Eskapismus ist spitze, aber nur im Maße. Bei mir ist das schon nicht mehr gesund. Ich werde zufriedener sein, wenn ich das mal drossele.
Es gibt Probleme, die kann man dann besser lösen als dauernd seinem Eskapismus zu frönen. Man kann außerdem auch super ohne den Computer eskapieren. Klar sind die digitalen Welten unendlich.
Unendlichkeit ist aber kein neues Konzept, das erst mit der Technik kam. Im Traum und in der Vorstellung gab es Unendlichkeit schon immer. Das braucht nur einiges an Übung. Vorstellungskraft kann man lernen.
Ich habe noch eine Frage zum Thema und bin gespannt, ob jemand etwas Interessantes dazu postet:
Gab es in der Videospielindustrie eine Zeit lang einen Trend, möglichst intellektuell und erwachsen wirkende Spiele zu produzieren? Ich meine vor allem die letzte Konsolengen: Dort gab es The last of us, Heavy rain, selbst Tomb Raider musste realistischer und atmosphärischer sein. Auf der PS 2 gab es etliche alberne, unrealistische zum Eskapismus prädestinierte Games; die Welten der PS 3 Spiele taugten zum Teil auch dafür, aber sie mussten immer irgendwie düster und "voll deep" sein.
Gutes Beispiel sind auch Shooter: In den 90ern reichte Geballer, aber in den letzten Jahren mussten auch diese Spiele irgendwie realistisch wirken zb. Spec Ops the line ist ein gutes Beispiel. Statt einfach zu ballern, musste in vielen Spielen ein Rechtfertigungsgrund her, warum geballert wird etc.. So nach dem Motto "Wir führen jetzt Krieg, um damit Frieden zu schaffen". Besonders auffällig in COD Titeln.
Außerdem gab es dann den Sarkasmustrend. Spiele brauchten sarkastischen, bösen Humor: zB. Saints Row 4, Borderlands etc.
Es gab immer sarkastische Spiele, aber in den letzten Jahren war es ein Trend.
Was ich auch auffällig fand: Ich hatte das Gefühl, dass auch viele Spieler unglaublich "deep" sein wollten. So eine hoch intellektuelle Person verlangt es natürlich auch nach entsprechend komplexer Materie.
Viele Spieler schienen sich enorm mit ihrem Spielekonsum zu identifizieren.
Ich bin erst 20 und fand diese Entwicklung als Jugendlicher voll scheisse. Das ist so wie die Nolanfilme die wollen auch alle voll "deep" sein.
Waren ja auch in der Zeit total beliebt. (Ganz ehrlich: Batman ist ein Superheld. Superheldenfilme mag ich zB nur infantil, unrealistisch und geradlinig. Ich finde, wenn man Superhelden pseudorealistisch und düster macht, taugen sie immer noch nicht für intellektuelles Kino.)
Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass sich etwas verändert hat: Spiele dürfen wieder bunt sein, in Doom 4 kann man einfach mal nach Herzenslust ballern scheissegal was da jetzt der Hintergrund ist, die Japaner trauen sich wieder, teure Spiele für den globalen Markt zu produzieren statt nur irgendwelche Smartphonegames für ihr eigenes Land. Es gibt einen Sciencefictionspieletrend, die graubraunen Hypeshooter neigen auch wieder dazu, weniger realistisch sein zu wollen zB. Battlefield und COD Infinite Warfare sind nun alles andere als realistisch. Die wollen einfach awesome sein.
Dann gibt es Spiele wie Overwatch, Battleborn etc. Teamshooter werden irgendwie cineastischer, filmischer; sie lohnen sich auch für Leute, die einfach auf Immersion und Atmosphäre stehen und nicht nur für Leute, die die Herausforderung lieben.
Dann kommt der Sandboxtrend hinzu und der Rummel um Erkundungsspiele.
Es gibt wieder mehr Horrorspiele!
Während Assassins Creed an Bedeutung verliert, kommen neue ActionadventureIps zum Beispiel Horizon Zero Dawn. Das Spiel macht für mich auch keinen sonderlich pessimistischen Eindruck.
Jetzt möchte ich wissen: Wie seht ihr das? Gab es einen Intellektualisierungstrend? Mussten Spiele in den letzten Jahren dark und gritty sein? Musste man als Spieler voll "deep" sein bzw hatten viele Spieler das Gefühl, sie müssten es sein?
Waren diese Spiele eine gute Entwicklung? Oder waren sie nicht so intellektuell und es war nur ein Image, dass diese Spiele haben wollten? Woher kam dieser Trend? Warum mussten Spiele dark und gritty sein?
Hat sich das wirklich geändert? Müssen sie jetzt wirklich nicht mehr dark und gritty sein? Warum nicht? Wenn ja, ist das gut oder werden spiele einfach nur wieder flacher?