Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.
Für mich rutscht das hier ziemlich ins Victim Blaming ab.
Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Belästigung als etwas dargestellt wird, mit dem man halt rechnen muss und wenn man damit rechnet, soll man es auch hinnehmen. Genau da fängt doch Victim Blaming an. Nur weil jemand Bilder teilt, heißt das noch lange nicht, dass Belästigung okay ist.
Klar, das Internet ist kein geschützter Raum und man wird nie alles verhindern können. Aber das heißt nicht, dass man deshalb die Erwartungen runterschrauben und alles hinnehmen muss. Statt über das Verhalten der Leute zu sprechen, die Grenzen überschreiten, wird der Fokus plötzlich darauf gelegt, wie vorsichtig andere hätten sein sollen. Das dreht die Verantwortung ziemlich bequem um, finde ich. Zu wissen, dass etwas passieren kann, heißt nicht, dass es passieren sollte oder normal ist.
Irgendwie sind es oft die Opfer, die aufpassen müssen, während die Täter quasi ungeschoren durchkommen, da stimmt doch was nicht, oder?