Beiträge von Kruadon

    Ich schlage vor, dass du dich in einem weiteren Thread noch einmal richtig vorstellst. Es gibt viele Gründe sich hier anzumelden, aber dich so zu präsentieren führt zu nichts, wie du siehst ;)

    Ich bin mal so frei und mache hier dicht, bevor es noch zu unschönen Kommentaren kommt.

    MfG Kruadon

    Ich habs jetzt auch zu 100% durch, nach etwa 55 Stunden. Besonders die Story und die Optik haben mir sehr gut gefallen, aber ein paar Punkten hätte man etwas mehr Aufmerksamkeit schenken können. Das Kampfsystem hat mich von Anfang an gefesselt, zum Ende hin wurde es aber etwas monoton. Was mich zB gestört hat ist, dass beinahe jeder Schwachpunkt einer Maschine gepanzert ist. Das hieß für mich, dass wenn ich sie ausnutzen will, ich zuerst präzise Rüstungsteil für Rüstungsteil entfernen müsste. Die Alternative dazu: Einfach mit purem Schaden, oder Feuerpfeilen, draufhalten. Das ist schneller, einfacher und vor allem auch günstiger. Wenn ich auch nur an die Grauhabichtgruppen denke, dann hatte man beinahe keine Möglichkeit, als sie wenig elegant mit Pfeilen zuzuspammen. Sie fesseln, oder ihre Schwachpunkte ausnutzen konnte man eigentlich nur, wenn man bereitwillig Schaden einsteckt, oder den Kampf ewig herauszögert.

    Ein weiterer Kritikpunkt ist die Plünderbeute, denn sie ist praktisch nutzlos. Wieviele rare Gegenstände benötigt man quer durch das Spiel, vielleicht 10? Zum Ende des Spiels hatte ich rund 60000 Metallschreben, die ich nur für Modpakete ausgeben konnte, weil sie sonst keinen Nutzen hatten. Meine ersten Skillpunkte gingen in die Beute, weil ich gehofft habe, im langen Zug daraus zu profitieren. Pustekuchen. Generell haben sich die Hälfte der Skills so nutzlos angefühlt, als wären sie nur als Füllmaterial entworfen worden.

    Trotz der Kritik ist Horizon aber ein erstklassiges Spiel und ich bereue den Kauf in keiner Weise :)

    dass mir jede andere Strafe lieber gewesen wäre

    In diesem Zeitpunkt geht es ja genau da drum. Es gibt wahrscheinlich keinen negativeren Reiz als Schmerz für ein Kind. Mir war aber als Kind schon bewusst, wenn ich die Grenze dafür überschritten habe und hab es deswegen in der Regel sein lassen. Es ist grobschlächtig, unschön, aber als Reiz ungemein effektiv im Vergleich zu anderen Strafen.

    Wenn ihr ernsthaft der Meinung seid, ein Kind würde - nachdem "alles" nichts geholfen hat - plötzlich wie von Zauberhand durch Gewalt gemaßregelt, habt ihr euch mal sowas von geschnitten.

    Du verkaufst als Fakt, was ich an meinem Beispiel allein schon wiederlegen kann. So funktioniert das nicht


    Ich habe bereits geschrieben, dass es keine Wunderwaffe ist. Es kann funktionieren. Bevor ich einen Fremden an der Psyche meines Kindes rumfuhrwerken lasse, werde ich diese Methode im Ernstfall ausprobieren. Wenn es nicht funktioniert, gibt es keinen Grund, daran festzuhalten.

    Im Übrigen liegt die Beweislast nicht bei uns, sondern bei euch.

    Wir sind nicht vor Gericht, ich habe weder die Fähigkeiten, noch das Wissen, um Gesetze anzufechten. Genau so, wie wir nicht beweisen können, dass unsere Methode nicht funktioniert, könnt ihr es ebenfalls nicht. Ihr gebt als absolut an, was auf dem Papier steht, obwohl ich seine Gültigkeit schon durch mein eigenes Beispiel wiederlege.

    Statt jedoch Verantwortung dafür zu übernehmen und die eigene Methodik zu überdenken, wird kategorisch das Kind beschuldigt und als Problem betitelt.

