Hachja, Charlotte - Eine sonderbare Unterhaltung.
Die ersten zwei Episoden wirkten äußerst vielversprechend. Es lag eine gute Vorlage für eine interessante Story vor. Die darauffolgenden Episoden waren aber eher äußerst enttäuschend - Sehr episodisch, unnötig, im Prinzip könnte man sie als Filler bezeichnen. Ihr Zweck? Möglicherweise Unterhaltung in Form von Slice-of-Life und Komödie? Misslingt. Humorvolle Aspekte wirken erzwungen und werden x-fach wiederholt, wodurch die Serie aus meiner Sicht sogar ins Lächerliche gezogen wird. Vermeintliche Protagonisten bzw. wichtige Nebencharaktere
(hier meine ich z.B. Joujirou, Yusa, zum Teil auch Ayumi) spielen storytechnisch eigentlich sogar fast gar nichts - Sie wollen lustig sein, sind es aber nicht. Bemerkbar dürfte wohl sein, dass sie bekannte Charaktere von key-Werken von der Persönlichkeit her ähneln. Beispielsweise Joujirou (z.B.Masato/Youhei) als reine Komödie-Funktion. Sie wollen mit ggf. vorliegendem Background Mitleid des Publikums erregen, was jedoch misslingt, da sie a) nicht ernst genommen werden können und b) alles viel zu schnell abgehandelt wird, wodurch ich der Meinung bin, dass man auch nicht sehr viel Sympathie für Charaktere dieser Art entwickeln kann. In der 1. Hälfte der Serie wird gelegentlich
versucht Drama zu vermitteln - Es scheitert kläglich. Eine mitfühlende Atmosphäre wird kaum erzeugt, da man die Charaktere nicht gut kennt und die einzelnen Handlungen wie schon gesagt viel zu kurz behandelt werden.
In der zweiten Hälfte haben mir einige Episode gefallen, jedoch wurden diese von anderen Episoden umhüllt, die gefühlte tausende von Fragen entwickelten, die nicht beantwortet wurden. Charakterentwicklung scheint letztendlich auch nicht wirklich anwesend zu sein, wenn man die Serie
bis zum Ende verfolgt hat. Die letzte Folge war ganz nett, hatte einen netten Abschluss, aber wurde handlungsmäßig viel zu schnell abgearbeitet. Eine Charaktere tauchen plötzlich bis zum Ende gar nicht mehr auf. Dies unterstreicht meine Aussage, dass im Prinzip kaum ein Charakter eine immense Rolle spielt außer Nao und Yuu. Generell wirkt dies äußerst merkwürdig. Es erfolgen mehrere Einführungen von neuen Charakteren, die jedoch, wenn überhaupt, nur kurz für eine einzige Episode von Bedeutung sind (und somit traurigerweise schon mehr erreicht
haben als Yusa und Youjirou), oderhandlungsmäßig eigentlich noch länger auftreten müssten, aber plötzlich von der Bildfläche verschwinden. Zuzufügen ist auch noch, dass Charaktere ohne Hintergrundstory eingeführt werden, um die Story so zu lenken, wie der Autor es viel. Das Resultat? Eine erzwungen wirkendes Ende inklusive Drama-Szenen, die für das Publikum prägnant sein sollen. Klappt nicht.
Charlotte hat mich unterhalten, aber im Prinzip nur wegen der guten Animation, der guten Musik und der Hoffnung, dass die vermeintliche Protagonisten doch noch eine wichtige Rolle
spielen würden. Letzendlich lag aber eher mehr Enttäuschung als Erleichterung vor. Fraglich ist, ob weitere Episoden wirklich sinnvoll gewesen wären. Handlungstechnisch
würden viele "wichtige" Charaktere noch weniger in die Haupthandlung hineingegliedert werden. Trotz großem Charakterumfangs handelt diese Serie aus meiner Sicht nur über zwei Personen.
Nochmal ein kurzes Lob an das Opening und die beiden Endings. Sie haben mir sehr gut gefallen und vor allen Dingen Lias "Bravely You" ist ein erstklassiges musikalisches Erlebnis, welches ich mir auch sehr gerne in der Freizeit anhöre. Lia ist nunmal eine klasse Sängerin.