Beiträge von Erika

    Zu AoT kann ich nix sagen, habe ich immer noch nicht geschaut :sweatdrop:

    Aber ich fand die eine oder andere Bemerkung interessant, wann etwas für einen persönlich als Meisterwerk gilt. Ich habe mal darüber nachgedacht, wie sich das bei mir in Bezug auf Videospiele verhält und mir ist aufgefallen, dass für mich die rein "technische Qualität" als Kriterium nicht ausreicht. Um das mal ein bisschen zu veranschaulichen: Ich bezeichne Alan Wake 2, Resident Evil 4 (Original) und Deadly Premonition als Meisterwerke. Spider-Man 2 und Resident Evil 4 (Remake) hingegen nicht. Das liegt daran, dass ich etwas erst dann als Meisterwerk bezeichne, wenn es einzigartig ist, oder eher gesagt, wenn es in seiner Art und Weise nur sehr schwierig (oder eventuell sogar gar nicht) reproduziert werden kann. Resident Evil 4 (Original) ist (bzw war seinerzeit) nicht einfach nur ein technisch sehr gutes Spiel, sondern auch designtechnisch dermaßen "exzellent" (Leveldesign, Über-die-Schulterperspektive, Pacing), dass es wegweisend für das Genre Third-Person-Shooter war. Deadly Premonition hingegen ist technisch gesehen in allen Aspekten schlecht. Aber diese merkwürdige Mischung aus Ernst und Absurdität habe ich in dieser Form kein zweites mal in einem Videospiel gesehen. Alan Wake 2 wiederum ist technisch ziemlich gut, aber es ist der künstlerische Anspruch (die Erzählstruktur, die Art und Weise, wie die verschiedenen Ebenen vermischt werden etc), der das Spiel zu einem Meisterwerk macht. Ich unterscheide also sehr genau zwischen einem "nur technisch einwandfreien Spiel" und einem Meisterwerk. Und so handhabe ich das auch mit anderen Medien. Aber - sollte das aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen nicht bereits klar geworden sein - es ist meine Meinung. Wie andere irgendwas bewerten ist mir am Ende des Tages egal (auch wenn ich es definitiv interessant finde, welche Kriterien oder Maßstäbe andere Menschen anwenden, egal ob bewusst oder unterbewusst).

    Animes oder andere Medien haben für mich persönlich nichts mit Seelenheil oder gar "Therapie" zu tun. Warum das rein von den Inhalten und Charakteren (bei mir) nicht funktioniert, brauche ich erst gar nicht erklären. Denn es scheitert schon weit vorher. Wenn es mir schlecht geht, mich etwas ernsthaft belastet, dann bin ich nämlich erst gar nicht dazu in der Lage, mir irgendetwas anzuschauen, durchzulesen, etc. Ich bin dann so stark auf meine Gedanken fixiert, dass ich nur versteinert im Bett liegen kann. Jede Form von Input wäre da ein massiver Störfaktor und nichts weiter.

    Ich finde es durchaus erstrebenswert, wenn wir es schaffen als Gesellschaft dafür zu sorgen, dass Frauen hier nicht mehr aufpassen müssen als Männer, nur weil sie Frauen sind.

    Ich erwarte jetzt keine handfeste Lösung, aber hast du denn wenigstens eine vage Idee, wie das auch nur annähernd erreicht werden kann?

    Denn selbstverständlich wäre das was du schreibst erstrebenswert, aber auch nahezu aussichtslos. Daher wäre die einzige Möglichkeit es zumindest ein bisschen in diese Richtung zu schaffen, entsprechende Männer zB konsequent anzuzeigen mit der Aussicht dass die Anzeige auch tatsächlich Konsequenzen für den Täter nach sich zieht, was eben nur nachträglich geschehen kann.

    Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.

    Für mich rutscht das hier ziemlich ins Victim Blaming ab.
    Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Belästigung als etwas dargestellt wird, mit dem man halt rechnen muss und wenn man damit rechnet, soll man es auch hinnehmen. Genau da fängt doch Victim Blaming an. Nur weil jemand Bilder teilt, heißt das noch lange nicht, dass Belästigung okay ist.

    Klar, das Internet ist kein geschützter Raum und man wird nie alles verhindern können. Aber das heißt nicht, dass man deshalb die Erwartungen runterschrauben und alles hinnehmen muss. Statt über das Verhalten der Leute zu sprechen, die Grenzen überschreiten, wird der Fokus plötzlich darauf gelegt, wie vorsichtig andere hätten sein sollen. Das dreht die Verantwortung ziemlich bequem um, finde ich. Zu wissen, dass etwas passieren kann, heißt nicht, dass es passieren sollte oder normal ist.

    Irgendwie sind es oft die Opfer, die aufpassen müssen, während die Täter quasi ungeschoren durchkommen, da stimmt doch was nicht, oder?

