Beiträge von Chojin

    Heidi, in Japan produziert, wäre dann ja praktisch auch ein Anime. Dasselbe mit Nils Holgersson, Biene Maja, ...

    Wäre nicht praktisch, sondern ist ein Anime. :D Viele animierte Kinderserien aus den 70er, 80er und 90er Jahren wurden in Japan produziert, meist in Co-Produktion mit deutschen/österreichischen/schweizerischen/niederländischen Investoren, Fernsehsendern, etc. Ein Hauptgrund dafür dürfte vor allem die damalige kostengünstige Produktion gewesen sein?

    Ein anderes Beispiel wäre die Definition zwischen Comic und Manga... Im Grunde ist beides dasselbe. Mit einzelnen Bildern (Panels) werden fortlaufende Geschichten erzählt. Das ist das Wesentliche. Wenn ich jetzt nach einem Superhelden-Comic suche, gehe ich dann in den nächsten Comic-Laden um die Ecke und frage: "Hallo! Ich suche den neuesten Superhelden-Manga. Habt ihr den?" - Was wird mir der Verkäufer dann antworten? Er würde wohl ziemlich konfus dreinblicken oder mir einen Manga mit Superhelden empfehlen (welcher vielleicht zufällig erschien), aber keinen typischen US-Superhelden-Comic.

    Warum ist dann die westliche Fanbase so kleinkariert?

    Weil sich im Westen der Begriff "Anime" seit den ersten großen Import-Titeln (u.a. Akira) als Definition für "Zeichentrickfilme made in Japan" festigte bzw. etablierte. End of story... Man könnte ebenso gut hinterfragen, wieso gerade die Avatar-Definitions-Debatte immer wieder aufkeimt? Vielleicht sind ja die Avatar-Fans, welche diesen immer wieder als Anime klassifizieren, ebenso kleinkariert? Vielleicht auch beide Lager? Who knows? :keineahnung:

    Ich fänds interessant, wie die Sachlage bei einem Animationsfilm bewertet würde, der alle klassischen Kriterien japanischer Animation erfüllt, allerdings in den USA, Europa oder meinetwegen auch Indien oder Australien produziert wurde.

    Du hast die Antwort schon benannt. Für einen Hardliner spielt die Herkunft die entscheidene Rolle. Und das ist es auch schon. Nix Japan - Nix Anime...

    Interessant wäre anbei die Frage, wieso man sich bei dieser Serie für den "typischen" Anime-Look entschied?


    Ob die Japaner auch so kleinlich sind..... xD

    Mitnichten... Wie ich bereits oben schrieb, steht in Japan der Begriff Anime für alle Arten des Trick- und Animationsfilms... Demnach wäre auch Avatar in Japan ein Anime...

    Ich finde es nur herzlich kleinkariert, wenn man willkürlich irgendwelche Hausregeln einführt, um etwas anders zu behandeln.

    Naja, keiner hier hat letztlich diese Regeln ins Leben gerufen. Ich finde es auch nicht bedeutend schlimm, zu differenzieren... Zumal es auch nicht bedeutet, dass Anime generell besser seien, als Zeichentrick- und/oder Animationsfilme westlicher bzw. nicht-japanischer Herkunft.

    Kommt letztlich auf die Definition hin an...

    In Japan versteht man unter "Anime" jegliche Formen des Trick- und Animationsfilms, ganz gleich, ob sie nun aus Japan, den USA, Europa oder sonst woher stammen. Die Herkunft spielt hier keine Rolle.

    In westlichen Ländern (vor allem USA & Europa) bezieht sich der Begriff "Anime" ausschließlich auf Zeichentrick- und Animationsfilme japanischer Herkunft.

    Für mich persönlich ist "Avatar" kein Anime, auch wenn dieser sich optisch gezielt an Anime orientiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Serie deshalb weniger empfehlenswert ist! Bei "Die Legende von Korra" wird es interessanter, weil diverse Teile der Serie von "Studio Pierrot" animiert wurden. Diese würde ich für mich als Anime definieren.

    Vor etwa drei Jahren gab es 'ne neue OVA mit sowas, aber frag' nicht, wie die heißt.
    Die hab' ich mittlerweile erfolgreich verdrängt. Einfach nur Mittelfinger hoch und weg.

    Ich muss gestehen, abseits der von mir benannten "Countdown Stories"-Episode wären mir keine weiteren Hentai-OVAs mit dem Fetisch "Guro" bekannt? :onion-confused: Da findet man wesentlich mehr im "Doujinshi"-Sektor. :veraengstigt: Dem Grotesken sind halt keine Grenzen gesetzt... :onion-sweating:


    Hier noch was zum Schmunzeln... :D

    Spoiler anzeigen

    und weil ich mich gerne bei einigen Themen mit unterhalten möchte.

