Katsuro - Arrestzelle
"Dich unterschätzen?!"
Jedes seiner Worte gab mir das Gefühl, dass er sich über mich lustig machte und es wurde nicht besser, desto mehr er sprach.
"Aber nicht doch, Katsuro... sofern das überhaupt dein richtiger Name ist. Ich bin durchaus überzeugt davon, dass dir so gut wie alles zuzutrauen ist."
Mit geballten Fäusten hörte ich ihm zu, wobei ich leicht zuckte als er meinen Namen erwähnte. Die Frage ob das mein richtiger Name wäre verwirrte mich etwas. Jedoch war für Verwirrung in meinem momentanen Gefühlsspektrum, was sich aus Frustration, Genervtheit und Unwohlbefinden zusammensetzte, kein Platz mehr. Weswegen ich mir darüber keine weiteren Gedanken machte. Und schon zum dritten Mal, schwang in seinem Satz ein, an mich gerichteter, Vorwurf mit. Als ob das das Schlimmste wäre, was ihm je passiert war. Komm drüber weg, Mann.
"Aber was macht denn ein so toller Hecht wie du dann wieder in meiner Nachbarschaft? Wars etwa der ...Manager... von eben, der dir die durchaus rustikalen, aber doch etwas sehr spartanisch eingerichteten Räumlichkeiten hier drinnen empfohlen hat?"
Seine Frage war wieder unpräzise und machte den Eindruck, dass er dabei irgendeinen Hintergedanken hatte, der sich mir jedoch nicht offenbarte. Wie bei fast allem was aus seinem Mund kam. Und mir fiel wieder ein, was ich ihm sagen wollte, bevor Martinez in den Raum gekommen war. Durch seine komischen Fragen würde er keine vernünftigen Antworten bekommen. Nicht von mir jedenfalls, denn solange er mit verdeckten Karten spielte, würde ich das selbe tun.
Bevor ich auf seine Frage einging, mussten jedoch Grenzen gesteckt werden.
"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Freunde geworden wären, also nenn mich nicht beim Vornamen!"
Ich trat nach dem Satz ein Stück von der Wand zurück, soweit es mir eben in dem begrenzten Raum möglich war, und sah die Sicherheitsschleuse an, durch die Sadareen vor einigen Momenten verschwunden war.
"Du darfst dich bei Sadareen bedanken, dass ich wieder hier bin. Der Drecksack kann es einfach nicht ertragen, dass ich in dieser gefährlichen Welt da draußen herumlaufe." Mir war dabei egal, dass sich MPs im Raum befanden, die meine Worte mithören konnten. Was hatte Sadareen auch erwartet, dass ich plötzlich damit aufhören würde ihn zu enttäuschen? Mein Blick verweilte noch etwas auf der Schleuse, bis ich ihn wieder auf die Wand richtete hinter der sich Harry verbarg.
"Doch du solltest dich freuen, es sieht so aus, als müsstest du nicht so lange hier bleiben, dass das süße Gefängnisleben beginnt dich zu langweilen. Weil ich denke mitbekommen zu haben, dass sie dich pfählen wollen."