    Davon hat keiner gesprochen. Wenn mein Kind "Probleme" verursacht, dann liegt das an meiner Erziehung und höchstens in Ausnahmefällen am Kind selbst. Wie jeder andere, mit ein wenig Vernunft gesegnete Mensch, werde ich zunächst komplett gewaltfrei erziehen. Wenn meine Erziehung nicht fruchtet, dann werde ich reflektieren, woran es lag. Wenn ich in diesem Fall einen Hinternklopfer, durch meine persönlichen Erfahrungen, als sinnvoll erachte, dann und auch nur dann, greife ich darauf zurück.

    doch auch dafür gibt es Lösungen.

    Die einzige Lösung, die ihr präsentiert, ist: Ich konsultiere Experten. Ich als Kind würde mir stets bewusst sein, dass ich derartig schwierig war, oder sogar psychische Probleme/Krankheiten hatte, dass meine eigenen Eltern sich nicht mehr zu helfen wussten. Diese Tatsache, dass ich meinen Eltern solche Probleme bereitet habe, würde mich definitiv länger verfolgen, als ein paar Minuten leichten Schmerzes, über Jahre verteilt. Ich will mich wirklich nicht selbst loben, aber wenn ich ein schlechter Vater werde, dann tret ich einem Kloster bei und bitte Gott täglich 10x um Vergebung. Ich behaupte von mir selbst, vernünftig genug zu sein, um meine Fehler zu erkennen, sie einzugestehen und zu beheben.

    Schade ist auch, dass mein Geschriebenes oben, vor allem der Satz aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch hier vollkommen ignoriert wurde? Obwohl allein dieses Gesetz all dem widerspricht, was ihr so für "richtig" hält. Das tut mir im Herzen Leid für euch.

    Natürlich steht das da drin, ohne so eine Grundlage kann man auch wirklich gewalttätige Eltern nicht vor Gericht zerren. Die Sache dabei ist, dass diese Regelung zwar in Deutschland besteht, aber durchaus Kontroversen erzeugt. Gesetze sind nicht gottgegeben, ändern sich auch gerne mal und niemand zwingt dich, dieses Gesetz persönlich als sinnvoll zu erachten. Effektiv wird wahrscheinlich niemand fürs Hintern versohlen bestraft, solang es nicht regelmäßig passiert, oder ausufert. Ich bin kein Jurist, aber ich bin mir sicher, dass jeder von uns auf annähernd täglicher Basis gegen irgendein weniger sinnvolles Gesetz verstößt.


    Umso mehr erfreuen mich Menschen wie @Akihito , die eine gesunde und soziale Einstellung pflegen und bestens darüber Bescheid wissen, dass der kleinste "Klappser" bei Kindern vollkommen UNNÖTIG ist, und es 10000000000000000000 Methoden gibt, mit dem noch so schlimmsten Quälgeist, klar zu kommen.

    Du verkaufst als Fakt, was ich an meinem Beispiel allein schon wiederlegen kann. So funktioniert das nicht :D

    Ich bin ebenfalls von Horizon begeistert, aber das Kampfsystem flacht leider schon etwas ab. Ab einem gewissen Level sind fast alle Schwachstellen gepanzert und müssen erst aufgebrochen werden. Bis ich das gemacht habe, ist das Tierchen viel einfacher, schneller und günstiger abgefackelt, indem ich wie ein Berserker mit Feuerpfeilen drauf halte :D

    Mir ist aber zusätzlich aufgefallen, dass sich ein paar Sachen fast ein bisschen so lesen, als könne man sich nur mit Gewalt, wenn auch in sehr geringem Maß, Respekt und Autorität verschaffen.

    Das sehe ich natürlich nicht so, für mich ist die Erziehungsgrenze nur bei dem Klaps erreicht. Das heißt, es ist für mich der letzte Ausweg, bevor ich mich geschlagen gebe. Oberstes Ziel ist es auch bei mir, gewaltfrei und deeskalierend zu erziehen. Sollte ich "Glück" mit meinen Kindern haben, dann wird es auch nie zu Gewalt kommen, wobei ich Gewalt selbst für einen eher untreffenden Begriff halte. Autorität basiert für mich auf Respekt, nicht Dominanz.