    Na, da bin ich mal gespannt... Nichts gegen dich persönlich... Aber die meisten Mitglieder, die mit ihrem ersten Beitrag irgendeinen Quark bewerben, haben sich nur deswegen hier registriert... Allgemeine Beteiligung gleich Null. Vielleicht belehrst Du mich aber eines Besseren?

    Dazu fällt mir gerade ein, dass unsere Bücherei hier um die Ecke schon vor mehr als 10 Jahren Manga in den Bestand aufgenommen hat

    Richtig... Geht man aber noch einmal ein paar Jahre zurück, kommt man auch zu jenen Zeiten, wo man selbst im Buchhandel auf eine Manga-Anfrage Antworten mit verwirrten Blicken wie "Hä? Manga? Was ist Manga?" oder "Wie schreibt man das? Was möchten sie nochmal bestellen?" zu hören bekam. Hinsichtlich der beiden Begriffe "Manga" und "Anime" und was man prinzipiell darunter versteht, hat sich, was unsere Gesellschaft angeht, durchaus etwas getan. Und wie du schon schriebst, wird im Grunde jedes Hobby von irgendjemandem belächelt... So what?

    als Riesenchance Anime/Manga Gesellschaftsfähig zu machen...

    Wenn ich sowas lese, frage ich mich immer, was denn noch an Anime & Manga gesellschaftsfähiger werden soll? Soll jeder Hinz und Kunz von Anime begeistert sein oder mit nem Manga in der Hand in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen? Sollen Ämter dieses Medium nutzen, beispielsweise auf Informationsschreiben oder Ähnliches? Vielleicht ist die Grenze des gesellschaftsfähigen ja schon längst erreicht? Der Vergleich mit den US-Comics ist zwar nicht verkehrt, aber letztich spielt ein anderer Faktor meiner Ansicht nach die entscheidene Rolle: Die Kultur. Manga gehören zur japanischen Kultur wie Superhelden-Comics zur amerikanischen. Deutschland besitzt nicht einmal ansatzweise eine solche Basis. Ein besseres Beispiel wäre da Frankreich. Sie haben ihre Comic-Kultur welche man auch gerne Franko-Belgische Comics nennt, u.a. Asterix, Tin-Tin, etc. Somit hatte das Land auch von Anfang an einen ganz anderen Zugang zu Manga und Anime was man nicht nur dem französischen Markt ansieht. Als hierzulande kaum ein Ghibli-Film bekannt war, gab es diese schon längst in Frankreich auf VHS-Kassette zu erwerben oder im Kino zu sehen...

    Um 2004 war ich Praktikant im Frankfurter Comic-Laden (die Leutchens vom Hessen-CT kennen den Laden ja! :D ). Eines schönen Tages verbrachte ich meine Mittagspause im oberen Stockwerk (Manga-Abteilung) und stöberte durch die damaligen Neuerscheinungen, als mich plötzlich eine Asiatin im Beisein eines Kameramanns ansprach. Sie meinte zu mir auf Deutsch, dass sie fürs japanische Fernsehen eine Reportage darüber drehen, wie Manga bei den deutschen Fans ankommen und ob sie mir ein paar kurze Fragen stellen dürfte. Eigentlich hatte ich wenig Lust auf ein Interview, ließ mich letztlich aber breitschlagen. Sie knöpfte mir schnell ein kleines Micro ans T-Shirt, sprach noch kurz mit dem Kameramann und begann dann das Interview. Was genau alles für Fragen aufkamen, weiß ich nicht mehr hundertprozentig... Wieso ich Manga lese, was mir so an Manga gefällt, wie ich auf das Hobby kam, was denn mein Lieblings-Manga sei und zum Schluss musste ich mit einem Manga in der Hand, ähnlich diesem Onion gleich -> :up1: in die Kamera grinsen und euphorisch "Ich liebe Manga!" sagen! "Halt, bitte noch einmal mit etwas mehr Power!" - "Ich LIEBE Manga!!!" - Perfekt! Das Ganze dürfte so 15 bis 20 Minuten gedauert haben und nach mir war noch ein Mädel an der Reihe, die das Pech oder Glück hatte, gerade die Treppe hochzukommen. Ob der Quark letztlich auch in Japan gesendet wurde, entzeiht sich meiner Kenntnis und leider vergaß ich auch zu fragen, von welchem Sender die beiden waren... Ich denke mal, dies war eines der einprägsamsten Erlebnisse meiner frühen Anime- & Manga-Leidenschaft, an die ich mich gerne zurückerinnere. :onion-sweating: