Der Ursprung der Pride Parade ist von Gewalt, Hass und Unterdrückung geprägt. Homosexuelle wurden eine lange Zeit in sehr vielen Ländern strafrechtlich verfolgt und als „krank“ gebrandmarkt. Obwohl sich in den letzten Jahren dahingehend glücklicherweise viel getan hat, sind in der Gesellschaft Diskriminierung und Ausgrenzung durchaus noch präsent.
1969 gab es im „Stonewall Inn“ in der Christopher Street in New York einen bedeutsamen Aufstand. Das Stonewall Inn war ein wichtiger Rückzugsort, wo queere Menschen, sie selbst sein konnten, jedoch waren sie auch dort nicht vor der Polizeigewalt geschützt. Sie waren die Schikanen gewohnt, doch in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni haben die Menschen dort sich nicht wie sonst von der Polizei vertreiben lassen, sondern haben sich gegen die Schikane und Diskriminierung gewährt. Dieses Ereignis gilt als Wendepunkt für den Kampf gegen Gleichberechtigung. Danach hat sich viel getan, immer mehr Menschen fingen an für ihre Rechte zu kämpfen und sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich denke, der Pride Month soll an die Geschichte als Gemeinschaft erinnern und ebenso auf die Situation der LGBTQ Community weltweit aufmerksam machen. In vielen Ländern ist Homosexualität noch strafbar und in ein paar davon droht sogar die Todesstrafe.
Ich bin leider auch in einem Umfeld aufgewachsen, wo Homosexualität als eine „Krankheit“ abgestempelt wird und Eltern beschämt reagieren, wenn sich ihr Kind outet. Ich habe bosnische Wurzeln und muss leider sagen, dass Bosnien und Herzegowina noch sehr konservativ eingestellt ist. Zwar ist Homosexualität in Bosnien legal, aber noch lange nicht akzeptiert. 2019 gab es dort die erste Pride Parade und das sorgte für sehr viel Empörung und Gegendemonstration. Dass Leute sich trotz des großen Widerstandes für ihre Rechte einsetzen, betrachte ich als sehr mutig und ich wünsche mir, dass der Hass und die Angriffe gegenüber der LGBTQ Community abnehmen und dass das Land mehr Verständnis, Offenheit und Toleranz gegenüber der LGBTQ Community entgegenbringt. Ich werde heute noch schief und empört von meiner Familie angeguckt, wenn ich das vor mir gebe und muss mir abfällige Kommentare gegenüber Minderheiten anhören. Manche reagieren sogar richtig „wütend“ darauf. Kürzlich habe ich sogar von jemanden gehört „Ich würde mir lieber wünschen, dass mein Kind im Gefängnis landet, als dass es eine gleichgeschlechtliche Beziehung führt.“ Ich meine, wtf? Was ist das denn für eine dämliche Aussage, ich war richtig fassungslos, als ich das gehört habe.
Ich habe ehrlich gesagt nie verstanden, wie man jemanden, der niemanden etwas tut und einfach er selbst sein möchte, so sehr verachten kann. Meine Familie hat mir zwar immer eingetrichtert, dass das nicht normal sei, aber mit zunehmenden Alter habe ich das hinterfragt und für mich ist Homosexualität das normalste auf Erden und ich bin froh darüber, dass es auch viele gibt, die das auch so sehen.