    Lehrer haben gar keine Wahl, als sich Respekt ohne Gewalt zu verschaffen. Und viele kriegen das auch hin.

    Viel zu oft erwarten Eltern doch mitlerweile, dass Erzieher und Lehrer ihren Job machen. Nämlich dem Kind Regeln, Respekt und alles drum herum beizubringen. Das kann nur nach hinten losgehen.

    Genau das ist ja die Situation. Das Problem dabei ist, dass es nicht nur das eigene Kind betrifft, sondern gleich 20-30 andere. Ist mein Kind verzogen und macht schon Zuhause Probleme, dann hat kein Lehrer die Möglichkeiten, das selbstständig zu beheben. Umso schlimmer ist es dann, wenn man gleich mehrere solcher Kinder betreut. Wäre ich als Elternteil betroffen, dann würde ich mich in Grund und Boden schämen, aber an diesem Punkt ist es schon schwer, das Verhalten des Kindes kurzfristig zu korrigieren. Deswegen halte ich es für wichtig, dass das Kind zumindest ein grobe Idee hat, wo es steht, bevor es die Strukturen auslegt, wie es lustig ist.

    selektiver Kooperationsverweigerung

    Das funktioniert Zuhause wahrscheinlich auch ganz gut, aber mit einem "fremden" Erwachsenen wahrscheinlich weniger.

    Entweder man nimmt dem Kind kurzzeitig etwas weg, während es in der Schule ist und nichts davon merkt, oder man zahlt ihm kein Taschengeld mehr/kauft keine Spielzeuge da man bestohlen worden sei und nun kein Geld mehr habe (wer ganz fies ist, spart hier bei den Weihnachtsgeschenken).

    Ähnliches wurde auch mit mir versucht, aber ich hab dann doch immer irgendwas gefunden, mit dem ich mich beschäftigen konnte. Geld hatte ich zu dem Zeitpunkt kaum bis garnicht, oder habe es fast nur gespart. Es kann klappen, bei mir hat es das aber leider nicht :D

    Ich finde das am Thema vorbei und bin der Meinung, wir bringen unseren Kindern damit lediglich bei, Gewalt sei eine legitime Maßnahme.

    Das ist ein negativer Effekt, den man nicht abstreiten kann. Das Problem dabei ist aber, dass Kinder immer einer Form von Gewalt ausgesetzt sein werden, ob im TV, dem Schulhof, oder sogar Büchern. Das war bei mir nicht anders. Wer mich als Kind verletzt hat, der bekam es dreifach zurück. Du hast ja selbst Erfahrungen damit gemacht. Ein Weg drumrum ist utopisch, deswegen wurde mir auch beigebracht, mich zu verteidigen. Es ist keine gute Idee, Kindern Gewalt als legitim zu verkaufen, aber sie sollten damit rechnen, Ziel von Gewalt zu werden.

    Disney hat mich alles gelehrt, was ich brauche ;)

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    "Meine Mama ist meine beste Freundin, der ich alles erzählen kann und mein Papa ist mein bester Freund, der mich immer beschützt."

    Das kann in der Familie auch wunderbar funktionieren, ich hatte auch immer eine freundschaftliche Basis mit meinen Eltern, aber mir war bewusst, dass beide immer das letzte Wort haben, einfach weil ich ihnen vertraue. Wenn das Kind sich selbst aber als ebenbürtig sieht, dann überträgt es das wahrscheinlich auch auf den Alltag. Ein gesundes Selbstbewusstsein hat ja auch noch niemandem geschadet, aber wer ohne einen Begriff von Autorität aufwächst, der wird Probleme mit Lehrern, der Polizei und Arbeitgebern haben. Mir wurde von meinen Eltern bestimmt mal gesagt: Hör auf deine Lehrer. Was mir das damals wahrscheinlich unbewusst gesagt hat ist, dass meine Eltern auch den Lehrern vertrauen und ich sie deswegen mit ähnlichem Respekt behandeln sollte. Da das im Vergleich zu damals heute nur noch eingeschränkt zutrifft, habe ich mir den Rest daraus zusammengereimt.


    Oder noch mehr professionellere Hilfe suchen.

