Mirai Nikki

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  • Genre: Horror, Psycho

    Zeichner: Sakae Esuno

    Verlag: Kadokawa Shoten / Egmont Manga Anime

    Inhalt:

    In Mirai Nikki geht es um den Außenseiter Yukiteru (kurz Yuki), der keine richtigen Freunde hat und seine Zeit meistens damit verbringt, eine Art Tagebuch auf seinem Handy zu führen, auf dem er alles festhält, was um ihm herum geschieht. Zuhause verkriecht er sich oft unter seiner Decke und zieht sich in seine Fantasywelt zurück, in der der Gott Deus ex Machina, Herr von Raum und Zeit mit seiner Begleiterin Murmur mit Yuki Zeit verbringen.
    Bis der Gott eiens Tages auf die Idee kommt, ein Spiel zu starten und Yukis Tagebuch die Fähigkeit gibt, zukünftige Ereignisse vorher zu sagen. Binnen der nächsten Tage findet Yuki nicht nur heraus, dass Deus alles andere als ein Produkt seiner Fantasie ist, sondern auch, dass es insgesamt 12 dieser Tagebücher gibt, die allesamt nicht nur die Zukunft vorher sagen, sondern Teil eines Spieles auf Leben und Tod sind. Das Spiel dauert 90 Tage und wer gewinnt, wird selbst zum Gott über Raum und Zeit. Um zu gewinnen, muss man dabei das scheinbar unmögliche tun und die vermeintlich festgeschriebene Zukunft verändern...

    Meine Meinung:
    Die Geschichte ist weitgehend spannend, unterhaltsam und wartet mit einigen überraschenden, aber im wesentlichen schlüssigen Wendungen auf sich. Die meisten Charaktere sind interessant und nachvollziehbar gestaltet, wenngleich ich insbesondere den Hauptcharakter Yuki weite Strecken als lästig empfand, da er seine passive Außenseiterrolle im Grunde nie so richtig ablegt.
    Da ich den Manga vor etwa 5 Monaten binnen 2 Tagen durchgesuchtet habe, kann ich ihn aber nur weiterempfehlen.

    Als ich den damals ferig hatte, habe ich allerdings ne Liste mit Sachen erstellt, die meiner Meinung nach logische Fehler innerhalb der Geschichte darstellen. Bis dato lag die nur digital rum, weil ich nix damit anzufangen wusste.

    Jetzt dachte ich, wenn ich die schon habe, kann ich sie auch mal online stellen und vielleicht hat ja der eine oder die andere was dazu zu sagen (ist was falsch, hab ich was übersehen?) - vielleicht ist auch niemand so danach versessen, dann könnte man auch so ein wenig über den Manga reden. Ich probiers einfach mal aus :)
    Ich verlinke es hier auf meinen Blog, hoffe das geht in Ordnung. Ansonsten kann ich es auch hierher kopieren, aber Warnung: es sind umgerechnet 3 Seiten WORD, weil ich zum ausführlichen Schwafeln neige :rolleyes:

  • Ich finde den Manga hammer. Der Zeichenstil ist besser, und ich hab mir Yuno mehr mit so dunkelgrünen Haaren vorgestellt. (Steht ihr besser).

    Hab ihn binnen 3 Tagen durchgelesen, und ehrlich gesagt ist der super, viel besser als der Anime~~ ist aber bei vielen so für mich

  • Auf Empfehlung hin (die eigentlich den Anime betraf ('; ) hab ich mir mal Band 1 der Manga-Version zugelegt.

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    Yukiteru, ein einsamer Junge, der sein Leben damit verbringt, alles um sich herum zu beschreiben; Yuno, eine Musterschülerin, die besessen von "Yukki" ist und dabei über Leichen geht; dazu ein göttliches Wesen, das ein Spiel auf Leben und Tod über die Herrschaft über Raum und Zeit ausruft (behauptet es zumindest) und 12 Tagebuchträger dafür auswählt. Das Konzept finde ich schon mal klasse und das Verhältnis der beiden Mitschüler dürfte noch genügend Sprengstoff bieten.

    Wo wir gerade beim Sprengstoff sind - Minene Uryu ist auf jeden Fall mal eine hübsch designte, irre Gegnerin, der es allerdings zunächst einmal etwas an Profil fehlt. Hoffentlich entwickelt sich da in den folgenden Bänden noch etwas, angesichts der komplexen Hauptfiguren fände ich so eine "flache" Gegnerin etwas unpassend.

