Harry - Arrestzelle
Eine Weile war es auf meine Frage hin still geblieben.
"Hmh, meine Rolle?.... ...Ich bin der, der unter deinem Schwachsinn leiden muss." antwortete der Typ mir dann jedoch, und ich ich konnte mir einen kühlen Zwerchfelllacher nicht verkneifen als ich mir dabei der Gedanke Oh, das tut mir aber Leid, du armer... durch den Kopf ging.
Er schien der Bemerkung noch etwas hinzufügen zu wollen, hielt aber mitten im Satz inne, und den Grund dafür bemerkte auch ich einen Augenblick später.
Denn Colonel Martinez war aufgekreuzt - den ich noch vom... Trainingslager... kannte - und warf mir einen flüchtigen Blick zu ehe der sich an den Typen in der Nebenzelle wandte.
"Katsuro Masayoshi hast du mit diese Attentat was damit zu tun? So beantworte dein ehrliche Meinungen"
Ich staunte nicht schlecht, als ich das Gefühl hatte, ich könnte fast hören wie der Typ neben mir zackig die Hacken aneinanderschlug um hab Acht zu stehen. In seinem "Jawohl, Sir," fand sich zumindest nichts mehr von dem überheblicheren Unterton den er bis eben noch mitschwingen lies.
Und auch der Rest der Unterhaltung war darauf ausgelegt die Wogen zu glätten, wobei ich es interessant fand, dass seine Argumentation in Teilen und in gewisser Weise beinahe nach Fürsprache für mich klang. Wollte er mich milde stimmen damit ich ihm nicht die Tour vermasselte? Na meinetwegen dachte ich, sollte das unterwürfige Würstchen doch seine Haut retten.
Und nachdem der Dialog etwas hin und her gegangen war schien Katsuro sein Ziel erreicht zu haben, den Colonel Martinez befahl einem Soldaten ihn freizulassen.
Eine Tatsache, die für mich nicht gelten sollte, wie ich hörte, ehe sich der Colonel mit den Worten:
"Was es an dich angeht bekommst du Strafe dafür das du verdächtig warst, fast ein Wesen getötet hast, dafür gesorgt hast das hier Panik herrscht und alles andere die du hier veranstaltet hast"
Ich blieb stur und erwiderte seinen Blick nicht, obwohl mir das Wort Strafe gar nicht gefiel und mein Verstand mit mir haderte. Denn gänzlich unschuldig an allem war ich ja nun nicht, überlegte ich. Nicht nur wenn man meine gestohlene Rüstung betrachtete.
Von daher wäre der schnellste und einfachste Weg - der, den ich doch auch sonst immer wählte! - für mich hier raus eine paar Entschuldigungen runter zu leiern, und ein paar Lippenbekenntnisse und geküsste Füsse später wär die Sache erledigt! Würde mich nicht mal was kosten.
Aber ich konnte nicht. Es war, als würde dieser Weg von einem Felsen aus Wut, Ohnmacht, Schmerz und Verachtung versperrt.
Und wenn ich an Lealas Worte dachte, oder an Kioshis, der wohl auch einen Meister darstellte - oder auch die des Colonels fühlte es sich an würde er seit ich in dieser Zelle steckte war bei jeder Begegnung mit einem von ihnen um eine mondlose Nacht schwärzer, einen Himmel höher und eine Hölle heisser werden.