergewaltigungen oder zumindest für sexuelle Übergriffe verstanden zu werden. Aber das setzt dem Ganzen nur die Krone auf. Karneval wäre auch so nicht mein Ding; möchte keine alkoholisierten Menschen um mich herum haben, erst recht keine Menschenmassen. Der Lärm und dass kreuz und quer geredet und gebrüllt wird, kann ich ebenfalls nicht ab.

    Aber die sind halt gerne unter Leuten, trinken und feiern. Meine Schwester ihre Kinder werden dann auch geschminkt, in ein niedliches Kostüm gesteckt und mit geschleift.

    Ganz große Klasse! :clap:

    Ich habe erst gestern noch mit jemandem über dieses Thema geredet, daher passt es gerade:

    Wie lange hat es gedauert, bis ihr zusammen gezogen seit?

    Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir uns gerade mal vier Wochen gekannt und waren davon erst zwei Wochen zusammen, als wir uns dazu entschieden hatten, zusammenzuziehen und sind auch direkt auf Wohnungssuche gegangen, so dass bis zum eigentlichen Umzug aufgrund der Kündigungsfrist nochmal drei Monate verstrichen sind.

    Warum so früh?, könnte man sich an dieser stelle fragen. Erstens, wir befanden uns beide in einer beschissenen Lage und wollten einfach nur noch "weg", zweitens hatten wir schon bevor wir uns überhaupt kannten, das selbe Ziel, das jeder von uns allein gar nicht hätte stämmen können, und drittens war ich mir sicher, dass wir gut miteinander auskommen würden. Letzteres wollte ich auch gerne so schnell wie möglich herausfinden. Und mal ehrlich: wenn es doch nicht passt, dann sucht sich halt jeder wieder was eigenes - so war unsere Einstellung.

    Im "Normalfall" hätten wir uns nicht darauf eingelassen, dafür sind wir beide nicht der Typ Mensch, aber aufgrund der damaligen Umstände, und da ich nichts mehr und er nur wenig zu verlieren hatte, haben wir es riskiert. Das Zusammenleben funktioniert bis heute sehr gut (sind halt nach wie vor Freunde).

    Solch überstürzte Aktionen können also durchaus klappen, aber würde allgemein davon abraten :dogekek:

    Was hat sich in eurer Beziehung geändert als ihr zusammen gekommen seit?

    Nichts, woran ich mich erinnern würde. Also kann es nicht gravierend gewesen sein.

    Wie war es für euch (oder euren Partner) in die neue Gegend zu ziehen und sein gesamtes neues Leben dort aufzubauen?

    Neu in der Gegend zu sein und sich was Neues aufzubauen, betraf uns beide. Er hatte zwar das Glück, dass ihm nicht so viele Steine in den Weg geworfen wurden wie mir, aber einfach war's für uns beide nicht. Es hat nochmal eine ganze Weile gedauert, bis wir wirklich sagen konnten, wir haben so etwas wie Lebensqualität gewonnen. Das Zusammenleben wurde natürlich dadurch in gewisser Weise belastet und auch durch den Umstand, dass wir uns eigentlich immer noch nicht so gut kannten und die Eigenheiten des jeweils anderen nicht so recht einzuordnen wussten. Aber es gibt ja diese tolle Erfindung: Kommunikation.