Beiträge von Haggard

    Soho, ich bin zwar auch heute längst nicht mehr auf der Höhe meiner körperlichen Kräfte - was meine Geistigen betrifft, davon will ich gar nicht anfangen xD - aber das ist noch lange kein Grund einfach mit dem Trinken aufzuhören schlafen zu gehen OHNE jemanden den Strick um den Hals zu legen...

    Ich hatte ja eigentlich erhofft ins Visier zu geraten, nachdem ja Blue schon eingangs die Sache mit der Anzahl der Spieler und den Himmelsrichtungen/ Uhrzeiten in ein plausibles Verhältnis setzte. So spielte meine Argumentation ebenfalls darauf an, dass den Spielern Nummern zugeordnet werden könnten, die den Ziffern einer Uhr entsprechen. 12, also Fluid stünde also folgerichtig für den Norden; 1 für SelY.

    Warum 12 für Norden steht?! Wenn jemand eins auf die 12 kriegt, oder kriegen soll ist ja für gewöhnlich auch der oberste, nördlichste Teil des Körpers gemeint. :D

    Von daher spricht die Uhrzeit des Sturms (die sich interessanterweise mit der Wolfsmeldung der südlichen Mauerwache deckt UND Falks spurloses Verschwinden zeitlich erwähnt) für einen Wolf, der sich zwischen den Ziffern 6, 7 und 8 bewegt. Ergo: Moi, Erza und Ano.

    Nun dachte ich, was wäre, wenn ich im Begriff wäre eine Theorie aufzustellen mit der ich mir geradewegs selbst die Flinte in den Hals stecken würde? Wäre es nicht an erster Stelle im Sinne des Wolfes mich in jener Hinsicht dabei zu unterstützen in dem er sicherstellt, dass sich auch frische Munition in der Waffe befindet - und ich nicht schwanken würde, in meiner Überzeugung das Feld für ihn zu räumen?

    Möglicherweise... allerdings geschah das nicht; Von daher unterstelle ich dem Wolf eine gewisse Raffiniertheit, die ihn die Scharade hat ahnen lassen. Unter Umständen auch eine erfahrene Verschlagenheit. Und das bringt meine unmittelbare Nachbarin Erza ins Spiel :>
    Nicht, weil ich Ano oder Meow, meinen direkten Nachbarn NICHT zutrauen würde verschlagene Wölfe zu sein, aber die Erklärungen weswegen ich Erza in den Rachen sehen möchte sind folgende:

    Erstens. Ralucasus Texte können zwar im Besten Fall nur Spuren von Hinweisen enthalten (Oder auch unter Garantie. Nur dann versteh ich sie halt eben nie xD) aber das mit den Uhrzeiten und Himmelsrichtungen würde schon passen, 19.30 Uhr verschwand Falk, vor, während oder zeitgleich mit dem Sturm, der über unser blutlüsternes idyllisches Dorf hereinbrach. Und der Meldung von der Südmauer.

    Das heisst, auf das ominöse, angenommenen Ziffernblatt umgemünzt: Der grosse Zeiger stand auf mir - der Nummer 6 - natürlich so unschuldig wie der erste Schnee!
    Und der kleine Zeiger zwischen Erza und Ano. Und riet uns Casura nicht, unsere Nachbarn im Auge zu behalten?!
    Das habe ich vor - zumal ja auch ausgerechnet die vierte Seite der Zeitung fehlt. Was für ein seltsamer Zufall; Denn nehmen wir für den Moment mal an, wir würden die fünf Seiten der Zeitung als Pentagon deuten und sie über das Zifferblatt der Uhr legen...
    Welche Stunde stünde für die fehlende Seite 4? Genau! Erza.

    Und zu guter Letzt noch, weil mir die Beweisführung ja selbst reichlich fadenscheinig erscheint ein anderes Indiz; Erza brachte die zwei Wölfe- Theorie ins Spiel. Sicher, die Möglichkeit ist nicht von der Hand zu weisen, aber es irritierte mich etwas warum Erza darauf anspielt. Sie ist rein hypotetischer Natur und hat so oder so keinen praktischen Nutzen. Weder gab es zwei Opfer - noch gibt es die Möglichkeit an einem Abend gleich zwei von uns dem Galgen zu überantworten... von daher ist die Theorie im Grunde nur zu einem Zweck geeignet: Um irgendwas zu sagen, das Nichts sagt.

    ...

    ...

    Und ich weiss. Auch meine Theorie ist weit hergeholt und ohne Arthur Conan Doyl-sche Fundiertheit oder Intellekt. Aber da es bei 11 weiteren möglichen Wölfen auch wenig zielführend wäre meine Stimme dem Zufall zu überlassen, da lass ich meine Erza- Theorie eben einfach mal so gut sein wie jede andere auch...
    Sollte ich dir Unrecht tun... dann wisse das du an der Bar im Hasenhimmel alles auf meine Rechnung setzen kannst das im Alter nunmal leider alle Sinne schwinden, bis auf einen: Der Eigensinn, den dieser wächst zuverlässig und beständig von Jahr zu Jahr. xD

    Tja, natürlich enthält auch die heutige Zeitung genügend Material dass sich noch einer sorgfältigen Lektüre unterziehen werden müssen wird, aber etwas, das mir, neben Falks erneuten recht frühen Ableben ins Auge stach, war das hier:

    Falk oder seine Überreste zu finden, Mitgefühl für Hasen in Not zu zeigen,
    und um euch eure Nachbarn gaaaaanz genau anzusehen den es könnte ja ein Wolf darunter sein.