    Vielleicht kann Dennis ja nochmal genauer klären wie er das gemeint hat. Ich zumindest lese da erstmal kein Victim Blaming raus, sondern die Feststellung, dass man es -statistisch- mit umso mehr notgeilen Idioten zu tun hat, je mehr man als Frau von sich (im Internet) preisgibt. Das macht das Verhalten dieser Idioten natürlich nicht richtig. Da es mir als Frau, als einzelne Privatperson, aber nicht möglich ist, das Verhalten entsprechender Männer (oder auch allgemein anderer Menschen) zu kontrollieren, muss ich leider mit bestimmten Verhaltensweisen rechnen, aber mit der Option, dagegen vorzugehen bzw mich zu wehren (und das sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall geschehen). Dass Dennis irgendwo schrieb, er wäre zB mit Belästigung "einverstanden", wäre sein eigener vermuteter Umgang. So etwas werte ich nicht als Aufforderung an jede Frau, es genauso zu handhaben. Aber ich bin mal gespannt, ob dazu nochmal eine Erklärung kommt.

    Eines der wenigen Point and Click Adventures, die ich mag. Habe alle drei Teile gespielt, auch mehr als ein Mal, um möglichst alle Dialoge gesehen zu haben. Der Humor ist genau das Richtige für mich als jemand der sowieso schon Classical Art Memes feiert :sir:

    Ich hoffe, du meinst damit nicht unser Gespräch, denn darum ging es ganz sicher nicht. Möglich, dass du hier wenig wohlwollend interpretierst, aber natürlich geht es mir um die Sache.

    Jetzt wird erneut aus dem Zusammenhang gerissen?!

    Das ist eine Zusammenfassung von dem was ich ursprünglich auf Chojins Beitrag antwortete, das du aus dem Zusammenhang gerissen hast, das wiederum Nona aus dem Zusammenhang gerissen hat, und jetzt erneut von dir!

    Stell dir vor, ich bin einfach mit gutem Beispiel vorangegangen und habe mein Ding gemacht. Und genau das hat dazu geführt, dass die eine oder andere Person aus meinem Umfeld Interesse gezeigt und nach und nach die Ernährung umgestellt hat :)

    Zitieren mal hier, da das ja eher in die Veganer Richtung geht, als wirklich politisch.

    Gibt halt immer Leute, die stur sagen "dann esse ich ein Steak mehr, damit deine Lebensweise nichts verändert!". Das bekommst du, wenn jemand aggressiv vermittelt, warum man kein Fleisch essen sollte, aber ebenso wenn jemand sachlich argumentiert. Das wird selbst unter vegane Rezepte geschrieben, die nichts weiter tun Thema sagen. Die Militante Veganerin ist da natürlich ein super Beispiel - sie hat (gerade früher) extrem viel Kritik bekommen. Dennoch hat sie Leute auf das Thema aufmerksam gemacht und einige sind laut eigener Aussage WEGEN IHR vegan geworden. Die Art kann man trotzdem kritisieren, ist aber schlussendlich eben für jeden selbst zu bewerten, welche Strategie sie jeweils nutzen wollen. Sie war sich dem bewusst und hat Kosten/Nutzen für sich abgeleitet.

    Die andere Seite immer mit Samthandschuhen anzufassen, wenn es sich um erwachsene Menschen handelt, die nicht wahrnehmen (wollen), was auf dem Teller liegt... finde ich auf Dauer auch anstrengend. Aber so halt meine Meinung.

    Ganz toll aus dem Zusammenhang gerissen...

    Ich habe eine Intention in einem Kontext kritisiert und keine Handlung per se. Ich bin dafür, Fakten klar und mit Nachdruck äußern zu dürfen. Es ging nicht um die Art von Mensch die mit Trotzreaktionen reagieren, sondern um jene, die unverhältnismäßig von Personen angegangen werden, denen es nicht um die Sache geht.

    Du gehst den Weg der emotionalen Intelligenz.

    Nein. Ich gehe einfach nicht den Weg der verhindert, was ich mir wünsche.


    Ansonsten verweise ich auf das was ich im anderen Thread eben schrieb :rolleyes::

    Ich habe eine Intention in einem Kontext kritisiert und keine Handlung per se. Ich bin dafür, Fakten klar und mit Nachdruck äußern zu dürfen. Es ging nicht um die Art von Mensch die mit Trotzreaktionen reagieren, sondern um jene, die unverhältnismäßig von Personen angegangen werden, denen es nicht um die Sache geht.

    Ein gutes Beispiel aus dem Alltag ist Veganismus. Sich einerseits über den Fleischkonsum anderer beklagen und dass es ja so falsch ist Tiere zu essen und "wie-kann-man-nur-was-sind-das-für-grausame-Menschen", aber andererseits Fleischesser oder Vegetarier derart unsachlich angehen, dass sie erst recht nicht in Erwägung ziehen, ihre Ernährung zu überdenken.

    Ja, die bekannte Wunschfantasie aller Fleischesser*innen: Freundliche, unterwürfige Veganer*innen, die mit ganz viel Bitte-Bitte-Bitte das eigene Ego schmeicheln, damit dann großherzig verkündet werden kann, dass hier und da 'weniger Fleisch gekauft wird'. Deine Kritik zielt darauf ab, die Argumente des Veganismus bereits auf der Formebene zu umgehen. Das Motto: "Warum sollte mich die Umwelt/Tierwohl kümmern, wenn ich persönlich kritisiert werde?" Das klingt für mich viel mehr nach fragilem Ego, aber naja. Perspektiven eben.

