Beiträge von Erika

    Hast du da persönliche Erfahrungen?

    Ja...

    Aus Überzeugung und aus eigener Erfahrung heraus

    Für die Fragen/Probleme die ich zu dem damaligen Zeitpunkt hatte, waren die Gespräche eine große Hilfe. Im Rahmen einer Psychotherapie wäre das Ganze wahrscheinlich schnell in eine (für mich) sehr falsche, unproduktive, nicht zielführende Richtung gegangen und ich hätte mich vermutlich missverstanden gefühlt.

    Incubus

    Ja, das gibt es wirklich, es ist kein Eigenname oder eine persönliche Erfindung, sondern eine professionelle Dienstleistung, bei der philosophische Methoden genutzt werden, um Menschen bei Lebensfragen, Entscheidungen, Reflexion über Werte usw. zu begleiten. Es geht also nicht, wie in einer Psychotherapie, um Diagnosen oder die Behandlung psychischer Erkrankungen, sondern darum, Klarheit über das eigene Denken und Handeln zu gewinnen.

    Die das anbieten, haben in der Regel ein Philosophiestudium absolviert und meistens auch zusätzliche Weiterbildungen speziell für philosophische Praxis. Manche kombinieren das auch mit Elementen aus Coaching oder Beratung. Es wird in den Gesprächen viel mit Fragen, Argumenten und Reflexion gearbeitet, ähnlich wie im sokratischen Gespräch, um dabei zu helfen, eigene Einsichten zu entwickeln.

    Dass es eher unbekannt ist, liegt wahrscheinlich daran, dass es im deutschsprachigen Raum noch relativ neu ist, und eben nicht so sichtbar wie Coaching oder Psychotherapie. Es ist also verständlich, dass viele Philosophie weniger als praxisnahe Lebenshilfe kennen. Dennoch gibt es inzwischen Institute und ausgebildete Praktiker, die diese Begleitung professionell anbieten.

    Meiner persönlichen Meinung nach, exisiteren zwei Szenarien, in denen ich Psychotherapie bzw. Psychotherapeuten (also Menschen, die Psychologie studiert haben und im Anschluss daran eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten absolviert haben) als nützlich einschätzen würde:

    - in der Theorie

    - die hilfesuchende Person gerät durch großes Glück an einen kompetenten, passenden Therapeuten

    Ich finde, es kommen viele unterschiedliche Aspekte zusammen, die letztendlich (eigentlich zwangsläufig) dazu führen müssten, mit viel Vorsicht an diese Thematik ranzugehen, statt sich "einfach", wie viele es reflexartig empfehlen, in eine Psychotherapie stürzen zu wollen:

    Die Methoden und Konzepte mögen auf dem Papier zwar sinnvoll erscheinen, und man kann viel über verschiedene Verfahren und deren "Wirksamkeit" lesen. Die Ergebnisse gelten aber nur statistisch im Durchschnitt, womit die Unterschiede zwischen Individuen nicht wahrgenommen werden (was sich oft auch dann in der Therapie selbst abzeichnet). Das führt dann eben dazu, dass die zu erwartenden Resultate ausbleiben oder nicht lange anhalten. Pauschal dem Patienten die Schuld daran zu geben, davon halte ich nichts, gerade weil eben viele unterschiedliche Faktoren aufeinander treffen.

    Beispielsweise verstehe ich nicht, wie manche Patienten 10 Jahre und länger in Therapie sind, und dies auch weiterhin bleiben, obwohl sie selbst sagen, dass sie bislang keine großen Fortschritte gemacht haben. Wieso geht der Therapeut hier nicht seiner Verantwortung nach, sich einzugestehen, dass er dieser Person nicht helfen kann oder schlicht nicht der richtige Ansprechpartner ist? Eine Therapie unter solchen Umstände so lange fortzusetzen, und dem Patienten so die Möglichkeit zu nehmen, sich jemand Geeigneteren zu suchen, ist schlicht verachtenswert.