    Ich muss gestehen, der Absatz verwunderte mich; Warum ermutigt uns Ralucasu zu einer Geste, die in Hasington ja regelrecht an Absurdität grenzt. Wer auf einem Friedhof wohnt, der weint irgendwann ja auch nicht mehr um jeden - und wo kämen wir in Hasington hin, wenn wegen jeden unschuldig gehängten Häschchens ein Fass aufgemacht würde?!
    Gar nicht auszudenken! :D

    War das also ein Hinweis, den Eigennutz im Mitleid zu finden?

    Angesprochen wurden in der Zeitung die Familien Hawes und Kaninor....
    Ob diese Familien tatsächlich im Meldeamt verzeichnet sind wäre zu überprüfen, denn allzu leicht liesse sich, wie von euch ja auch schon erwähnt auch ein Wortspiel dahinter vermuten Hasen/Westen, Kaninchen/Norden.

    Ich würde es dann aber eher so interpretieren, dass sich - da Raluca uns, wenn auch wider besseren Wissens um unsere Traditionen, dazu ermahnte Gnade walten zu lassen - die Anspielungen von Westen und Norden (in welcher Weise uns das auch weiterhelfen könnte) auf Kräfte beziehen die eben NICHT mit Falks Verschwinden zu tun haben.

    Zumindest waren es auch ausgerechnet die Wachposten der Südmauer, die von einer Wolfsaktivität berichtet hatten.
    Doch nach wie vor liegt auch für mich der Kern des Rätsels in der richtigen Interpretation dieser merklich richtungsweisenden Ansätze.
    Da wir zwölf Spieler sind, könnte es natürlich ähnlich einer Uhr gedeutet werden - nur widerstrebt mir ausgesprochen darauf hinzuweisen, wer also laut meiner Theorie an Falks Verschwinden Schuld sein muss.

    Auf alle Fälle also, kann es nichts mit einer Uhr zu tun haben x_x"

    Auch hier wars wieder ein leichtes, den Anschluss wiederzufinden, und die Charaktere sind mir nach wie vor sympatisch.
    Airis und Chiyos unterschiedlichen Auffassungen kommen gut zur Geltung und auch warum Airi Bedenken hatte bei der Gruppe zu bleiben kam gut rüber.
    Ihre Route durch den Wald ist mir persönlich vielleicht etwas zu hastig geraten, denn so ein Wald kann - gerade im der Dämmerung auch eine ganze Menge an Eindrücken, ja sogar Gerüchen zu bieten haben (feuchtes Moos, modrige Blätter usw xD) ist aber weiter kein Problem; Schliesslich bin ich nun gespannt darauf wie die Begegnung mit dem Steingolem endet;
    Und im übrigen wünsch ich der Story auch, wie ich grade sehe alles Gute zum Geburtstag... =D

    22. August 84

    Harry - Barracken -> Kantine


    Als ich nach ein paar Stunden seichten Schlafes vom Morgenappell und dem darauf folgenden unruhigen Gequietsche, Gemurmel und Getrappel aus dem Schlaf gerissen wurde dauerte es noch einen Moment, ehe ich realisierte wo ich mich befand.
    Richtig ja, nachdem ich gestern zu den Baracken gegangen war, nachdem ich auf halbem Wege noch die Szene beobachtet hatte wie Katsuro kreidebleich und scheinbar nicht gänzlich freiwillig von diesem Kioshi huckepack genommen und zur Krankenstation gebracht wurde war ich diesem rothaarigen Neuling, Lego...irgendwas... zu den Baracken gefolgt, nachdem jener von Kioshi dazu gedrängt worden war, Katsuro an ihn abzugeben und zu den Barracken zurückzukehren.


    Einen Moment lang kam mir bei der Erinnerung an die Szene nochmals Katsuros Gesichtsausdruck in den Sinn, und sein Versuch sich zu sträuben - und ich musste mir eingestehen, dass ich ihm einen Sympathiepunkt einräumen musste. Nicht weil er krank zu sein schien, und ich deshalb Mitleid mit ihm gehabt hätte; Selbst, wenn Katsuro von der Pest befallen worden wäre hätte er das ja wohl verdient!
    Aber wenigstens hatte der Kerl immerhin offenbar auch seinen Stolz - auch ich hätte mir lieber mit einer groben Feile eine Blutvergiftung aus dem Arm geraspelt, als von Lealas Lustknaben Hilfe anzunehmen.


    Ich drehte mich schläfrig nochmals in meinem Etagenbett zur Seite, aber obwohl man mich in Ruhe lies - ich war klug genug gewesen mir gestern schweigsam und unauffällig einen Schlafsaal im hintersten Bereich der Barracken zu suchen, in dem ich kein einziges bekanntes Gesicht wiederfand - kam ich bei dem Tummult, den all dieses kollektive Pflichtbewusstsein verursachte nicht mehr zur Ruhe.


    Also strich ich genervt mit der falchen Hand über mein Gesicht, setzte mich auf die Bettkante, schlüpfte in meine Klamotten und trottete lustlos der Herde hinterher, welche die Barracken in der Kühle der beginnenden Morgendämmerung in Richtung der Kantine verliess - und klammerte mich einzig an die Hoffnung, eine ebenso leckere Tasse Kaffee zu ergattern, wie sie mir Flora gestern Morgen servierte.
    ...Flora; Überlegte ich, den Gedanken wiederholend. Wo die Frau wohl abgeblieben war; Ich hatte sie seit dem gestrigen Treffen unserer Selbsthilfegruppe nicht mehr wiedergesehen.
    Nicht, dass ich mir irgendwelche Sorgen um sie gemacht hätte oder so...
    Ich fragte mich lediglich, ob und welches Süppchen sie vielleicht am auskochen war.

