Zu AoT kann ich nix sagen, habe ich immer noch nicht geschaut ![]()
Aber ich fand die eine oder andere Bemerkung interessant, wann etwas für einen persönlich als Meisterwerk gilt. Ich habe mal darüber nachgedacht, wie sich das bei mir in Bezug auf Videospiele verhält und mir ist aufgefallen, dass für mich die rein "technische Qualität" als Kriterium nicht ausreicht. Um das mal ein bisschen zu veranschaulichen: Ich bezeichne Alan Wake 2, Resident Evil 4 (Original) und Deadly Premonition als Meisterwerke. Spider-Man 2 und Resident Evil 4 (Remake) hingegen nicht. Das liegt daran, dass ich etwas erst dann als Meisterwerk bezeichne, wenn es einzigartig ist, oder eher gesagt, wenn es in seiner Art und Weise nur sehr schwierig (oder eventuell sogar gar nicht) reproduziert werden kann. Resident Evil 4 (Original) ist (bzw war seinerzeit) nicht einfach nur ein technisch sehr gutes Spiel, sondern auch designtechnisch dermaßen "exzellent" (Leveldesign, Über-die-Schulterperspektive, Pacing), dass es wegweisend für das Genre Third-Person-Shooter war. Deadly Premonition hingegen ist technisch gesehen in allen Aspekten schlecht. Aber diese merkwürdige Mischung aus Ernst und Absurdität habe ich in dieser Form kein zweites mal in einem Videospiel gesehen. Alan Wake 2 wiederum ist technisch ziemlich gut, aber es ist der künstlerische Anspruch (die Erzählstruktur, die Art und Weise, wie die verschiedenen Ebenen vermischt werden etc), der das Spiel zu einem Meisterwerk macht. Ich unterscheide also sehr genau zwischen einem "nur technisch einwandfreien Spiel" und einem Meisterwerk. Und so handhabe ich das auch mit anderen Medien. Aber - sollte das aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen nicht bereits klar geworden sein - es ist meine Meinung. Wie andere irgendwas bewerten ist mir am Ende des Tages egal (auch wenn ich es definitiv interessant finde, welche Kriterien oder Maßstäbe andere Menschen anwenden, egal ob bewusst oder unterbewusst).