    Und bevor jetzt der Einwand kommt, dass jeder Mensch doch für sich selbst verantwortlich ist: Ja, prinzipiell ist das richtig. Nur gehen ja tendenziell eher solche Menschen in Therapie, bei denen wichtige Fähigkeiten, unter anderem sich abgrenzen können oder die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und richtig einordnen zu können, zu weiten Teilen nicht (mehr) vorhanden bzw. verschüttet sind. Wenn man es so betrachtet, dürfte man nur denjenigen eine Psychotherapie empfehlen, die psychisch sehr stabil sind und klare Grenzen setzen können. Nur sind derartige Menschen eben nicht die Zielgruppe für eine Psychotherapie.

    In diesem Zusammenhang sollte man auch nicht ausblenden, dass viele Missbrauchfälle existieren, Therapeuten also massiv die Grenzen ihrer Patienten überschreiten und es immer wieder zu emotionalen oder sogar sexuellen Missbrauch kommt. Patienten, die ohnehin verletzlich sind, gerade die, die sowieso schon traumatisiert sind, können sehr schnell zu leichten Opfern werden.

    Zudem scheinen Therapeuten auch schnell an ihre Grenzen zu stoßen, sobald sie mit komplexeren, ungewöhnlichen oder vielschichtigen Problemen konfrontiert werden, die nicht ins klassische Schema passen. Gerade da wären individuelle und vielleicht auch kreativere Herangehensweisen notwendig, was aber der Therapeut dann nicht leisten kann oder will.

    Wie bereits oben erwähnt, kann eine Psychotherapie für manche hilfreich sein. Dies bedeutet aber nicht, dass sie grundsätzlich eine gute Empfehlung ist. Auf mich wirkt es eher wie ein riskantes Experiment, das nur für wenige Menschen wirklich funktioniert.

    Wer diese Risiken, gerade der Gesundheit zuliebe, nicht eingehen kann oder möchte, kann immer noch nach Alternativen Ausschau halten. Aus Überzeugung und aus eigener Erfahrung heraus (ist zwar schon länger her aber was soll's), würde ich eher Philosophische Praxis empfehlen. Ja, auch das ist nicht für jeden etwas, je nach Typ Mensch und Art der Probleme. Dennoch möchte ich einige Vorteile gegenüber einer Psychotherapie herausstellen:

    - keine Pathologisierung: niemand wird "krankgeredet", Probleme sind keine "Störungen", sondern menschliche Fragen oder Herausforderungen (hat den Vorteil, dass keine Stigmatisierung stattfindet)
    - Stärkung der Eigenverantwortung: man wird geradezu dazu ermutigt, selbst zu denken und Lösungen zu entwickeln (hat den Vorteil, dass es Abhängigkeit verhindert)
    - individuelle Herangehensweise: es wird nicht auf standardisierte Methoden zurückgegriffen, sondern die Werte und Gedanken eines jeden Menschen ernst genommen (hat den Vorteil, dass es auch denjenigen Raum für neue Perspektiven gibt, die nicht in 0815-Kategorien passen)
    - keine therapeutischen Machtstrukturen, sondern ein Dialog auf Augenhöhe (hat den Vorteil, dass das Risiko von emotionalen und sexuellen Missbrauch deutlich geringer ist)
    - Konzentration auf konkrete Fragen (des Lebens, des Handelns usw.), statt endloses Probleme wälzen ohne Ergebnis

    Darüber hinaus existieren ja noch etliche andere Möglichkeiten, beispielsweise Selbsthilfegruppen (die ich wiederum, wie Psychotherapie, ablehnen würde). Letztendlich kommt es darauf an, das Passende für sich selbst zu finden. Ist etwas Unpassend (aus welchen Gründen auch immer), ist es selbstverständlich nutzlos.

    Ganz allgemein empfinde ich es irgendwie als faul und auch langweilig, Menschen in "gut" und "schlecht" einzuteilen. Denn was eben sehr oft geschieht ist, dass Menschen glauben, anhand von Taten einer Person beurteilen zu können, wie diese vom Wesen her ist. Genau das meine ich auch schon teilweise mit faul: jemanden zu verurteilen ist nunmal sehr viel einfacher, als diesen versuchen zu verstehen.