    Warum schaut man anderen Leuten beim Spielen zu? D:


    Naja, wer noch Spielhallen kennt oder Geschwister hat (mit denen man sich eine Konsole teilen musste) könnte vielleicht ne Antwort drauf geben :D

    Ich für meinen Teil fands immer spassig von meiner kleinen Schwester aus dem Lösungsbuch vorgelesen zu bekommen, oder sie beim Spielen zu kritisieren uns gemeimsam den Herausforderungen eines Spiels zu stellen - oder bei schwierigen Stellen jemanden mit Skill ins Boot zu holen :bai:

    Nicht böse sein?! Ich bin ausser mir vor Entsetzen, dabei bin ich ansonsten doch die Geduld in Person!
    *HEY BEDIENUNG! Wo zum Teufel bleibt mein Espresso!?!*

    Allerdings... wenn du gewillt bist mich auf das nächste Kapitel nicht mehr so lange wartem zu lassen, dann will ich mit mir handeln lassen. Zumal mir persönlich dieses Kapitel zu sehr nach etwas sorglosem Easylife klingt als dass ich mich dem Verdacht erwehren könnte dass dunkle Wolken über Mervue oder Ponte City aufziehen könnten. Auch die Sache mit dem Minicomputer ist mir etwas suspekt; Es ist mir ein zu nützliches Gerät, so auf den ersten Blick... Paranoia ftw! :robot:

    Von daher, grossartig was zu bemängeln gibts diesmal von mir nicht (ausser der Frage, was eigentlich mit Pokemons in Pokebällen passiert, wenn ihr Trainer aus welchen Gründen auch immer sich nicht mehr um sie kümmert - oder es vielleicht gar nicht mehr kann o^o")

    also harre ich ungeduldig neugierig den Dingen, die da kommen... :tee:

    P.s.: Ich finds ausserdem schön, dass du die Story auch nach einiger Zeit nicht aufgegeben hast :3

    Blue: Ich kanns versuchen, aber da mir der September noch ziemlich auf die Nerven gehen wird anspruchsvolle Aufgaben stellt bin ich mir nicht sicher obs für mehr reichen wird als ein nochmaliges Hasenopfer; Aber auch das stell ich zumindest gerne bereit! :hero:

    Ansonsten, @Ralucasu, das kaltblütige, intrigante, mörderischenaturverbundene, idyllische Hasington ist mir so sehr ans Herz gewachsen, das ich es ja fast schon mein Zuhause nenne - aber mal Urlaub machen und auf Reise gehen; Das wär durchaus auch mal nett... =3

    Harry - Archiv -> Auf dem Weg zu den Barracken


    Schlecht gelaunt verlies ich dasselbe Gebäude, in welchem ich die letzte Nacht verbracht hatte; Denn wie ich mittlerweile herausgefunden hatte enthielt die längliche bienenwabenförmige Einrichtung nicht nur Arrestzellen. In ihm befand sich auch eine Art Forschungseinrichtung, ein Archiv und eine Bibliothek, und Ich hatte es für eine gute Idee gehalten mich deshalb in dem Gebäude nach ein paar Antworten umzusehen.
    Wie gesagt, Ich hielt es für eine gute Idee. Ich allein.
    Denn das alles diente offenbar nicht dazu, um was zur Allgemeinbildung beizutragen. Ohne Berechtigung, die mir nur Flora oder ein anderer Ausbilder, Meister oder Offizier verschaffen konnten wiegelte man mich kleinen Rekruten überall ab, wo ich nur zu gerne mal meine Nase hineingesteckt hätte.


    Missmutig Flüche grummelnd trat ich aus der Türe und lenkte meine Schritte stampfend in Richtung des Hauptplatzes hinter der Kappelle. Mittlerweile war es spät geworden, und wieder ruhiger auf dem Gelände, als ein sonderbarer Truck, der am Hintereingang der Krankenstation abgestellt war meine Aufmerksamkeit erregte.
    Ich hielt meine Schritte inne und erspähte, dass man dabei war mit ernster Miene ruhig und behutsam einige längliche Kisten in den Truck zu laden. In der Dunkelheit des Schattens, der das Gebäude der Krankenstation über den Truck legte brauchte ich eine Weile um zu erkennen, um was für Art Kisten es sich handelte - dann aber traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag. Das waren keine Kisten.. das waren Särge..!


    Vermutlich lagen darin die armen Würstchen, die beim Angriff gestern ins Gras gebissen hatten und die man wohl zurück nach Animus brachte. Einen Moment lang spürte ich zwar einen leisen Schock bei dem Anblick, dann aber flüsterte mir ein Floh ins Ohr, dass das doch vielleicht eine gute Gelegenheit war, um zu verhindern das es mir ebenso erging.
    Ob ich versuchen sollte mich anzuschleichen? Ob ich mich irgendwo im oder am Truck verstecken könnte? Das wäre doch vielleicht meine ideale Fahrkarte zurück nach Animus...


    Aber ob ich einfach so nach Animus zurückkehren könnte? Vor meinem geistigen Auge erschien ein Wantedplakat mit meinem Gesicht darauf. Harry Rowland, gesucht wegen Fahnenflucht...
    Mich schauderte. Ich kannte die Geschichten über Deserteure, die sich versteckten wie Ratten, aber die man letztendlich doch gefasst hatte, weil die MP in dieser Sache keinen Spass verstand. Ich knirschte mit den Zähnen, weil ich mal wieder feststellen musste, dass keine der Optionen die mir blieben mir besonders lieb war. Bleiben und fürs Militär krepieren - oder verschwinden und vom Militär fertig gemacht werden.