    Das Ende mit Murmur und dem Versuch, alle Ereignisse in einen vernünftigen Zusammenhang zu bringen, passte wie die Faust aufs Auge. Was mir nur gefehlt hat, ist eine Erklärung, wie es Minene gelungen ist, über Nacht all die Bomben in der Schule unterzubringen und den gesamten Hof zu verminen. Ich fürchte auch, die wird es wohl nicht geben. Fand ich jetzt etwas unglaubwürdig.

    8,5/10 Punkten, würde ich mal vergeben. Auch auf Grund des schönen Zeichenstils.

  • Band 2 schafft es, sich sogar noch etwas zu steigern.

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    Plötzlich sind gleich fünf Mitspieler versammelt, als es in das Zentrum einer Sekte geht, deren Mittelpunkt das vermeintliche Tempelmädchen Tsubaki (Nr. 6) bildet, in der die Terroristin Minene Uryu gefangengehalten werden soll. Die Ereignisse überschlagen sich, als auch Nr. 12 auftaucht, ein blinder, selbsterklärter Held und Hypnotiseur, der ein Gerechtigkeits-Tagebuch mit sich führt und nicht nur die gefangene Terroristin ausfragt, sondern gleich alle anderen Tagebuchträger umbringen will.

    Zunächst scheint es aber, als würde sich zwischen Yukiteru und Yuno langsam mehr zu entwickeln, bis er in ihrer unheimlichen Wohnung auf mehrere Leichen stößt und sich ihre psychotische Seite immer stärker manifestiert.

    Der Manga ist mitreißend, brutal (ich sage nur: Minene Uryus Auge ...) und detailreich erzählt, wobei ich es schade fand, dass Nr. 12 so schnell wieder aus der Handlung genommen wurde. Dafür nimmt das Verhältnis von Yuno und Yukiteru eine neue Wendung und mit Nr. 6 wird ein neuer, interessanter Charakter eingeführt.

    Diesmal 9/10 Punkte!

  • Band 3 empfand ich als deutlich schwächer als die beiden vorherigen Bände.

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    Dabei fängt der Manga eigentlich stark an, indem er die Sekten-Handlung aus Band 2 auf ziemlich drastische Weise fortsetzt. Yuno schlägt Tsubaki (Nr. 6) die rechte Hand ab, man erfährt Tsubakis furchtbare Hintergrundgeschichte und beinahe wird Yuno zu einem Opfer der Sektierer.

    Und wieder finde ich es schade, dass eine weitere interessante Tagebuchträgerin so schnell aus der Handlung genommen wurde. Dabei habe ich nicht so ganz verstanden, warum sich Nr. 6 aufgelöst hat, da Yukiteru ja lediglich ein Loch in ihre Schriftrolle gestochen hat. Eigentlich hätte sie sie (trotz der fehlenden Hand) immer noch benutzen können.

    Anschließend darf Yuno wieder ihre Psycho-Spiele so richtig ausleben, wobei die Handlung auf Yukiterus Zuhause und seine Mutter schwenkt, ein ziemlich merkwürdiger Charakter. Noch seltsamer ist allerdings der nächste Tagebuchträger, Nr. 5, ein 4-jähriger (!!!) Junge namens Reisuke, der während der Ereignisse bei der Sekte seine Eltern verloren hat und nun vorübergehend von Yukkis Mutter aufgenommen wurde. Reisuke ist allerdings ein gerissener Psychopath, der ständig mit zwei Puppen spricht und alles daran setzt, Yuko und Yukki zu töten, einfach weil es ihm Spaß macht.

    Die ganze Nummer mit Nr. 5 hat mir überhaupt nicht gefallen, allein schon die Vorstellung, dass ein 4-Jähriger zu solchen gerissenen Plänen in der Lage sein soll, ist doch total unglaubwürdig. Wo hatte er denn das Giftgas, Maske und Gegengift her und wie ist es ihm gelungen, das Päckchen aufzugeben? Ne, ne, das passt vorne und hinten nicht. Wenn Reisuke acht bis zehn Jahre alt gewesen wäre, hätte das vielleicht noch halbwegs funktioniert, aber so ...