    Es kann immer passieren, dass man mit seinem Latein am Ende ist. Ich kann auch schwer behaupten, dass Hinternklopfer als Wunderwaffe jedes Problem lösen. Bevor ich mir aber selbst eingestehe, dass ich mein Kind alleine nicht erziehen kann, werde ich alle mir zur Verfügung stehenden, humanen Mittel nutzen, um mein Kind nicht Dritten anvertrauen zu müssen.


    Auch du hast bzw. hättest es nicht nötig gehabt. Es tut mir aufrichtig Leid für dich.

    Brauch es nicht. Lieber 30 Sekunden lang ein schmerzendes Hinterteil, als dass ich noch größeren Unfug angestellt hätte. Als Kind fand ich das bestimmt nicht berauschend, aber im Endeffekt hat mir das wahrscheinlich einen Haufen Ärger erspart :D

    Ich will niemanden angreifen und ihr könnt gerne eurer Meinung bleiben, keine Frage ;)

    Ich habe jetzt in meinen Beiträgen einiges an Argumenten angesammelt, zu denen von eurer Position einfach nichts kommt. Eure Einstellung ist bewundernswert und absolut valide, solange sie funktioniert. Um jetzt eine meiner damaligen Lehrerinnen aus Abizeiten zu zitieren: Was, wenn sich euer Kind trotz Erziehung nach bestem Wissen und Gewissen verhält, wie die "Brut Satans in Person"? Was, wenn alle verbalen Mittel und Strafen versagen? Zum Psychologen, mit Medikamenten vollstopfen, oder alles so belassen, wie es ist? Das kann doch nur in die Hose gehen, oder nicht? Was sind eure Ansätze?

    Und @Summer, natürlich gibt es solche Situationen, denn ich habe das allen Anschein nach benötigt und setze da auch gerne meine Unterschrift drunter :D

    Das ist auch keine Situation, die einen Klaps benötigen würde. Verhältnismäßigkeit ist das Zauberwort. Ich rede von Problemen wie Mobbing, Diebstahl und wiederholt unkontrolliertem Verhalten. Was ich jetzt noch einmal sage, weder ist es als Standardreaktion, noch als gängiges Mittel zu verstehen. Ich selbst habe es in meiner Kindheit vielleicht 5 mal erlebt und glaubt mir, jedes Mal war angemessen. Wenn es keinen Anlass dazu gibt, dann ist es nicht nötig. Es geht mir darum, dass es Situationen geben kann, in denen alle anderen Methoden nicht funktionieren. Sich dem gegenüber komplett zu verschließen halte ich nicht für sinnvoll, denn das Resultat erlebe ich wiederholt und habe es auch bereits geschildert. Ich bin offen für alternative Erklärungen, warum es in Klassenräumen drüber und drunter geht.

    Um es noch einmal zu sagen, es geht mir nicht allein um die Kläpse, sondern eine autoritäre Erziehung im allgemeinen. Ein Kind kann nicht auf gleicher Ebene mit seinen Eltern stehen und sollte es meiner Meinung auch nicht mit Lehrern und eingeschränkt anderen Erwachsen. Das Kind muss verstehen, dass es das zu respektieren hat, zumindest ab dem Punkt, ab dem es dazu fähig ist.

    Klar kann es Einzelfälle geben, wobei ich das doch stark bezweifle. Die Anzahl der Kinder, die durch fehlende Disziplin Probleme verursacht, sollte sie hundertfach aufwiegen. In keinem eurer Fälle war die Gewalt näher definiert, daher nehme ich an, dass es definitiv nicht bei den Hinternklopfern geblieben ist. Da habt ihr natürlich Recht, redet aber total am Thema vorbei.

    Das Problem, dass Kinder eventuell nicht verstehen, was sie falsch gemacht haben, ergibt natürlich Sinn. Das gilt aber für jede Art von Bestrafung. Wenn es das Kind nicht versteht muss erst darüber geredet werden, wenn es das dann noch immer nicht versteht, dann macht auch eine "gewaltfreie" Bestrafung keinen Sinn. Mein Ansatz fängt da an, dass das Kind bewusst, oder zumindest ohne denken über Konsequenzen, großen Bockmist verzapft :D

    Ich hab noch niemanden kennengelernt, der durch Kläpse auf den Hintern traumatisiert wurde. Wer soetwas als Gewalt gegen Kinder stigmatisiert, der hat es, zumindest in dieser Form, bestimmt nie erlebt. Wie ich schon gesagt habe, alle Schilderungen basieren auf unkontrollierten, wütenden Angriffen auf Kinder. Natürlich ist das keine Art der Erziehung, aber davon redet auch keiner.

