Habe ebenfalls einen ausgefüllten Schein im Portemonnaie und bei mir darf sich nach belieben bedient werden. Der Gedanke an die Entnahme ist vielleicht grenzwertig, aber auch nicht viel schlimmer als der, unter der Erde langsam zu verrotten und von Würmern gefressen zu werden. Ich will niemanden verurteilen, aber die "nach mir die Sinflut"-Mentalität finde ich abartig. Damit will ich nicht pauschalisieren, es mag halbwegs gute Gründe geben, um nicht zu spenden. Ich will mich hiermit nur auf die Gleichgültigkeit/Bequemlichkeit beziehen: Wie könnte ich, bis in den Tod, so egoistisch bzw faul sein, dass ich leidenden Menschen die Chance auf ein gutes Leben nehme - ohne persönliche Konsequenzen? Was bleibt ist nicht der Körper unter der Erde, aber der Mensch, der dir ein Leben lang dankbar sein wird. Vielleicht sogar gerade dadurch eine Familie gründen kann.
Natürlich kann man sich damit einfach noch nicht befasst haben, aber gerade im jungen Alter macht der Ausweis Sinn. Die Entscheidung herauszuzögern kann grade der fatale Fehler sein, schon morgen könnte mir ein Fahrer im Sekundenschlaf ins Auto brettern. Und dann wird die Familie zusätzlich noch mit dieser Entscheidung belastet. Einen Ausweis auszufüllen dauert keine Minute. Man kann ihn kostenlos abholen, ausdrucken, handschriftlich verfassen... verglichen mit einer Blut- oder Knochenmarkspende absolut marginal.
Ich bin auch ziemlich sicher, hätte ich einen ausgefüllten Schein gegen die Entnahme, dann würde mich meine Familie noch im Tod mental ohrfeigen :D