    Ich überlegte eine Weile und entschied mich für Option C. Verschwinden - aber vielleicht nicht zurück nach Animus. Die Ostschleuse interessierte mich, soviel stand fest. Ich hatte die grosse Mauer noch nie mit eigenen Augen gesehen, geschweige denn das, was sich ausserhalb befand, von daher würde ich das Rudel von Verrückten morgen schon dorthin begleiten. Aber ich würde den Teufel tun und mich in Gefahr begeben und wer weiss was hinter der Mauer lag - vielleicht wars ja längst nicht so übel, wie das Militär immer Glauben machen wollte. Vielleicht wars der passende Ort für Harry Rowland um sich abzuseilen. Sehr zufrieden mit mir zog ich einen Luftstoss durch meine Nase hoch, steckte die Hände in die Hosentaschen und ging weiter in Richtung der Barracken.

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    Theoretisch wärs gut möglich, Harry auf Katsuro treffen zu lassen, der sich bei Katsuro mehr aus Neugier als aus Mitleid erkundigen könnte ob er was Falsches gegessen hat xD - aber ich habs mal weggelassen, sonst fehlt ja nach nur einem Huster von Katsuro ja wirklich nur noch Supergran, die ihm auch noch zu Hilfe eilt.

    Harry - Parkbank hinter der Kapelle


    Allmählich war die Nacht hereingebrochen, ich sass auf einer der baumüberdachten Bänke hinter der Kapelle und nippte nervös an einer Schale Tee von laschem und unbestimmtem Geschmack, den ich aus der Kantine mitgenommen hatte.
    Nach dieser seltsamen Besprechung am Nachmittag, die mehr an ein Treffen der anonymen Alkoholiker erinnerte und bei der ich die meisten Namen der Gestalten, die sich vorstellten auch schon wieder vergessen hatte war mir die Lust auf noch mehr Gesellschaft ohnehin vergangen. Auch Nike und Flora hatte ich nachher aus den Augen verloren - zumal ich auch wenig Energie darauf verwendete mich besonders aktiv nach ihnen umzusehen...

    Ich war nachher zur Krankenstation gegangen um mein Zeug, das unberührt im Schränkchen des Badezimmers lag wieder einzusacken und die Kleidung zu wechseln ehe noch mehr Leute Lust bekamen mich auf die Probe zu stellen, hatte mir anschliessend in der zugewiesenen Barracke einen freien Spind gesucht in dem ich Schwert und Rüstung verstaute, und war dann duschen und was essen gewesen. Wobei ich mich mit etwas Fingerfood im Stehen begnügte, die Kantine war um diese Zeit gerammelt voll - und mir stand der Sinn wahrlich nicht nach Tischgesprächen.
    Also hatte ich die Kantine rasch verlassen und wanderte ziellos auf dem Basisgelände auf und ab, wie ein Tiger in einem Zwinger. Ein Tiger, der eine Tasse Tee in der Hand hielt.


    Als ich in der Nähe der Kapelle diese Bank bemerkte wollte ich mich zur Ruhe zwingen in dem ich mich auf Besagte niederlies, ehe ich irgendwann durch mein nervöses Verhalten ungewollte Aufmerksamkeit erregte - und so sass ich nun hier und trank einen weiteren Schluck Tee und versuchte mich selbst zu belügen in dem ich mir meinen Unmut darüber, das ich trotzdem nicht zur Ruhe kam einfach nur mit dem faden Geschmacks des Tees erklärte.

    Was man mit dieser Besprechung bezweckte, fragte ich mich. Alle redeten von einer Mission und überboten sich in ihren Bekundungen dabei hoffentlich von Nutzen zu sein - wussten sie also mehr als ich? Denn ich zumindest hatte keine Ahnung über die Details von eben jener. Worum ging es überhaupt genau? Was war zu tun? Gegen oder für was sollten wir kämpfen? Warum vertröstete man uns mit Einzelheiten auf morgen früh? Und morgen früh dann vermutlich wieder auf später..?
    Ich schnaubte missmutig. Denn vermutlich war das eben typisch Militär. Tu was man dir sagt, und stell keine Fragen. Das Ziel und den Feind kriegst du von uns, alles was du zu tun hast ist folgsam abzudrücken. Gib uns dein Leben - und du kriegst von uns nen Blechsarg und eine Anstecknadel...
    Gequirllte Scheisse, überlegte ich, genauso braun und garstig wie der Rest des Gesöffs in meiner Tasse.


    Unwillkürlich musste ich an Karen denken - und wie mich fast der Schlag getroffen hatte als sich heute diese Frau vorstellte, die den selben Namen trug. Ich glaubte zunächst meinen Augen und Ohren nicht zu trauen und einen Augenblick lang misste sich eine Spur von grosser Freude in meine Verstörung und mein Entsetzen, aber das verging rasch als ich meinen Irrtum erkannte.
    Diese Frau war ungefähr so alt, wie es Karen heute wohl gewesen wäre, aber in ihrer Art, in ihrer Körpersprache und in ihrem Verhalten glichen sie sich in Nichts.
    Zumindest... überlegte ich, soweit ich meine Schwester gekannt hatte. Vielleicht hatte sie ja auch genauso wie die anderen Fanatiker ihr Hirn gewaschen bekommen und war in den Tod gegangen - in der festen Überzeugung, er hätte irgend einen Sinn.


    Ich stand auf und ging. Die halbe Tasse Tee lies ich auf der Parkbank abgestellt einfach zurück...

    Naja, Freunde und Follower sind ja nunmal schon per Definition was sehr unterschiedliches. Vor allem, weil meine Freunde allesamt klug und eigenständig genug sind um mir nicht stumpf wie die Lemminge in den Abgrund zu followen xD

    Ich werde sehr wahrscheinlich niemals heiraten - aber falls doch, dann werde ich es nur ein einziges Mal tun. Und es werden dabei weder Steuerangelegenheiten, noch Geldfragen, noch Eheverträge eine Rolle spielen.
    Ich glaube sogar, dass ich niemals jemanden heiraten könnte der mich darum bittet einen Ehevertrag zu unterschreiben. Es würde mich zutiefst erschüttern zu erfahren, wie wenig meine Partnerin mich kennt und was sie mir zutrauen würde, selbst wenn wir uns eines Tages nichts mehr zu sagen hätten...