    Wie ich schon vorher geschrieben habe, mit dem Kind zu reden ist natürlich immer der erste Ansatz, keine vernünftige Person greift auf "Gewalt" als Standardreaktion zurück. Aber ich bin ein wunderbares Beispiel dafür, dass mich trotz sehr guter Erziehung Gespräche und Strafen überhaupt nicht gejuckt haben. Wenn es funktioniert: gut, dann würde auch ich nicht darauf zurückgreifen. Wenn aber nicht, was dann? Das Kind zum Psychologen schleppen? Gerade das würde gravierend in das (spätere) Leben eines Kindes eingreifen. Außerdem kenne ich doch eine funktionierende Methode, die mir persönlich in keiner Form geschadet hat, ganz im Gegenteil.

    Ich selbst finde es aber unverantwortlich, wenn das eigene Kind Probleme verursacht und man nicht sinnvoll reagiert, obwohl die eigenen Methoden nicht ausgeschöpft sind. Für mich wirkt das so, als würde man auf Salz im Essen verzichten, weil die eigenen Eltern es damals immer versalzen haben. Man zieht es garnicht in Betracht, weil man es nur in der schlechten Form kennengelernt hat.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du die von dir erfahrene Gewalt generalisierst. Was du in diesem Sinn erlebt hast ist keine Erziehung, sondern häusliche Gewalt. Das steht in keinem Verhältnis zu meinen Ansätzen.

    Natürlich ist ein Kind nur ein Kind mit begrenztem Wissen und Fähigkeiten und überschreitet mal Grenzen. Wenn das Kind aber wiederholt in der Öffentlichkeit Probleme verursacht, besonders auch für andere Kinder, dann ist dieser gutmütige Ansatz für die Katz. Es übersteigt die Fähigkeiten eines Kindes in keiner Weise, sich über kürzere Zeiträume vernünftig zu benehmen. Ich bin ein sehr geduldiger Mensch und habe privat kein Problem mit energiegeladenen oder lauten Kindern, aber als (hoffentlich) zukünftiger Lehrer steht mein persönliches Empfinden unter dem der Klasse. Wenn man jetzt in einer Klasse 2-3 Kinder hat, die "ganz Kind sind", dann geht ein Drittel der Stunde für Erziehungsmaßnahmen drauf und der Rest der Klasse sitzt auf dem Trockenen.

    Das Anschreien nicht funktioniert sollte klar sein, das halte ich selbst für schädlicher als die "Popoklopfer".

    Was das Thema Mobbing betrifft, wünsche ich mir, dass man an Schulen und Arbeitsplätzen verstärkt die Täter ausgrenzt.
    Gerade Jungs blühen bei einem potenziellen Bad Boy-Image besonders auf und sollten nicht einfach nur zurechtgewiesen werden, sondern direkt die Schule wechseln müssen.

    Mal abgesehen davon, dass die Mobber dann an einer anderen Schule angenommen werden müssen und da dann die gleichen Probleme verursachen, kann das nicht funktionieren. Auslöser für Mobbing sind ja grade Exklusion, familiäre Probleme, oder die fehlerhafte Erziehung. Durch weitere Isolation wird das höchstens verschlimmert. Ich kann das nachvollziehen, wenn das eigene Kind betroffen ist. Wenn aber weder die Eltern unter sich, noch die Lehrer das Problem lösen können, dann sollte man dem Kind zeigen, wie man sich verteidigt. War in meinen jungen Jahren genau so und nichts hat Mobbing mir gegenüber besser unterbunden, als dem Mobber seine Grenzen zu zeigen. Das ist zwar eine unschöne, aber ungemein effektive Methode.

