Man lernt Max und ihr Umfeld etwas kennen und muss sich erst mal in die ganze Situation (Story, Steuerung, Fähigkeiten) reinversetzen, dann taucht Chloe auf und plötzlich wird alles wild. Ich gebe zu, dass ich Chloe in den ersten drei Episoden kaum leiden konnte, sie kam mir schlicht dämlich vor - wer legt sich bitte auf Gleise und bleibt dann stecken?! Und fuchtelt mit Waffen rum? Und kauft Drogen? Auf ihr komplettes Verhalten kam ich anfangs gar nicht klar. Ich verurteile niemanden für Drogenkonsum etc. aber verstehen kann ich es nur wenig (ja, legale Drogen konsumiere ich auch, aber bewusst und baller mich nicht weg)
Trotzdem war ich natürlich neugierig auf die ganze Geschichte hinter Chloe und dieser ominösen Rachel. Dann kommen auch noch Personen wie Frank, David und Nathan dazu, die man erst mal alle einfach nur dubios findet. Leider kristallisiert sich erst sehr spät heraus, dass die meisten dieser Personen es entweder gut meinen oder selber krasse Probleme haben; so bleibt es natürlich auch bis zum Schluss spannend, aber man irrt auch immer etwas herum mit der Meinung über Personen. Selbes gilt ja auch für Mr. Jefferson - ich gebe zu, dass ich genauso blauäugig war wie Max; bis kurz vor Ende hatte ich ihn nicht im Verdacht.
Warren war mir direkt sympathisch, er ist der niedliche Nerd von nebenan der einen ganz offensichtlich anhimmelt; und bei mir konnte er damit auch landen xD Ergo: ich habe mich beziehungstechnisch für ihn und nicht für Chloe entschieden; dafür waren mir Max und Chloe auch einfach zu unterschiedlich und ich mochte Chloe ja schließlich erst mal nicht so xD
Mit zunehmender Geschichte, mehr Hintergrundwissen und durch die gemeinsamen Erlebnisse mit Max keimte in mir schließlich Sympathie für Chloe auf und ich fand sie eigentlich auch ganz cool. Herb fand ich vor allem die Szenen in der parallelen Realität, wenn man William gerettet hat und Chloe im Rollstuhl sitzt, OMG. Das war wirklich hart anzuschauen und spätestens ab hier hatten sie mich.
Trotzdem kam das bei mir so spät, dass es nicht mehr gereicht hat mich am Ende für Chloe zu entscheiden. Keine Ahnung wie das wäre, wenn ich in Wirklichkeit so eine Wahl treffen müsste, aber da ich die meisten Charaktere inzwischen liebgewonnen hatte (sogar Frank und David) konnte ich nicht einfach zulassen dass die ganze Stadt mit Menschen wie Warren und Joyce, die ich beide wirklich sehr mochte, einfach ausradiert wird; sorry Chloe :( Ich sehe es hier auch einfach so: das Leben vieler wiegt für mich mehr, als das Leben einer Person. Aber keine Ahnung wie ich entscheiden würde, wenn es jetzt z.B. um meinen Mann oder meine Kinder gehen würde; sicher würde ich mich da für sie entscheiden und auf alle anderen kacken.
Trotzdem war der Schluss mit der Beerdigung für mich dann auch emotional und ich dachte eine Welt ohne Chloe würde schon etwas trist werden; meine Entscheidung hab ich aber nicht bereut.