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    Was die steifen Dialoge Fahrzeuge und die Mission angeht ist leider alles noch etwas schwammig, von der Mission selbst weiss ich ja nix - und was die Fahrzeuge angeht müssen wir ja auch noch gucken, was mir wirklich dabei haben wollen; Aber bitte ignoriert das alles einfach mal so gut es geht. :D

    Ellie - Werkstatt

    Der nicht besonders aufgeräumte Pausenraum der Werkstatt war verlassen. Die anderen schliefen wohl noch, überlegte ich wohlwollend, während ich in der kleinen Kochnische Kaffeewasser aufsetzte und eine Pfanne auf den Herd stellte um ein paar Rühreier anzubraten.

    Wenig später kratzte ich einen Teil davon auf einen Teller, stellte den Rest davon zurück auf den warmen Herd und lies mich mit Kaffee und Teller in der Hand auf die Eckbank hinter dem alten Plastiktisch sinken.
    Die Eier dampften köstlich, und ich zögerte nicht die Gabel, die ich zum Mund führte stattlich damit zu beladen.
    Zum einen war ich hungrig. Zum anderen war mir eine Idee gekommen wie sich das Problem mit dem Abrieb der Lagerführung beheben lassen könnte - Und ich brannte darauf, die Möglichkeit auszuprobieren.
    "Hm... das duftet ja herrlich..." kam es dann aber dann von der Eingangstüre her, und als ich den Blick vom Teller hob erkannte ich Roy im Türrahmen stehen.

    "Morgmm" erwiderte ich mit vollem Mund und spülte den Bissen mit einem Schluck Kaffe hinunter.
    "Guten Morgen, Ellie." erwiderte Roy ruhig und trat an den Tisch heran. "Darf ich mich setzen?"
    "Sicher." antwortete ich mit einem Nicken und musterte den Colonel neugierig. Richtig ja, er hatte gestern davon gesprochen mit mir reden zu wollen, kam es mir in den Sinn.


    "Was ich gestern mit dir besprechen wollte..." begann er dann und schwieg einen Augenblick lang.
    "Richtig ja." nahm ich ihm ungeduldig vorweg "Worum geht es denn?"
    "Ich hätte da einen Spezialauftrag für dich..." sagte Roy nachdenklich und suchte meinen Blick.
    "Ummm... okay?" erwiderte ich in fragenden Tonfall, da ich nicht verstand, warum Roy so ungewöhnlich rumdruckste.


    "Ich schicke morgen einen Trupp auf eine Mission zur Ostschleuse der grossen Mauer, und ich wollte ihnen zu diesem Zweck das RIG, das MRAP und zwei M-ATV zur Verfügung stellen."

    "Wow..." entkam es mir, als ich die Gabel zurück aufs Teller sinken lies. Das klang nicht nach einer einfachen Nachmittagsspazierfahrt.
    Roy nickte verstehend bei meiner offensichtlichen Verwunderung.
    "Es ist zwar nicht vorgesehen, dass es bei dieser Mission zu Kampfhandlungen kommt, aber der Weg zur Ostschleuse ist trotz der Patroullien nicht zu unterschätzen und ich möchte doch lieber sichergehen. Deshalb wollte ich dich bitten, die Fahrzeuge vorzubereiten und mit genügend Treibstoff, Wasser und Lebensmittel für den Weg auszustatten - " Roy hielt einen Moment inne. "und dich bitten, den Konvoi zu begleiten."

    "Ihn begleiten?" wiederholte ich verständnislos. "Warum das denn?"

    Roy seufzte nachdenklich und lies sich gegen die Stuhllehne fallen, ehe er mich aus den Augenwinkeln betrachtete.
    "Nun..." begann er ernst, während seine Mimik sich zu einem leichten Grinsen verformte.
    "Das Hauptquartier hat durchklingen lassen, das der Basis eine Inspektion bevorsteht, und da hätte ich dich und die anderen Krawallmacher eben lieber aus dem Haus gehabt..."

    Nimm das bitte nicht persönlich, den anders als die Like- Funktion kann ich dich nämlich prima leiden.

    Nur, muss denn alles immer ein Wettbewerb, ein Egogebürste, Gepose und ein digitaler Gemächtevergleich sein? Das wichtigste bei Doubt ist das Spiel selbst - und dass die Leute Freude und Spass daran haben, ohne sich Gedanken drüber zu machen ob sie nun für einen Post eine, drei oder gar keine grüne Belanglosigkeit ernten.

    Harry - Trainingsgelände innerhalb der Basis


    Einen Moment lang sehe ich noch Spyridon nach, der sich zu mir umwandte um eine Art Drohung nachzuschieben. Meine Sicht der Dinge schien ihm nicht geschmeckt zu haben, denn die versöhnlichen Töne hatte er schnell wieder abgestellt. Was mir aber auch herzlich egal war, ich sah mich im Recht und lies ihn von dannen ziehen, während ich ihm in Gedanken Ja, zieh Leine und geh mal besser das Stöckchen suchen nachmaulte.


    Dann aber rückte Nike wieder in den Fokus meiner Aufmerksamkeit, die auf eine Antwort wartend vor mir stand. Wie war das? Ob ich Idiot nicht mitkommen wollte, was essen?!
    Nichts lieber als das! - Besonders, wenn ich einen Salzstreuer mit Gift bei mir gehabt hätte, überlegte ich und genoss die Vorstellung wie Nike nach ein paar Bissen vom Stuhl kippen würde; Und sich krampfhaft zuckend und prustend am Boden wälzte bis sie alle Viere von sich gestreckt daliegen würde, wie eine Ratte nach einem Herzanfall.