    Ich schließe mich ebenfalls an. Ich hoffe, dass das ewige Bogenschießen nicht zu monoton wird, aber es hagelt nur Lob von allen Seiten und ich hatte jetzt nach Nioh eh nichts mehr. Habs über Nacht geladen, mal schauen ob ich heute dazu komme ;)

    Dann fangen wir mal an ;)

    Ich wurde definitiv nicht streng erzogen, aber wenn ich mal großen Mist gebaut hab, hab ich halt ein paar aufs Gesäß bekommen. Die Vorfälle kann ich auch locker an zwei Händen abzählen, es war nicht brutal und hat mich auch nicht dazu gebracht, mich vor meinen Eltern zu fürchten. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich mehr Respekt vor dieser Situation, als vor irgendwelchen "Schmerzen" hatte. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mich andere Bestrafungsarten immer total kalt gelassen haben. Ob es Hausarrest, Fernseh- oder Gamesverbot war, man hat dann doch immer irgendwas anderes gefunden. Lerneffekt Null.

    Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Grundschulzeit. Man saß ordentlich und relativ leise zusammen, die Autorität des Lehrers war absolut. Aufgaben in der Stunde und auch Hausaufgaben wurden in der Regel ohne Anstand gemacht, ohne Widerstand. Probleme mit den Eltern gab es meines Wissens fast ausschließlich bei den Empfehlung für die weiterführende Schulform. Durch mein Studium bin ich grade im zweiten Praktikum in einer Grundschule in meinem sehr ruhigen und "migrationsarmen" Städtchen und selbst hier sind die Veränderungen krass. Nicht wenige Schüler verweigern am laufenden Band Aufgaben, andere wuseln wild durch die Klasse und Ruhe gibt es eigentlich überhaupt nicht. Der letzte Ausweg ist es da, die Schüler vor die Tür zu setzen. Gabs ja damals auch schon. Ich hatte dabei ein schlechtes Gewissen, heute stolzieren sie mit einem dicken Grinsen ins Gesicht vor die Tür. Nicht ohne Grund sind einige Schüler mit geräuschunterdrückenden Ohrenschützern im Klassenraum.

    Dadurch entstandene, schlechte Leistungen werden dann wohl regelmäßig von den Eltern auf die Lehrer abgeschoben. Ergo soll also die unzureichende Erziehung der Eltern auf die Lehrer übertragen werden, was einfach nicht funktionieren kann. Die Frage ist hierbei, was hat sich denn verändert? Die Gesellschaft, die Technologie, das frühere "Erwachsenwerden"? Natürlich werden Kinder dadurch beeinflusst, aber der Kernfehler muss in der Erziehung liegen. Was immer mehr verloren geht, das ist der Respekt, besonders gegenüber älteren Personen. Zu Grundschulzeiten habe ich nicht einmal daran gedacht, die Autorität von Lehrern anzuzweifeln. Ich hatte sogar gehörigen Respekt vor älteren Schülern, da man ja was abbekommen könnte, wenn man frech wird. Gibts heute fast nicht mehr (was natürlich auch seine guten Seiten hat).

    Worauf will ich also hinaus? Aus meiner Sicht wird die Erziehung immer lascher. Die Kinder werden verhätschelt und lassen sich, wenn überhaupt, nur noch etwas von den eigenen Eltern vorschreiben. Wenn ich darüber nachdenke, wie wenig "Züchtigung" bei mir nötig war, um mich zu einem halbwegs sozialen Menschen zu erziehen, dann ist das für mich ein durchaus valides Mittel. Natürlich ist das gesellschaftlich verpöhnt, aber es wird dabei eine absolut falsche Botschaft vermittelt. Ich für meinen Teil wurde in keiner Weise verletzt, verängstigt, oder unterdrückt. Es war das einzig funktionierende und angebrachte Mittel, um auf starkes Fehlverhalten zu reagieren. Mit einem tiefgehenden Gespräch und 2-3 "Du-du-du!" allein wär man bei mir nicht weit gekommen.

    Insgesamt will ich jetzt nicht dazu aufrufen, eure Kinder in regelmäßigen Abständen durchzuklopfen, aber eine zu gut gemeinte Erziehungsweise geht meiner Meinung nach mit einer an Garantie grenzenden Wahrscheinlichkeit, auf die eine oder andere Weise, in die Hose. Kinder sollten nicht nur für Fehlverhalten vernünftig bestraft werden, sondern müssen auch ihre eigenen Konflikte lösen.

    PS: Ich habe keine Kinder :D