    Interessant wird es dann, wenn Minene Uryu (Nr. 9) auftaucht, die die ganze Zeit mit dem Polizisten (Nr. 4) in Kontakt steht.

    Am Ende geht es dann wieder ganz schön schnell, Yukiteru und Yuno kommen auf eine neue Schule, ohne dass erklärt wird, was aus Yukkis Mutter geworden ist, die ja von Yuno mit einem Hammer niedergeschlagen wurde.

    Wegen Yuno, den bisher interessantesten Charakter der Serie, sowie dem tollen Beginn, gibt es gerade noch 7/10 Punkte. Hoffentlich wird es in Band 4 wieder etwas glaubwürdiger.

  • Band 4 ist wieder etwas besser, auch wenn es wieder einige Dinge gab, die mir nicht so gepasst haben.

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    Yukiteru und Yuno werden also in eine neue Schule und eine neue Klasse versetzt - ausgerechnet in eine solche, in der die Tochter (Hinata) von Tagebuchträger Nr. 10 - gemeinsam mit ihrer lesbischen, psychotischen Freundin Mao - und dem Möchtegern-Detektiv und falschen Tagebuchträger Akise Aru. Schon ein ziemlicher Zufall, aber gut.

    Allerdings weiß die neue, undurchsichtige Figurenkonstellation durchaus zu gefallen, da man die vielen Wendungen und schleierhaften Motive der neuen Charaktere zunächst kaum nachvollziehbar sind und Yuno mehrfach aus der Reserve gelockt und verunsichert wird. Hinata täuscht erstmal geschickt ihren Tod vor, um ihre Klassenkameraden mit den mörderischen Zuchthunden ihres Vaters in eine Falle zu locken, um ... tja, um sich von Akise zu einem Münzspiel um die Tagebücher überreden zu lassen. X/ Okay, sie ist vielleicht ein bisschen naiv und keine eiskalte Mörderin, aber wenn sie schon ihre Freundin Yukki ein Messer an die Kehle halten und das vermeintliche Versteck von ihren Hunden umstellen lässt, kann sie mit der Situation doch völlig anders umgehen. Zumindest war das für mich schwer nachvollziehbar.

    Yukki war stellenweise auch (wieder mal) fürchterlich naiv, dafür hat das Verhältnis von Akise und Yuno großes Potenzial, da er anscheinend noch ein tiefergehendes Interesse an Yukiteru hat und Yuno körperlich deutlich überlegen ist. Und am Ende zeigt sich, dass Kommissar Kurusu doch nicht der nette Polizist ist, für den er sich ausgegeben hat, sondern ein eiskalter Mörder. Das war mal eine Überraschung mit sprichwörtlichem Knalleffekt!

    Okay, wie gesagt, Yukki ist mir die meiste Zeit immer noch zu naiv, aber wie er am Ende Yuno manipuliert, hat mir dann doch wieder ein Grinsen entlockt.

    Eines ist mir noch ins Auge gefallen: Der erste Auftritt der Hundemeute ist düster, unheimlich und sehr aufwendig in Szene gesetzt, bei den folgenden Szenen, in denen die Hunde massenhaft auftreten, fehlt meiner Meinung aber die zeichnerische Tiefe. Manche Großbilder wirken sogar eher wie Skizzen und Entwürfe.

    Also, ein paar Höhen und Tiefen, immer interessantere Figurenkonstellationen und ein überraschendes Ende.

    7,5/10 Punkten

  • Eigentlich ist Band 5 der bisher beste der Serie und hätte wahrscheinlich die volle Punktzahl erhalten, wenn es sich der Autor an einigen Stellen nicht furchtbar einfach gemacht hätte ...

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    Endlich konzentriert sich die Handlung wieder auf die bisher interessantesten Charaktere: Yukki (Nr. 1) & Yuno (Nr. 2), dazu der geheimnisvolle Aru Akise, der nun doch in das Spiel eingestiegene Kommissar Kurusu (Nr. 4) und schließlich die Terroristin Mynene Uryu (Nr. 9). Man bekommt immer mehr Einblicke in Yunos gespaltene Psyche und erlebt, was sie alles für ihren "Freund" tun würde. Bald wandert sich die Story in eine regelrechte Hetzjagd voller spektakulärer Wendungen, in dem sich Yukki und Yuno sogar mit Mynene verbünden müssen, als der Kommissar sie mit einem SWAT-Team töten lassen will - alles, um selbst zu einem Gott zu werden und seinen todkranken Sohn zu retten. Am Ende richtet sich Kurusu, in die Enge getrieben, selbst, und Yukki gesteht Yuno seine Liebe. Alles könnte so schön sein, doch anscheinend ist das Yuno nicht genug ...

