Beiträge von Erika

Unsere Würfelliga ist umgezogen!
Werfe fünf 100-seitige Würfel und versuche zu den besten Würfelanten der ACG zu gehören und in den Ligen aufzusteigen.
ACG Würfelliga
    In meiner Gegend (ja, man kann umziehen, ich weiß) wären so die Optionen: Einzelhandel, Büro, Tourismusbranche, Hotel-Gastwirtschaft.. alles Bereiche, in denen ich unglücklich wäre. Und ich sträube mich halt ehrlicherweise schon sehr gegen diese "Nimm, was du kriegst, hauptsache man hat was"-Mentalität. Genau daraus entstehen Depressionen und Burnouts.

    War bei mir so der Fall. Ich nahm, was ich kriegen konnte und dann hatte ich einen Nervenzusammenbruch, der mich wochenlang ausgeknockt hat, da ging nichts mehr

    Sehe ich ähnlich. Diese "hauptsache irgendwas"-Mentalität passt nicht in jede Lebenssituation (und erscheint mir auch allgemein oft fragwürdig). Gerade auch der von dir vorher angesprochenen Punkt

    In meiner damaligen abgebrochen Ausbildung bin ich ja im Unterricht immer fast eingeschlafen, weil langweilig und zu einfach..

    ist wichtig. Denn, wie gesund kann es für die Psyche sein, sich 2,5-3 Jahre lang zu langweilen? Leider werden die Folgen von sowas auch von vielen Leuten unterschätzt/nicht ernst genommen. Jedenfalls: es ist vollkommen verständlich, dass du diese Erfahrung nicht wiederholen willst. Deine Erklärungen wirken auch nicht wie Ausreden, sondern man merkt, dass du deine Möglichkeiten und Grenzen wohl sehr gut einschätzen kannst.

    Und was Kommentare (so allgemein und nicht unbedingt auf bestimmte User hier bezogen) angeht in Richtung "ich bin auch so und so alt und mache auch nochmal eine Ausbildung" oder "bei uns in der Firma haben wir einen 40-Jährigen Azubi": Es macht einen großen Unterschied, ob jemand bereits etwas abgeschlossen und Erfahrungen gesammelt hat - sich also umorientiert, oder ob derjenige mit nichts dasteht. Man wird eben direkt als unfähig, faul, oder beides abgestempelt. Nicht, dass das in Ordnung wäre, aber so sieht nunmal die Denkweise von Ausbildern/Arbeitgebern aus.

    Gibt mittlerweile glaub ich sogar mehr Möglichkeiten, als damals, wo ich noch 20 war.

    Genau so ist es. Du hast dir ja bereits eine Alternative überlegt und tust bereits viel dafür, dass du dein Ziel in Zukunft auch in die Tat umsetzen kannst. :thumbup:


    Zu deinem ursprünglichen Anliegen möchte ich auch noch was sagen. Du schreibst:

    Zitat

    (...) ich hab eine Cousine, mit der komme ich einfach nicht klar, weil da bei uns zwei so verschiedene Welten aufeinander prallen, dass gescheite Kommunikation absolut unmöglich ist. Ich habe zu ihr zwar so direkt keinen Kontakt (den habe ich abgebrochen), aber leider muss ich sie ja eben doch dann und wann mal sehen, z.B. beim Geburtstag der Großeltern oder so. Und nie weiß ich, wie ich mich dann verhalten soll. Sie ignorieren? Versuchen, so normal mit ihr zu reden, wie möglich (so nach dem "Nicken - Lächeln und ... denken" Prinzip?). Beim letzten aufeinander treffen war es wieder schwierig, weil sie Dinge rausgehauen hat, wo mir innerlich absolut die Hutschnur ging. Aber was mach ich in diesen Situationen? Zur Rede stellen? Versuchen zu diskutieren? Runterschlucken und meinen Teil denken?

    Finde es schwierig, weil: Sie ignorieren könnte ihr signalisieren, dass ich ihre Ansichten in Ordnung finde, da ich ja nichts dazu sage. Normal mit ihr reden könnte ihr signalisieren, dass ich kein Problem mehr mit ihr habe. Ehrlich sein auf eine nette Art - nun - wird vermutlich in Streit bzw eine hitzige, unschöne Diskussion ausbrechen. Und mich wie sie verhalten und andere vor den Kopf stoßen will ich dann auch nicht. Deshalb hab ich jedes Mal wieder keine Ahnung, wie ich mich verhalten soll. Ich will nicht, dass sie in der Annahme lebt, ich würde ihre mMn furchtbaren Ansichten womöglich auch noch teilen, aber selbst wenn ich nur sage "Seh ich anders, aber gut, jedem seins" würde sie halt streitsüchtig reagieren. (...)


    ich geh zu solchen Familienfeiern immer mit nem flauen Gefühl im Magen hin, weil ich genau weiß, wenn meine Cousine da ist, bekomme ich wieder das Bedürfnis, meinen Kopf durch die Wand zu schlagen, bei dem was sie halt so ablässt und wie sie immer versucht, anderen ihre Ansichten aufzuzwingen. Und da ich dann keine schlechte Stimmung verbreiten möchte, schluck ich es runter und nehm das mit nach Hause und grübel noch ewig lang nach, was ich hätte machen können.

