Beiträge von Incubus

    Es ging nicht um die Art von Mensch die mit Trotzreaktionen reagieren, sondern um jene, die unverhältnismäßig von Personen angegangen werden, denen es nicht um die Sache geht.

    Ich hoffe, du meinst damit nicht unser Gespräch, denn darum ging es ganz sicher nicht. Möglich, dass du hier wenig wohlwollend interpretierst, aber natürlich geht es mir um die Sache. Ich denke nur, dass Menschen dafür nicht emotional bespielt werden müssen, sondern sehr wohl als mündige Wesen in der Lage sind, mit Informationen eine eigene moralische Haltung zu entwickeln.

    Ich meine - am deutlichsten wird die Überflüssigkeit der Begriffe 'links/rechts' vielleicht am eigenen Beispiel. Jeder kann sich diesbezüglich selbst befragen. Ich etwa vertrete viele 'klassisch-linke' Positionen (wenn auch keine extremen, definiert als solche, die gegen die Verfassung gerichtet sind), aber auch viele gemäßigte. Ich bin eigentlich in keiner Frage 'klassisch-rechts', aber in vielen Fragen durchaus auch nicht links-progressiv. Es ist einfach sinnlos, die Kategorien zu bedienen. Es macht wirklich mehr Sinn, herauszufinden, wofür (oder, wie Ex4mp1e vorschlägt, wogegen) man ist.

    Klar. Womit wir dann, um es mit deinen Worten auszudrücken, bei der bekannten Wunschfantasie aller Veganer wären.

    Deine Anekdote suggeriert, dass leading-by-example eine Möglichkeit darstellt, die Welt von moralischen Wahrheiten zu überzeugen. Du gehst den Weg der emotionalen Intelligenz. Das halte ich für schwierig. Erstens will ich den Menschen nicht entmündigen und denke, dass jeder selbstevidente moralische Wahrheiten erkennen kann. Zweitens halte ich eine Welt, in der Menschen emotional bespielt werden müssen, um richtig zu handeln, nicht für wertvoll.

    Also: Keine Wunschfantasie, sondern das volle Bewusstsein darum, mit dem Appell an die Rationalität scheitern zu können. Großer Unterschied. Letztlich ist jeder für seine eigene moralische Verfassung selbst verantwortlich. Wer moralische Wahrheiten ignorieren will, soll das tun. Ich wünsche mir nur, dass diese Menschen wissen, dass sie sich selbst belügen.

    Stell dir vor, ich bin einfach mit gutem Beispiel vorangegangen und habe mein Ding gemacht. Und genau das hat dazu geführt, dass die eine oder andere Person aus meinem Umfeld Interesse gezeigt und nach und nach die Ernährung umgestellt haben :)

    Das ist natürlich super. Trotzdem würde ich Reaktanz grundsätzlich nicht belohnen wollen. Aggressiv und trotzig auf rationale Argumente zu reagieren, funktioniert nur dann, wenn man sich in der unreflektierten Mehrheitsgesellschaft befindet. Ich glaube an die Selbstevidenz moralischer Wahrheiten und will Menschen, die dagegen verstoßen (und hierfür übrigens Höchstleistungen der Dissoziation vollbringen!) nicht einen Hebel in die Hand geben, der ihnen noch einredet, es sei so oder so in Ordnung.

    Ein gutes Beispiel aus dem Alltag ist Veganismus. Sich einerseits über den Fleischkonsum anderer beklagen und dass es ja so falsch ist Tiere zu essen und "wie-kann-man-nur-was-sind-das-für-grausame-Menschen", aber andererseits Fleischesser oder Vegetarier derart unsachlich angehen, dass sie erst recht nicht in Erwägung ziehen, ihre Ernährung zu überdenken.

    Ja, die bekannte Wunschfantasie aller Fleischesser*innen: Freundliche, unterwürfige Veganer*innen, die mit ganz viel Bitte-Bitte-Bitte das eigene Ego schmeicheln, damit dann großherzig verkündet werden kann, dass hier und da 'weniger Fleisch gekauft wird'. Deine Kritik zielt darauf ab, die Argumente des Veganismus bereits auf der Formebene zu umgehen. Das Motto: "Warum sollte mich die Umwelt/Tierwohl kümmern, wenn ich persönlich kritisiert werde?" Das klingt für mich viel mehr nach fragilem Ego, aber naja. Perspektiven eben.

    Die Welt wartet btw. noch immer auf nur ein gutes Argument dafür, Fleisch zu konsumieren. Aber hauptsache, die bösen Veganer*innen waren gemein.

    Bruh....

    Warst du schonmal auf einer linken Demo :trollolo:

    Das extremistische Pack, ist nicht besser wie die Glatzen die sie hassen, von Sprungmesser bis Gas Knarre is da auch alles am Start.

