Auch ich kenne dieses Gefühl der Leere nach einem Anime/Manga nur zu gut. Man spürt in einem Moment noch die Geborgenheit, welchem einem die Geschichte gibt und zack wird sie einem durch das Ende auch schon wieder genommen.
Verstärkt tritt dieses Gefühl auf, wenn einem die Geschichte genau das gibt, was man sich wünscht bzw. im echten Leben erhofft.
Die Charaktere sind alle liebevoll zueinander, ein Charakter ist genauso wie man sich einen Partner*in im echten Leben wünschen würde, die Welt ist interessanter als die Realität, man kann sich mit einem Charakter besonders identifizieren usw..
Und ich denke, das ist vollkommen okay. Eskapismus ist nicht zwangsläufig negativ, es ist nur wichtig, dass man auch wieder den Weg in die Realität findet. Jeder weiß, dass das Leben nicht fair ist. Genau deshalb verfolgen wir in Geschichten keinen stinknormalen Charakter, der seinen stinknormalen Alltag sowie ein jeder Anderer bestreitet. Nein, es werden Welten geschaffen, die aufregend, liebevoll, spannend, fesselnd, gruselig usw. sind.
Es soll Leser*in aus der Realität holen und Zerstreuung bewirken.
Wenn solche Gefühle also nach einem Manga/Anime aufkommen, hat dieser alles Richtig gemacht und einen für den Moment aus der Realität geholt.
Ich störe mich nur etwas an der Bezeichnung Depression. Nicht jedes Tief, das man mal nach einem Anime/Manga Ende hat, ist mit einer Depression gleichzusetzen. Wenn es aber ein Dauerzustand wird und man nach jedem Anime das Gefühl hat, man möchte in dieser Welt und nicht in der echten leben, sollte man sich dringend Hilfe suchen.