    Den einen, "richtigen" Weg gibt es ja ohnehin nicht, aber du könntest versuchen, für dich selbst, in möglichst absehbarer Zeit, zu einer Entscheidung zu gelangen, wo deine Prioritäten zukünftig liegen sollen (einen oberflächlichen Frieden zu wahren, deine Gesundheit zu schützen, ...). Die damit einhergehenden Konsequenzen -und die wird es in jedem Fall geben- musst du dann wohl oder übel akzeptieren. Ich denke, eine Lösung, bei der sich niemand angegriffen fühlt, sich alle gut verstehen und akzeptieren und du nicht mehr mit einem flauen Gefühl im Magen da hin gehst, wird es wohl nicht geben.

    Du hast ja nicht viele Möglichkeiten, und einige hast du bereits selbst genannt. Du könntest jede Möglichkeit nochmal für dich selbst durchgehen und überlegen, welche Konsequenzen (aber auch, welche Chancen) daraus entstehen könnten:

    - offen die eigene Meinung vertreten und dumme Kommentare ignorieren/aushalten

    - Kontakt zur Cousine abbrechen: Nicht mehr an Familientreffen teilnehmen, wenn sie ebenfalls anwesend ist

    - ein Gespräch mit der Cousine allein führen: Vorteil wäre, dass sie sich dann eher weniger bloßgestellt oder vorgeführt fühlt

    - deine Cousine direkt und immer wieder mit ihrem Verhalten konfrontieren, wenn sie wieder irgendeinen Scheiß von sich gibt. Da ist die Wahrscheinlichkeit der Eskalation natürlich am höchsten

    - alternativ könntest du auch zuerst mit deiner Familie ein Gespräch führen (ohne die Cousine). Mache ihnen nochmal deutlich, dass du unter diesem Verhalten leidest und dass eine Lösung gefunden werden muss

    - es bleibt alles so wie es ist, und du beobachtest, was das mit deiner Gesundheit auf dauer macht

    Naja, du könntest auch versuchen, deine Einstellung ihr gegenüber zu verändern, und zwar dahingehend, dass du es schaffst, echtes Verständnis für sie aufzubringen (nicht für das, was sie inhaltlich von sich gibt, sondern in Bezug darauf, dass es Gründe gibt, die dazu geführt haben, dass sie so ist wie sie ist). Nur... funktioniert das nicht von heute auf morgen, sowas ist ohnehin sehr schwierig und vielleicht in deiner Situation wohl eher nicht zu empfehlen (da du bereits durch andere Probleme stark vorbelastet bist und deine Kapazitäten allein dafür wahrscheinlich vollständig aufgewendet werden). Und nicht jeder möchte überhaupt Verständnis für "so jemanden" aufbringen (würde ich wohl auch nicht). Aber es besteht die Chance, weniger unter dem Verhalten dieser Person zu leiden, wenn man dieses Verständnis jedoch aufbringen möchte und dies auch schafft.

    Zitat

    Wie handhabt ihr das mit Familienmitgliedern, wo scheinbar einfach keine gescheite Kommunikation möglich ist? Macht ihr euch auch Gedanken, was diese denken und ob sie das vielleicht noch so weiterverbreiten in der Familie, die Annahmen die sie dann über euch haben?

    Bei mir war das recht einfach, ich habe den Kontakt vor sehr langer Zeit komplett abgebrochen. Nur mit zwei Personen stehe ich noch hin und wieder im Austausch, weil das die einzigen sind, mit denen man recht vernünftig reden kann. "Einfach" war der Kontaktabbruch deshalb, da es eben keine Einzelperson war, die mich abgefuckt hat, sondern fast der gesamte Familienkreis, der unter anderem durchzogen ist von misogynen und rassistischen Ansichten. Dazu Manipulationen und Intoleranz, in einer Weise und in einem Ausmaß, das keinen Raum für andere Meinungen oder Kritik zulässt. Auch das Hinnehmen von Handlungen, die anderen bewusst Schaden zufügen, hat mich massiv gestört (mein Vater und mein Bruder haben beispielsweise mehrere Frauen ganz gezielt manipuliert, um sie finanziell bis auf den letzten Cent auszunehmen). Da ich Verwandte nicht anders bzw. nachsichtiger bewerte, als Menschen mit denen ich nicht verwandt bin, ist es mir auch nicht schwer gefallen, diese aus meinem Leben zu verbannen..