    Hier wäre das Bemühen der einen oder anderen Statistik vielleicht doch gewinnbringender als persönliche (und vermutlich erfundene) Evidenz.

    Edit:

    Genauso verhält es sich mit den Rechten oder dem, was heutzutage alles als "rechts" angesehen bzw. gebrandmarkt wird. Werden diese aus linker Sicht nicht auch alle in ein und denselben Topf geworfen?

    Ich denke, die Begriffe 'links/rechts' sind ohnehin völlig sinnentleert. Es ergibt viel mehr Sinn, über konkrete Inhalte zu sprechen. Dieses Niveau wird aber wohl eine Wunschfantasie bleiben...

    Wenn du weiterhin in anderer Leuts Aussagen eine Zielsetzung hineinliest, die diese ausdrücklich verneint haben, hat dies nichts mit einem Verarbeitungsunterschied zu tun, sondern mit einer bewussten Interpretationsentscheidung.

    Ich sehe hier keinen Interpretationsspielraum, sondern eine selbstevidente Tatsache. Späteres Verneinen ist irrelevant, die ursprüngliche Aussage ist ja präsent und kann jeder Zeit angesehen werden. Kann dann ja jeder für sich entscheiden, ob da eine (sehr wohl geläufige) Gleichsetzungsabsicht vorlag oder nicht.

    Grundsätzlich lässt sich die Interpretation von Aussagen wohl kaum vermeiden, wenn eine Unterhaltung stattfinden soll. Ambivalente Aussagen können eben ambivalent interpretiert werden. Besonders heikel wird es aber, wenn damit politisch eher fragwürdige Meinungen vertreten werden, die dann beim kleinsten Echo dazu führen, dass die Opferrolle eingenommen wird. Ich bin jeder Zeit bereit, bei Richtigstellungen einzulenken; komisch, dass diese nie erfolgen.

    Edit: Nach gründlicher und fairer Betrachtung der weiteren Aussagen des OP bleibe ich bei meiner Meinung und halte es für eine boshafte Unterstellung, mir hier eine Fehlinterpretation vorzuwerfen. Der Verdacht erhärtet sich immens, wenn die fortführenden Beiträge hinzugezogen werden.

    Das ist eine Unterstellung. Wir können uns die Ziele der extremen Linken aber gerne gemeinsam erarbeiten. Allerdings würde ich hierfür vorschlagen, zunächst einzugrenzen, welche Ideen überhaupt unter die "extreme Linke" fallen.

    Aber extrem links zu sein is ja heute chic weil man die Motive besser nachvollziehen kann, aber auch da geht es um Ausgrenzung und tot.

    Ja, dieser 'chic' drückt sich eindeutig im Polit-Barometer aus, nicht wahr? Darüber hinaus: Kannst du mir erklären, warum es hier um, Zitat, "Ausgrenzung und tot" geht? Bedenke: Ich will über aktuelle Ideen der extremen Linken sprechen. Komm mir daher jetzt bitte nicht mit Pol Pot oder irgendwelchen Ereignissen aus dem tiefen 20. Jahrhundert.

    Edit weil Nachtrag:

    Genau das ist es, was hier schon mehrmals angemerkt wurde: Du unterstellst eine Intention hinter einer Aussage, obwohl es nicht möglich ist sowas abzuleiten. Es wurde ein Oberbegriff verwendet, weil beide Spektren per Definition genau unter dem Begriff "Extremismus" fallen. Es ist eine Kategorisierung.

    Fürsprecher ins Boot zu holen, macht eine Argumentation nicht stärker. Aber: Offenbar haben wir verschiedene Verarbeitungsprozesse, da in meiner Perspektive die Aussage eben genau darauf abgezielt hat, die beiden Spektren über den Begriff 'extrem' gleichzustellen. Schon merkwürdig. Gibt es weiteren Klärungsbedarf auf deiner Seite? Die andere Diskussion finde ich interessanter und zielführender.

    Die Ablehnung zweier Phänomene ist keine Gleichsetzung ihrer Inhalte, Ursachen, Folgen,...

    Das sind logisch unterschiedliche Ebenen.

    Wenn die Intention einer Aussage darin besteht, zwei völlig unterschiedliche politische Spektren, die quasi nichts miteinander teilen, über einen abstrakten Begriff wie 'extrem' gleichzusetzen, dann handelt es sich um eine Gleichsetzung. Das mag tautologisch klingen, weil es tautologisch ist.

    Unterm Strich macht es, es aber nicht besser selbst wenn es Einzelbeispiele laut deiner Aussage sind, und das auf der Straße rumgeklebe würde ich nicht als Einzelfall Runterspielen.