    Ich notierte mir im Geiste mich bei Gelegenheit baldigst nach Gift umzusehen, beschloss aber trotz mangelnder Begeisterung für den Moment mitzuspielen. Die Ereignisse in jüngster Zeit sprachen ja nunmal nicht für die Proseite meiner heldenhaften unabhängigen Unbeugsamkeit. Die Dinge waren hier etwas komplizierter als gewohnt... vielleicht war also etwas mehr Sorgfalt in der Vorbereitung gefragt.
    Und immerhin hatte ich bei Flora einigermassen Stand, so wie es aussah - auch wenn ich nach wie vor nicht das Gefühl hatte sie um den Finger wickeln zu können. Irgendwas war in ihrer Art, in ihrem Blick das mir wacher und geheimnisvoller schien als mir für manipulative Schubser zu meinem Vorteil hin angenehm gewesen wäre.


    Während ich über Flora nachdachte sah ich ihr nach, während sie in Richtung des Zugangstores schritt - und wandte mich dann mit einem Seufzen an Nike. Meinetwegen, sollte sie in diesem Kampf ihren pseudoguten Verlierer haben - dass aber die Schlacht für mich siegreich verlief, dafür würde ich aber schon sorgen. Früher oder später.


    "Ich weiss zwar nicht, wer dir das Kämpfen beigebracht hat, "begann ich säuerlich, "aber was deine Manieren angeht, die hat man dir wohl mit nem Stiefelknecht eingeprügelt. Denn mal so als Info: Leute könnten es fürher oder später in den falschen Hals kriegen ständig als Idioten beschimpft zu werden."
    Ich hielt einen Moment inne um den richtigen Subtext in die nächste Aussage unterzurühren.
    "Sowas könnte zart besaiteteren Leuten als mir durchaus schon mal den Appetit verderben. Aber meinetwegen, gehen wir was essen..."

    Vielleicht kann ich ja wenigstens das Unangenehme mit dem Nützlichen verbinden...

    Was sind wir Menschen Hasen doch?
    Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
    ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
    ein bald verschmelzter Schnee
    und abgebrannte Kerzen...


    Rächt mich!! - während dessen ich hier unten
    oben im Hasenhimmel angenehmereren Tätigkeiten fröhne als mich um die Drangsale und Kümmernisse einer ach so vergänglichen irdirschen Existenz zu scheren... Von daher! :baden::decke::tee::whip:

    Harry - Trainingsgelände


    Während ich mit Spyridon beschäftigt war bemerkte ich Flora wortlos aber mit interessiertem Blick an uns vorübergehen, in Richtung des Tores. So wie es den Anschein machte schien sie nichts gegen meinen Vorschlag einzuwenden zu haben, vielleicht also sorgte sie dafür, dass ich das Gelände verlassen konnte. Zähneknirschend hoffte ich, dass es sich damit auch erledigt hatte - und sie nicht vorhatte mich zu begleiten.
    Ich hatte ja im Grunde nicht wirklich was Verbotenes vor - oder eben nicht bewusst! Aber die Kantine war keineswegs mein vorrangiges Ziel, womit meine Lüge als dass entlarvt würde, was sie war; Nämlich eine Lüge.


    Und ich musste mir schon eingestehen Flora nach wie vor halbwegs leiden zu können. Sie hatte was drauf, nicht nur was den Schwertkampf betraf. Sondern sie schien auch jene Art von Stärke zu besitzen, die sich nicht allein dadurch definierte, wie viele Liter Blut man mit blossen Händen aus dem nächstbesten quetschen konnte, der einem gegenüberstand...
    Nicht, dass ich sie deswegen nicht hätte belügen können - aber sie sollte es eben lieber nicht erfahren, dass ich sie belog. Zum einen... stand ich dadurch besser da! Und zum anderen... würde sie keine Enttäuschung darüber empfinden müssen.


    Dann aber erregte Spyridon meine Aufmerksamkeit.
    "Hör zu das gewesen war tut mir leid ich etwas erschöpft, gereizt, genervt und hatte keine Lust hier zu sein was ich eben musste da ich aufgefordert wurde hier aufzutauchen" begann er mit einer beschwichtigenden Geste, von der ich nun ziemlich verwirrt war.
    "Von daher vergessen wir einfach was gewesen war und fangen von neu an den immer hin sind wir mit alle andere die hier sind in selbe Boot da sollen auf jeden fall vermeiden das wir alle nicht zu Feinden werden."


    Was sollte das denn jetzt? fragte ich mich irritiert und zog eine Augenbraue hoch. Das waren ja ganz neue Töne.
    Einerseits stimmte mich sein Verhalten etwas milder - vielleicht auch weil meine Gedanken vorher Flora nachgehangen waren. Auf der anderen Seite war ich immer noch tierisch angepisst. Nicht nur, wegen des Tonfalls den er vor einem Moment noch angeschlagen hatte.
    Denn wenn ich etwas noch weniger leiden konnte als Polizisten, dann Leute, die sich aufführten als wären sie welche. Denn wir waren uns schon gestern in dem Zimmer auf der Krankenstation begegnet, und mir wurde nun klar dass auch er wohl nicht vorher hier stationiert gewesen war. Er hatte ja, wie er behauptete, so gar keine Lust hier zu sein.
    Von daher hatte er mit der Fesselnummer, die er mit mir abgezogen hatte noch nicht mal irgend eine beschissene Pflicht erfüllt. Der Mistkerl war einfach nur päpstlicher als der Papst gewesen um von Kioshi und Leala vielleicht ein Fleissbildchen ins Heft geklebt zu bekommen.


