Damit es nicht off topic wird, zitiere ich den Beitrag mal hierüber.
Wird auch mal wieder Zeit mir Freunde zu machen, mal sehen wie viele den Text ganz lesen, ohne in Rage zu gehen. :D
Als jemand der ein Thread über psychische Erkrankungen eröffnet hat, wird dem ein oder anderen vllt. der Gedanke der Falschheit nach meiner nächsten Aussage im Kopf rumschwirren.
Ich würde Sie auch eher als heikle Ansicht als sehr kontrovers ansehen, wichtig dabei ist aber, ich selbst bin auch psychisch krank und ich kann mich sehr gut in Probleme hineinversetzen und auch ich habe extrem lange gebraucht um da zu sein wo ich bin, ich durfte auf meinem Weg viele Leute kennen lernen und auch erfahren was deren Probleme und Bewältigungsmethoden waren/sind.
Was mich aber an psychisch kranken Leuten doch immer wieder sehr stark nervt und das durfte ich zuletzt wieder in der eigenen Familie miterleben, dass betroffene Personen echt meinen es würde nur nach Ihrem Kopf gehen und deren Mindset (sorry dass ich das so sagen muss) was doch durch die Problematik hier und da stark eingeschränkt sein kann, weiterhin bei allem das richtige ist.
Egal mit was man kommt es ist falsch, die Bewältigung des Problems wird bewältigt, in dem man es nicht bewältigt und Jahre/Jahrzehnte lang schön redet, Zitat: "Nein es ist nicht der richtige Ansatz das Problem anzugehen!", ok wie sollte man das Problem dann deiner Meinung nach angehen, keine Antwort?, habe ich mir schon fast gedacht.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt sage ich mir dann auch, dass ich solche Leute fallen lasse, weil ich nicht mehr den Sinn darin sehe, meine Zeit damit zu vergeuden und noch schlimmer MIR meine Nerven kaputt zu machen, mit Leuten, die in Ihrer Lage, nicht hier irrer Sinne sind und meinen das was Sie denken und sagen ist das richtige und all das was andere sagen und einem nicht passt, ist falsch und damit "tut man Ihnen weh", nur dass Sie wieder Ihren Willen bekommen und meinen die anderen sind die Bösen und wollen einem nur schlechtes.
Irgendwo sage ich mir dann auch, "du hast gar kein Bock mehr, was zu machen, dann versauere in deiner eigenen Bubble, aber mache anderen nicht das Leben schwer. (<- die heikle Ansicht, laut dem Gesichtsausdruck anderer)
Nun es ist klar, dass man nicht von heute auf Morgen sein Problem löst, da spreche ich aus eigener Erfahrung, aber Fakt ist nun mal die Konfrontation des Problmes ist eine sehr gute Lösung des Problems, man muss da natürlich an Tag 1 zu 100% in die Bresche springen, aber immer wieder zu sagen und das Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Montag, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt, "ne das geht nicht, das tut mir nicht gut", das ist für mich einfach ein Punkt wo ich sage, "du hast gar kein Bock das Problem anzugehen, wenn nicht mal den Ansatz eines Versuchs da ist", natürlich gibt es Leute, da geht das wirklich nicht mehr, ich erwähne die hier mal gleich mit, bevor jemand meint man könnte damit wieder ein Gerüst zur Verteidigung aufbauen, Fakt ist und das habe ich aus meinen jahrelangen Aufenthalten selbst miterleben dürfen, es sind bei weitem nicht alle so krank, dass man das als totales Todschlagargument nehmen kann.
Ich musste auch die Zähne zusammenbeißen (wahrscheinlich wird das aber auch wieder als Argument genommen, dass ich ich bin und andere andere^^"), es war verdammt unangenehm die Probleme die man hat anzugehen und die sind auch weiterhin nicht komplett weg, aber der Weg der Besserung ist nun mal sich den Problemen zu stellen und sie nicht todzuschweigen und mit Games, Fernsehen oder was man sonst noch so machen kann zu verdrängen.^^"
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Also, ich stimme dir zu, dass man sich nicht mit Leuten beschäftigen sollte, die einem nicht gut tun. Du bist selbstverständlich nicht dazu verpflichtet, dir durch das wiederholte Befassen mit bestimmten Menschen, deiner eigenen Gesundheit zu schaden. Dafür gibt es ja schließlich Fachpersonal oder genug andere Menschen, die sich besser abgrenzen können. Niemand kann dir natürlich absprechen, dass du genervt von bestimmten Verhaltensweisen bist. Bedenklich ist aber, dass hier sehr stark das schädliche Stereotyp des faulen psychisch Kranken, der seine Ego-Schiene fährt, befeuert wird. Du räumst zwar ein, dass nicht alle so seien, erstellst dadurch aber auch eine Hierarchie: Da gibt es also welche, die gar nicht sooo krank sind und nur keinen bock haben etwas zu ändern, dann gibt es welche, die wollen, aber wirklich nicht können und dann gibt es welche, die es -wie du- "geschafft" haben... Erinnert stark an Aussagen, die Arme oft zu hören bekommen ("ihr müsst euch halt genug anstrengen, sonst seid ihr selbst Schuld wenn ihr weiterhin arm bleibt"). Niemand kann in die Köpfe dieser Leute schauen und beurteilen, ob die Optionen die beispielsweise DIR geholfen haben, auch ihnen helfen würden, oder ob sie eigentlich können, aber nur nicht wollen. Wobei es selbst für Letzteres sicherlich verständliche Gründe gäbe. Und wer weiß, wenn da wirklich -wie du schilderst- noch nicht einmal der Versuch unternommen wird, etwas zu ändern, sind diese Menschen vielleicht doch so krank, dass sie tatsächlich nicht können. Willenskraft ist nur ein einziger Faktor von vielen, die darüber entscheiden, welche Möglichkeiten (auch bereits auf kognitiver Ebene) zur Verfügung stehen, um etwas an der eigenen Situation zu verändern. So ähnlich schreibst du es ja auch selbst zu Beginn dieses Threads, und gerade deshalb erstaunt mich dein jetziger Beitrag umso mehr.
