Es sollte nicht kontrovers sein, aber anscheinend ist es das:
Das Verhalten von Menschen gegenüber Tieren sollte sich radikal ändern, da dieses sehr stark narzisstisch geprägt ist, insbesondere durch Machtausübung in Form von Ausbeutung und das Bestimmen über den Lebens- und Bewegungsspielraum sowie über die Reproduktion.
Meine Meinung über die Haltung von Tieren in Zoos und zu einer veganen Lebensweise habe ich bereits an anderer Stelle kundgetan. Das sind wichtige Themen, aber was leider oft unter den Teppich gekehrt wird, ist die ganz grundsätzliche Einstellung des Menschen gegenüber den Tieren, die sich insbesondere in der Haltung von Haustieren äußert. Es ist ja nunmal so, dass zwischen Mensch und Tier keine direkte Kommunikation, also kein direkter Austausch von Gedanken und Gefühlen, stattfindet. Daher können wir Tiere nur aufgrund des Sichtbaren einschätzen, und da das der einzige Anhaltspunkt ist, ist nunmal auch das Verständnis begrenzt. Dass wir so nicht wissen können, was in den Tieren vorgeht, ist eine Sache. Hinzu kommt aber, dass der Mensch nunmal nicht neutral ist und alles interpretiert, da er sein Innerstes auf die Umwelt und somit auch in diese Tiere projiziert. So kommt es eben oft zu solchen Aussagen wie "Mein Hund/Katze/Maus liebt mich" oder "Mein Hund/Katze/Maus mag es, bei mir zu leben, das merke ich einfach". Solche Aussagen kann man nicht treffen. Und nur, weil ein Tier sich am Bauch kraulen lässt, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es das möchte. Vielleicht lässt es das nur über sich ergehen.
Natürlich kommt es auch unter Menschen vor, dass der eine etwas duldet, das er nicht mag, oder sich dagegen entscheidet, zB seine Gedanken zu kommunizieren. Da aber eine direkte Kommunikation und ein Abgleich von Gedanken, usw zumindest theoretisch möglich wäre, ist dieser Umgang nicht mit dem zwischen Mensch und Tier zu vergleichen, wo das bereits von Vornherein ausgeschlossen ist.
Eine weitere Sache: Ich denke mal, "jeder" würde zustimmen, dass ein Mensch, der ein Tier quält, dies früher oder später auch mit Menschen tun würde. Aber warum soll dieses Prinzip plötzlich nicht gelten, wenn es um andere Verhaltensweisen gegenüber Tieren geht, die die Allgemeinheit zwar nicht im engeren Sinne als Quälerei bezeichnet (was btw ebenfalls zu hinterfragen ist), die aber dennoch sehr fragwürdig sind? Wie bereits erwähnt, ist das Verhalten von Menschen gegenüber Tieren stark narzisstisch gefärbt in Form von Kontrolle und das Bestimmen darüber, wie sich das Tier zu verhalten hat oder was mit ihm geschehen soll. Hellhörig werde ich insbesondere, wenn jemand Aussagen trifft wie zB, dass "Tiere die besseren Menschen" seien. Ach ja? Weil Tiere im Gegensatz zu Menschen alles mit sich machen lassen müssen und sie einem meist völlig wehrlos ausgeliefert sind? Oder weil sie eine so tolle Projektionsfläche für die eigenen Bedürfnisse bieten, ohne, dass diese Illusion zerstört werden kann?
Egal, wie ich es drehe und wende, die Haltung von Haustieren ist durch nichts zu rechtfertigen. Ich kenne einige Haustierbesitzer und natürlich gibt es unter ihnen welche, die sich -so vermute ich- wirklich nichts Böses dabei denken. Bei manchen jedoch merkt man mMn sehr deutlich, dass die ledigliche Haltung von Tieren und die Rechtfertigung des Umgangs mit ihnen wohl nur die Spitze des Eisbergs ist.
Ich sehe es so: So lange wir nicht wissen, welche Bedürfnisse Tiere abseits von Fressen-Schlafen-Kacken haben, und so lange kein Austausch und Abgleich von Gedanken und Gefühlen stattfinden kann, haben wir kein Recht darauf, Tiere zu töten, essen, kaufen, besitzen, über sie zu bestimmen, sie einzusperren und und und. Selbst wer sein Tier nicht "einsperrt", geht dann aber sofort auf Suchaktion, wenn es sich nicht mehr blicken lässt. Weil... es "gehört" einem ja. Und man hat schließlich viel Geld dafür bezahlt. Und es liebt einen so abgöttisch, da kann es nicht sein, dass das Tier einfach nicht mehr zurückkehren will. Da wären wir wieder beim Projizieren des Innenlebens auf ein unschuldiges Tier.
Es kann echt nicht sein, dass der Mensch dermaßen über Tiere verfügt, und sich sogar über die Natur stellt. Die Steuerung der Fortpflanzung beispielsweise ist eigentlich der Natur vorbehalten, aber der Mensch übt Macht aus, um durch Manipulation bestehender Dinge (Zucht), eine gezielte Realität zu erschaffen. Dass dann u.a. Rassen entstehen, die gesundheitliche Probleme haben, interessiert niemanden.
Und warum sind diese Schönheitswettbewerbe für Tiere eigentlich noch erlaubt? Der einzige, der einen Nutzen daraus zieht, ist der Mensch. Er benutzt Tiere um sich mit anderen zu messen und zwar darin, wie gut er ein anderes Lebewesen manipulieren kann. Ganz große Klasse 