    Und nun wollte er mir was vom selben Boot erzählen und auf Blutsbrüderschaft trinken?!
    Ich knurrte vor Zorn.
    "Wenn du dir keine Feine machen willst..." begann ich selbstgerecht. "dann achte mal lieber darauf, wie du mit Leuten umgehst und wie du mit ihnen redest. Spar dir bei der Gelegenheit auch gleich die Rechtfertigungsnummer, denn wenn du jemandem einen Eimer mit Fischabfällen über den Schädel schüttest, glaub nicht es würde ihn irgendwie beschwichtigen wenn du ihm erzählst wie erschöpft und genervt du doch warst."
    Dann wende mich zum Gehen, halte aber nochmal inne um noch einen drauf zu setzen.
    "Und wenn dich Kioshi mal von der Leine lässt - nutz die Gelegenheit vielleicht doch mal um dir ein Rückgrat wachsen zu lassen!"

    Sehr zufrieden mit mir wandte ich mich tatsächlich zum Gehen - und lief geradewegs Nike in die Arme:
    ""Hey Idiot, kommst du ? Wir wollten doch Essen?"
    ...Na grossartig...

    Spoiler anzeigen

    Sorry, ist ein wenig drunter und drüber alles, aber ich hoffe es geht trotzdem halbwegs auf ._." Und leider muss ich an der Stelle auch fürs Erste wieder Schluss machen; Ich habe Harry hat Bammel vor der Begegnung mit Leala; Das würde den Bogen heute überspannen xD

    Harry - Trainingsgelände innerhalb der Basis


    Floras Mimik verriet mir, dass sie zwar noch einen Augenblick lang misstrauisch geblieben war. Nun aber ging sie doch auf meinen Versuch ein das Thema zu wechseln, was mir doch herzlich recht war, ehe ich noch mehr von mir preisgeben konnte das ich vielleicht später noch bereut hätte!
    Ich tat interessiert und nickte hin und wieder verständig während ich Floras Erklärung folgte. Auch wenn es selbst für mich keiner Kristallkugel bedurfte um die offensichtlichsten Gründe meiner Niederlage zu Erkennen: Nike war erfahrener und trainierter, und selbst wenn ihr einer der beiden müden Arme abfiele würde ich es im Moment nicht schaffen sie zu bezwingen. Was ich dazu bräuchte wäre sowohl körperliches Training als auch etwas geistige Nahrung, was die Techniken und die Physik eines Schwertkampfes anging. Ich verschwendete viel zu viel Kraft mit wildem Gefuchtel - und obwohl Nike ebenso wie ich ein Mensch war, war ich im Unterschied zu ihr ausser Stande auf Spezialtechniken zurück greifen zu können...
    Ein surrendes Geräusch riss mich aus meinen Gedanken, und ich bemerkte wie der Fremde, der sich zu Nike gesellt hatte seltsame Pfeile in Richtung eines Baumes abfeuerte, wobei sie, - genau wie der Bogen - aus weissgoldenem Licht zu bestehen schienen.
    Sein Anblick schlug mir auf den Magen. Vermutlich wieder so ein Angeber von Hexenmeister, der mit nem Lächeln und nem Fingerschnippen einen Bogen oder bei Bedarf auch eine Bazooka aus dem Hut zaubern konnte.
    Beunruhigt bemerkte ich Nike, die sich mit dem Typen unterhielt und dabei plötzlich mit einem schiefen Blick in meine Richtung zeigte. Der Blick des Kerls folgte ihrem Hinweis und als mich der Typ unverwand und nachdenklich ansah beschloss ich, mich aus dieser Nummer lieber zurückzuziehen. Im Moment konnte ich nichts ausrichten - und hatte darüber hinaus keine Lust irgendjemandes Versuchskanninchen oder Prügelknabe zu sein.


    "Du hast Recht." Wandte ich mich also an Flora - mit wiedergewonnener Selbstherrlichkeit. "Aber es wär ja kein ehrenhafter Sieg wenn ich es jetzt ausnutze, das Nike erschöpft ist." Dann fügte ich etwas leiser und ernst gemeinter noch: "Und ich bins ja leider auch..." hinzu.
    Ich überlegte einen Moment und lächle etwas verlegen, da ich auf eine Lüge zurückgriff, mit welcher ich mein Verschwinden rechtfertigen wollte.
    "Ich glaub, wenn das Tor noch offen ist, geh ich doch einfach nochmal was essen..!"


    Dann wandte ich mich, ohne Flora die Gelegenheit zu geben mir antworten zu können - oder unangenehme Fragen zu stellen - von ihr ab, und suchte meinen Kram zusammen. Und als ich mich nach meinem Schwert gebückt und wieder aufgerichtet hatte, ta traf mich beinahe der Schlag. Ich hatte zunächst nicht darauf geachtet, aber nun erkannte ich diesen Spyridon - Kioshis speichelleckendes Schosshündchen! - an mich herantreten. Schlagartig fiel mir sein selbstgefälliges Grinsen ein, als er mich vor dem Arsenal mit irgendwelchem Hokuspokus in Ketten legte; das selbe dämliche Grinsen, wie er es mir jetzt präsentierte.


    "Na seh mal da ist jemand aus Gefängnis aus gebrochen und treib jetzt Wilder hier in Trainingsgelände herum na hoffe mal hast nicht mal wieder vor jemanden um zubringen denn sonst bekommst ziemlich große Probleme"


    Ich hätte mir das grösste Vergnügen bereitet ihm bei diesen Worten sein hämisches Grinsen aus dem Gesicht zu wischen, aber ich war im Nachteil und mich jetzt provozieren zu lassen würde ihm nur Gelegenheit geben sich den Bauch pinseln zu können.