    Es geht mir nicht darum, zB sehr schlimme Taten zu verharmlosen oder zu rechtfertigen. Sondern darum, dass ein Mensch -meiner Ansicht nach- nicht mit seinen Taten gleichzusetzen ist. Auch nicht mit seinen Gedanken. Und auch nicht unbedingt mit dem, was durch äußere Einflüsse "aus ihm geworden ist". Auch müsste man sich erst einmal fragen, ob Menschen wirklich wissentlich "schlecht" handeln. Das was viele als Bosheit abtun, könnte genauso gut ein Mangel an Erkenntnis/an Erfahrung/an Empathie oder auch pure Verzweiflung sein.

    Das soll nun nicht bedeuten, man habe sich bei jeder (schlimmen) Tat für die Hintergründe zu interessieren oder sogar Empathie aufzubringen. Das was ich schrieb ist lediglich eine Begründung dafür, wieso ich nicht an diese Einteilung glaube bzw. es nicht für sinnvoll halte, Kategorien zu verwenden, die oberflächlich gesehen eine gewisse "Ordnung" schaffen sollen, in Wirklichkeit aber eine Einengung darstellen, wo meiner Meinung nach sehr oft Verstehen nötig wäre. Das ist vielleicht nicht für jeden einzelnen im Privaten ständig relevant, aber für die Gesellschaft im Allgemeinen meiner Ansicht nach schon.

    So gesehen: Nein, ich bin kein "schlechter Mensch", weil niemand ein "schlechter Mensch" ist.

    Nur mal ein paar ungeordnete Gedanken dazu:

    Warum scheint es (manchen) so wichtig zu sein, den Begriff "Fan" zu verwenden? (Ja ich weiß: Zugehörigkeitsgefühl, Identität blabla - meine Frage ist eher provokativ gemeint weil man genau diese Aspekte nämlich hinterfragen könnte und eigentlich auch sollte).

    Man könnte ja genauso einfach sagen "Ich mag/schaue gerne Animes."

    Mir ist es jedenfalls scheiß egal, ob sich jemand als Fan bezeichnet oder nicht. Dass Begriffe gerne mal unzutreffend oder verwässernd verwendet werden, sollten wir alle sowieso bereits zu genüge gewohnt sein. Der Begriff "Fan" erscheint ohnehin recht flexibel in seiner Interpretation, so dass eh keine harten Grenzen gezogen werden können.

    Ich muss aber zugeben, dass es mich zumindest irritieren würde, wenn sich jemand als Fan bezeichnet, der, übertrieben gesagt, gerade mal drei Animes gesehen hat. Genauso würde es mich irritieren, wenn jemand behauptet, kein Fan zu sein bzw Animes nicht zu mögen, aber bereits sehr viele Animes geschaut hat und auch weiterhin schaut. Welche Animes das nun sind, spielt meiner Meinung nach keine Rolle.

    Jemand, der beispielsweise zu 90 % Indie Games spielt, wäre in meinem Augen genauso ein Gamer wie jemand der fast ausschließlich AAA Mainstream Games spielt.

    Fazit: Es geht meiner Ansicht nach vorrangig darum, ob man "Fan" eines bestimmten Mediums ist, und nicht, was innerhalb dieses Mediums konsumiert wird.

    Ich hab die PS3 nochmal rausgekramt, extra für Resident Evil Code Veronica (japanische Version).

    Falls sich jemand fragt, warum die japanische Version und wieso die PS3- statt PS4-Vesion: Die PS3-Version ist ein richtiges Remaster der Dreamcast-Version, welche von der Grafik und Atmosphäre als die beste gilt. Die PS4-Version von Code Veronica ist nur die emulierte PS2-Version, die erstens schlechter aussieht und zweitens in der PAL-Fassung auch noch um einiges langsamer läuft als die NTSC-Fassung. Dazu kommt noch, dass die japanische Version die einzige Möglichkeit ist, die PS3-Version physisch zu besitzen.