    Die Welt wartet btw. noch immer auf nur ein gutes Argument dafür, Fleisch zu konsumieren. Aber hauptsache, die bösen Veganer*innen waren gemein.

    Stell dir vor, ich bin einfach mit gutem Beispiel vorangegangen und habe mein Ding gemacht. Und genau das hat dazu geführt, dass die eine oder andere Person aus meinem Umfeld Interesse gezeigt und nach und nach die Ernährung umgestellt hat :)

    Persönlich würde ich nicht einmal alle rechten über einen Kamm scheren. Da gibt es relativ harmlose Esoterikerinen - üblicherweise Bommer -, Coronaleugner beziehungsweise jene die dahinter eine Weltverschwörung vermuten, Wutbürger, Wähler die aus Verdrossenheit die AfD gewählt haben oder solche die sich mit dem Partei Programm nicht auseinander gesetzt haben und dann geht es langsam über zu den ernsthaft rechtsradikalen.

    Ein Grüppchen würde ich noch ergänzen: Linke die von anderen "Linken" vehement und wiederholt als rechts, rechtsradikal, Nazi oder ähnliches abgestempelt werden, weil sie eine minimal abweichende Meinung geäußert oder eine minimal andere Wortwahl verwendet haben (':


    Werden diese aus linker Sicht nicht auch alle in ein und denselben Topf geworfen?

    Das Problem ist nicht eine "linke Sichtweise" sondern Menschen mit fragilem Ego, die aus Selbstschutz andere sehr gerne brandmarken und diffamieren. Denen geht es nicht um die Sache an sich. Ein gutes Beispiel aus dem Alltag ist Veganismus. Sich einerseits über den Fleischkonsum anderer beklagen und dass es ja so falsch ist Tiere zu essen und "wie-kann-man-nur-was-sind-das-für-grausame-Menschen", aber andererseits Fleischesser oder Vegetarier derart unsachlich angehen, dass sie erst recht nicht in Erwägung ziehen, ihre Ernährung zu überdenken. :dogekek:

    Persönliche Grenzen brauchen doch keine Rangliste. Wenn man mit Extremisten nichts zu tun haben will, reicht das als Begründung. Nicht alles ist gleich schlimm, aber schlimm genug, um mit beidem nichts zu tun haben zu wollen.

    Was haltet ihr vom heiraten?

    Nichts.


    Wollt ihr auch einmal heiraten?

    Nein.


    Warum? oder warum nicht?

    Ich brauche kein Dokument als Beweis für Verbundenheit. Mein langjähriger Ex-Partner und ich haben aber fast geheiratet, weil wir finanzielle Vorteile für uns beide gesehen haben. Er hätte es aber vorrangig -warum auch immer- einfach "romantisch" gefunden, mein Ehemann zu sein :sweatdrop:Auch rückblickend bin ich der Meinung, eine Heirat bzw der Status als verheiratete Person wäre für mich emotional komplett irrelevant gewesen.

    Puh...^^

    Wenn du weiterhin in anderer Leuts Aussagen eine Zielsetzung hineinliest, die diese ausdrücklich verneint haben, hat dies nichts mit einem Verarbeitungsunterschied zu tun, sondern mit einer bewussten Interpretationsentscheidung.

    Ich bleibe weiterhin dabei: Hier wurde kategorisiert und nicht gleichgesetzt. Es wurde Extremismus kritisiert, aber keine Ideologien verglichen.

    Alles darüber hinaus ist ausschließlich durch Zuschreibungen entstanden und nicht durch die Aussagen betreffender Leute.

    Damit ist das Thema für mich abgeschlossen.

    Die Ablehnung zweier Phänomene ist keine Gleichsetzung ihrer Inhalte, Ursachen, Folgen,...

    Das sind logisch unterschiedliche Ebenen.

    Wenn die Intention einer Aussage darin besteht, zwei völlig unterschiedliche politische Spektren, die quasi nichts miteinander teilen, über einen abstrakten Begriff wie 'extrem' gleichzusetzen, dann handelt es sich um eine Gleichsetzung. Das mag tautologisch klingen, weil es tautologisch ist.

    Genau das ist es, was hier schon mehrmals angemerkt wurde: Du unterstellst eine Intention hinter einer Aussage, obwohl es nicht möglich ist sowas abzuleiten. Es wurde ein Oberbegriff verwendet, weil beide Spektren per Definition genau unter dem Begriff "Extremismus" fallen. Es ist eine Kategorisierung.

    Daher das kleine aber wirkmächtige Wort "rhetorisch" in meinem Satz. Sollte nicht überlesen werden.

    Auch mit dem Zusatz "rhetorisch" bleibt es eine Unterstellung. Es wurde keine Gleichsetzung vorgenommen, weder rhetorisch noch faktisch.

    Was genau an der Kernaussage "Extremismus ist abzulehnen" hältst du für problematisch?