    Ich betrachtete Spyridon eine Weile ausdruckslos, während ich mein Schwert gemächlich in die Scheide schob.
    Dann lies ich meinen linken Arm energisch hochschnellen.
    "Sprich zu der Hand, Waldi!"
    Und während ich ihm eben jene entgegenhielt ging ich gleichgültig an ihm vorüber.


    Ellie - Werkstatt - und da ich mit ihr im Moment zeitlich etwas hinterherhinke; Ungefähr zu der Zeit, als Sadareen Katsuro aus der Arrestzelle holte


    Ich erschrak etwas, als ich aus dem tiefen traumlosen Schlaf fiel, doch als ich mich umsah beruhigte ich mich wieder, und lies mich zurück in den Beifahrersitz des alten Jeeps fallen, in welchem ich die letzten Stunden verbrachte. Um mich herum war es noch ruhig, nur die leise Musik einer uralten Kassette knarrte von statischem Rauschen überlagert blechern aus den schwerfäligen Lautsprechern.
    Die Augen geschlossen haltend höre ich den Song zu Ende, den ich genau wie alle anderern auf dieser einzigen Kassette längst auswendig kannte...

    Me and Franky laughin' and drinkin'
    nothin' feels better than blood on blood.
    Takin' turns dancin' with Maria
    as the band played "Night of the Johnstown Flood"

    I catch him when he's strayin'
    like any brother would
    Man turns his back on his family
    well he just ain't no good...


    Und während die letzten Takte verklingen richte ich mich auf und lasse einen Augenblick vergehen in welchem ich dem leeren Kratzen des Bandes lausche. "Bis morgen, Franky" murmele ich dann lächelnd, und drücke auf die schwergängige Taste des Radios, worauf das Kratzen verstummt.

    Mit einem Satz springe ich aus der geöffneten Türe und mache mich auf in die kleine Werkstattküche im hinteren Ende des Gebäudes.

    Edit: Ups, verschrieben, sorry. Ellie befindet sich natürlich im Werkstattgebäude - und nicht im Arsenal o_O"

    Harry - Traingsgelände innerhalb der Basis

    "Das ist doch eine sehr schöne Geschichte." erwiderte mir Flora lächelnd, ehe sie etwas nachdenklicher "Dennoch wäre die Form von Tränen sinniger. Es gibt Dinge die man nie vergisst weil man sie im Herzen behalten möchte, selbst wenn sich der Verstand dagegen wehrt." hinzufügte und ihren Blick zu Boden wandte.
    "Grade die kleinen Dinge unserer Liebsten werden wir nie vergessen, egal wie sehr wir es wollen" fuhr sie dann fort, während ihre Hand sanft über das Gras am Boden strich.
    "Wahrscheinlich erinnerst du dich an diese Geschichte weil deine Schwester sie dir erzählt hat."

    Ich schwieg eine Weile während ich über Floras Worte nachdachte. Wären Tränen wirklich sinniger, als es ein Herz war? Was wäre der Grund dafür? Vielleicht, weil die Füchsin und ihre Jungen durch die Hand des Jägers starben?
    Wenn der Jäger die Füchsin nicht tödlich verletzt hätte wäre sie vielleicht mit einer Mäusemutter im Maul in ihren Bau zurückgekehrt; Einer Mäusemutter, die vielleicht auch hungrige Junge hatte. Hätte denn dann jemand die Mäusefamilie beweint? Wohl kaum;


    Dinge passierten einfach, weil Dinge einfach passierten. Pech für den einen, Glück für den anderen. So einfach war das. Oder etwa nicht..? Karen war ja nicht dieser Meinung, warum sonst hätte sie mir solche Dinge ständig erzählt. Aber in einem hatte Flora Recht...

    "Vermutlich erinnere ich mich wirklich daran, weil meine Schwester mir die Geschichte erzählt hat." begann ich nachdenklich; "Vielleicht... weil ich meine Schwester gehasst habe..."fügte ich dann kleinklaut hinzu, wobei meine Stimme weniger wütend klang als vorgesehen, weil ich den weinerlichen Unterton darin nicht völlig zu unterdrücken vermochte.
    Denn ich hasste meine Schwester - ich hasste sie jeden einzelnen Tag, seit dem Morgen vor sieben Jahren, als sie mich allein lies; Nur... nachdem meine Wut über die Wochen und Jahre erloschen war, und nur der Gram zurückblieb, da war dieser eine Teil von mir in der kalten Asche übrig geblieben, der nicht so sehr Karen hasste, sondern vor allem... mich selbst.


    Ich seufzte kurz und würgte die seltsamen Gedanken ab, denn allmählich gewann mein Ego wieder die Oberhand, welches peinlich fand mit Flora über diese Dinge zu reden. Ich wusste auch gar nicht, woher das Deprigeschwafel plötzlich kam, vielleicht hatte mir Flora was in den Kaffee getan.
    Aber... selbst wenn es so gewesen wäre, ich musste mir doch eingestehen - irgendwie wirklich geredet hatte ich schon lange mit niemandem mehr, und auch wenn ich es nicht zugegeben hätte; Ich war Flora dankbar für ihre ruhige, unbewertende, ja wohlwollende Art mir gegenüber, und ihr offenes Ohr. Selbst dann,wenn es vielleicht alles nur geschauspielert war.


    "Aber naja, was jammer ich dir die Ohren voll!" wandte ich mich an Flora. "Wer kann schon wirklich gut mit all seinen Verwandten, oder?!" lachte ich schief, und mit einer abwinkenden Geste bekräftigt.
    Und fügte hastig: "Hast du vielleicht einen Tipp für mich um von Nike nicht mehr so den Hintern versohlt zu bekommen?" hinzu um nach Möglichkeit das Thema zu wechsen.