    Beide Parteien tragen nichts bei was hilft.

    Ganz grundsätzlich würde ich für die Diskussion eine Richtung einschlagen wollen, die Ideen und Ziele fokussiert. Wenn du im Lexikon nach einer Definition für linke (extreme) Politik suchst, wirst du dort keine Aneinanderreihung von Aktivitäten der letzten 5 Jahre finden. Warum willst du dann genau darüber diskutieren?

    Auch mit dem Zusatz "rhetorisch" bleibt es eine Unterstellung. Es wurde keine Gleichsetzung vorgenommen, weder rhetorisch noch faktisch.

    Gut, das erkläre ich dir noch kurz: Die Aussage "ich verachte linke und rechte Extreme" ist eine Gleichsetzung, wenn sie darauf abzielt, beide Seiten auf eine gleiche (z.B. moralische) Stufe zu stellen, ohne die sehr großen und wichtigen Unterschiede zu berücksichtigen. Das halte ich für sehr gefährlich und falsch.

    Was genau an der Kernaussage "Extremismus ist abzulehnen" hältst du für problematisch?

    So wie du sie hier formulierst: Zu pauschal und ohne argumentative Begründung. Eigentlich ziemlich einfach, schon allein argumentationstheoretisch gesehen.

    Es wurde Extremismus als Problem benannt und keine Gleichsetzung vorgenommen.

    Daher das kleine aber wirkmächtige Wort "rhetorisch" in meinem Satz. Sollte nicht überlesen werden.

    Die anderen, kleben sich auf Straßen und sorgen für tote, zünden Strommasten an und sorgen für tote,

    Hm, okay. Polemische Einzelbeispiele, deren Faktizität dahingestellt sei. Ich rede eher von Ideen und Zielen, nicht davon, was dir so konkret in Berlin passiert ist.

    Uff, hier wurde jetzt sehr viel über mich in der dritten Person gesprochen und wenig über politische Inhalte. Das ist bedauerlich, aber offenbar der gute Ton hier, in den alle gemeinsam einstimmen können.

    Ich reagiere darauf mal nicht und gehe mit gutem Beispiel voran, indem ich beim Inhalt bleibe: Ich denke, dass eine rhetorische Gleichsetzung linker und rechter extremer politischer Strömungen eine sehr schlechte und gefährliche Praxis ist. Die einen wollen Menschen eingrenzen, ausgrenzen, vernichten - und die anderen?

    Was genau ist denn deiner Meinung nach am "Linken" verachtenswert? Das würde mich interessieren.

    Wie Nefarious Maniac richtig geschrieben hat und auch erkannt hat im Text, weil er Ihn sehr wahrscheinlich ganz gelesen hat^^, ich das Extrem verachte. Beide Seiten glauben Sie stehen für das richtige ein, dabei handelt es sich eigentlich nur um einen Schlagabtausch ohne erkennbares Ziel. Es geht einfach nur darum, die jeweils andere Seite zu diffamieren und im Recht zu sein, egal mit welchen Mitteln das auch erzielt werden mag.
    Da wundern sich Leute warum, Diskussionen nicht mehr so ganz reibungslos ablaufen.
    Surprised pikachu : r/MemeRestoration

    Fakt ist jedoch das die politische/ideologische extreme Rechte sehr gut ohne ihr Gegenstück existieren könnte und würde, wie es die Geschichte schon häufiger gezeigt hat. Die extreme Linke ist legedlich eine Antwort darauf, eine Antwort die nicht stillschweigend zusieht und abwartet.

    So zumindest meine Einschätzung.

    Ich denke, dass die Darstellung von @Nethraxius merkwürdig ist. Linke Politik ist heute mit Chancengleichheit, Freiheit des Subjekts und gerechter Verteilung beschäftigt. Es geht beispielsweise um günstigere Mieten, Bildungsgerechtigkeit oder eine bessere soziale Unterstützung. Was ist daran verachtenswert? Die o.g. Darstellung erinnert in ihrer Einfacheit und mangelnden Konkretisierung dann doch eher an die Weltsicht eines Jugendlichen.

    Mir wurde gerade ein Video auf der rechten Seite angezeigt, wenn man gerade schon ein Video auf Youtube schaut.
    Als ich das gesehen habe, hat es mich wieder zu der Erkenntnis gebracht, dass ich "die Verlassenen" bin und man Horde/Allianz und Geißel als schwarz/weiß, links/rechts oder wie auch immer man das politisch nennen mag, sind.^^ (Kurz gesagt, ich verachte das linke und rechte Extreme^^)

    Was genau ist denn deiner Meinung nach am "Linken" verachtenswert? Das würde mich interessieren.