    Tja, die Story ist in diesem Fall wirklich mitreißend und die Charaktere ebenso vielschichtig wie unberechenbar. Leider hat es sich der Autor beim Übergang vom Polizeirevier zum Krankenhaus wirklich extrem einfach gemacht. Yukki und Yuno verstecken sich nämlich nach ihrer Flucht vor Kurusu zufällig (!) in der Nähe des Krankenhauses, wo Mynene im Auftrag des Kommissars seinen Sohn bewacht. Und ebenso zufällig läuft ausgerechnet an ihrem Versteck Kurusus Ehefrau vorbei (!!!) und lockt Yuno auf die richtige Fährte.

    Abgesehen davon wird im Polizeirevier noch gezeigt, dass Kurusu eine kugelsichere Weste trägt, also hätte er am Ende, als er von Yukiteru angeschossen wird, eigentlich gar nicht bluten dürfen. Außerdem verstehe ich nicht, wie Yukiteru wieder freigelassen werden konnte, obwohl er vor den Augen mehrerer Zeugen einen Beamten im Polizeirevier erschossen und schwer verletzt hat. Selbst, wenn sich das abgekartete Spiel des Kommissars beweisen ließe, bleibt das doch ein Mordversuch. Und schließlich hat mich die Reaktion von Kurusus Assistent (der auf S. 142 Nishijima und auf S. 192 Nishima heißt) sehr gewundert, der einfach so einer Terroristin vertraut und nicht mal mit der Wimper zuckt, als sich sein Chef vor seinen Augen in einem Wirbel auflöst.

    Ne, das war mir alles zu billig. Dabei war die Story an sich wirklich mitreißend.

    Am Ende sind es dann für mich 8,5/10. Die Fehler hätten echt nicht sein müssen.

  • So, dann schiebe ich gleich noch Band 6 hinterher. Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf, dafür gibt es wieder ein paar Merkwürdigkeiten.

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    Nachdem Yukki Yuni tatsächlich seine Liebe gestanden hat, wird er prompt von ihr entführt und in einem verlassenen Hotel gefangengehalten. Nur Akise und seinem besonderen Interesse an den Tagebuchträgern ist es zu verdanken, dass Yukki sich noch einmal aus dieser Situation befreit.

    Das ganze Szenario zeigt gleich noch einmal sehr deutlich, was für eine kranke, gespaltene Persönlichkeit Yuno ist, während Yukkis weiterhin von ihr abhängig bleibt, will er das Spiel überleben. Was ich nicht verstanden habe: Akise spürt Yuno mit Hilfe des Polizisten Nishijima auf, da diese auch per Haftbefehl gesucht wird. Später lässt er ein großes Aufgebot auffahren, um Yukki zu beschützen, aber warum hat er nicht gleich versucht, sie zu verhaften?

    Jedenfalls wird Yukki dann erstmal bei Kosaka (ich hasse diesen Chara, warum muss der immer wieder auftauchen?) untergebracht, wo im Laufe der Zeit erst Yuno und später noch drei Killer von Nr. 8, einer geheimnisvollen Heimleiterin, die aussieht wie eine aufblasbare Riesenpuppe, auftauchen und blutig unter den Polizisten und Yukkis neuen Freunden aufräumen. Im Cliffhanger tritt schließlich noch Yuno gegen die Killer an.

    Ja, die Geschichte zieht in Sachen Action und Entwicklung gewaltig an und geizt auch nicht mit Überraschungen. Trotzdem wollte stellenweise der Funke nicht so richtig überspringen, außerdem nervt mich die weinerliche, überforderte Art der Hauptfigur.

    Am Ende sind es nochmal 8/10. Mit weniger merkwürdige Tagebuchträgern und wenn etwas mehr Wert auf innere Logik gelegt werden würde, wäre "Mirai Nikki" eine Top-Serie. So wird man hingegen immer wieder aus der Stimmung gerissen.