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Zu dem Thema im Allgemeinen möchte ich auch noch was schreiben.
Mir gefällt der Begriff "psychische Erkrankung" nicht. Fängt schon damit an, dass im klinischen Kontext nur eine binäre Einteilung vorgenommen wird: Entweder Person XY ist krank oder nicht krank. Wird diese Person nun in erstere Kategorie eingeordnet, sagt dies nichts über das Ausmaß der Symptome oder des Leidensdrucks aus. Wiederum kann eine Person, die in letztere Kategorie eingeordnet wird, sehr wohl einen starken Leidensdruck verspüren, erhält aber keine Hilfe, da kein Vollbild einer Erkrankung erfüllt wird.
In beiden Fällen wird man dem Individuum nicht gerecht. Dann werden ja auch viele Fehldiagnosen gestellt, dazu gehören ebenfalls falsche Nicht-Diagnosen, aber auch zum Teil das pauschale Pathologisieren bestimmter Denk- und Verhaltensweisen. Das Problem fängt ja schon damit an, dass meist einfach geschaut wird, welche Symptome vorhanden sind, aber nicht, welche Ursache dahinter steckt. Es macht ja zB einen großen Unterschied (sowohl für die Diagnostik als auch für eine eventuelle Therapie), ob ein Verhalten beispielsweise auf einen Mangel an Spiegelneuronen zurückzuführen ist oder ob es sich um ein erlerntes Muster handelt. Dann existieren teilweise Diagnosekriterien, bei denen man sich fragen muss, warum da pauschal pathologisiert wird. Noch bunter wird es, wenn mindestens so und so viele Kriterien aus X erfüllt sein müssen, so dass zwangsläufig sehr unterschiedliche "Profile" der selben Erkrankung existieren können. Dennoch bekommt aber jeder mit dieser Diagnose dieselbe Therapie aufgedrückt.
Nun darf ja ohnehin nur eine Diagnose gestellt werden, wenn ein Leidensdruck vorhanden ist. Aber es scheint kaum jemanden zu interessieren, woher der Leidensdruck eigentlich herrührt. Wie kann es sein, dass der Mensch, dem es schlecht geht, als "krank" bezeichnet wird, obwohl zB andere ihr etwas angetan haben und die darauffolgende Depression beispielsweise lediglich eine normale Reaktion darauf ist? Warum kann man einer Person nicht helfen, ohne sie zu stigmatisieren und unnötig zu pathologisieren?
Aufgrund dieser Dinge stehe ich dem Begriff und Konzept "psychische Erkrankung" skeptisch gegenüber und denke, dass diese wirklich nur eine Relevanz für den Therapeuten/Psychiater haben, um halt mit der Krankenkasse abrechnen und somit auch der hilfesuchenden Person bestimmte Optionen/Angebote zur Verfügung zu stellen. Nur, wie bereits ausgeführt, wenn diese Optionen vielleicht gar nicht der Problematik dieser Person entsprechen, ist damit niemandem geholfen und die Person darf sich vielleicht noch vorwerfen lassen, sie wolle ja gar nicht oder zeige zu wenig Willen/Eigeninitiative.
Außerhalb dieses Kontextes hat der Begriff "psychische Erkrankung" eigentlich nichts verloren. Erst recht nicht, wenn man andere pathologisieren will, nur weil man mit ihnen vielleicht nicht klar kommt. So nach dem Motto:
Wieso hast du Probleme mit Person X? --> Weil die gestört ist.
Warum glaubst du, dass die gestört ist? --> Weil ich so viele Schwierigkeiten mit ihr habe.
Aufgrund all der eben genannten Gründe, ist für mich ziemlich irrelevant, ob jemand mit irgendwas diagnostiziert ist oder nicht. Ich versuche zu verstehen, wieso es dieser Person schlecht geht, wie stark die Auswirkungen davon sind, inwiefern ich auf irgendwas Rücksicht nehmen und inwieweit ich mich davon abgrenzen kann.
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